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Pressekonferenz am Montag

VR-Banken: Alle Fakten zur möglichen Fusion

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Mühldorf - Der letzte Fusionsversuch zweier VR-Banken aus der Region war gescheitert, nun starten zwei Geldhäuser einen weiteren Anlauf. Hier sind die wichtigsten Fakten:

2013 hatten die VR-Bank Burghausen-Mühldorf und die Raiffeisenbank Haag-Gars-Maitenbeth eine Fusion angestrebt. Die Mitglieder der Raiffeisenbank haben den Plänen aber eine klare Absage erteilt.  Eine Mehrheit von 75 Prozent der Mitglieder hätten der Fusion zustimmen müssen, am Ende votierten im Mai 2013 aber lediglich 47,15 Prozent für die Bankenehe. Eineinhalb Jahre später startet die VR-Bank Burghausen-Mühldorf einen erneuten Anlauf. Fusionspartner soll nun die VR meine Raiffeisenbank Altötting-Mühldorf sein. In einer Pressekonferenz erläuterten Vertreter beider VR-Banken das weitere Vorgehen bis zu einer möglichen Fusion.

Warum streben die Banken die Fusion an?

Georg Krieg, Vorstandssprecher der VR-Bank Burghausen-Mühldorf

Die Vorstände der beiden Geldhäuser begründen ihren Fusionswillen in erster Linie mit der veränderten wirtschaftlichen und politischen Situation. So schmälert die Niedrigzinspolitik den Ertrag den Banken, andererseits müssen die Institute immer größere rechtliche Hürden nehmen. Wolfgang Altmüller, Vorstandsvorsitzender der VR meine Raiffeisenbank kritisierte auf der Pressekonferenz am Montag die "überbordenden regulatorischen Normierungen". Vieles davon komme seitens der EU, wo man an Großbanken denke und Genossenschaftsbanken nicht so gut kenne. So werden beispielsweise in Sachen Risikomanagement an alle Banken - auch an Volks- und Raiffeisenbanken - hohe Anforderungen gestellt. Diese Anforderungen sind für kleine Häuser schlicht schwerer zu stemmen als für große.

Die Vertreter beider Vorstände betonten aber, dass die Fusion nicht aus einer Not heraus geschieht. "Wir sind zwei kerngesunde Banken", sagte Georg Krieg, Vorstandssprecher der VR-Bank Burghausen-Mühldorf, und Altmüller stellte heraus: "Es ist sicher geschickt, sich für Wind und Wetter zu rüsten - und zwar in guten Zeiten."

Wie ist der Zeitplan vor der Fusion?

Die beiden VR-Banken nehmen jetzt die Verhandlungen über eine Fusion auf. Krieg bezifferte die Dauer der Verhandlungen in der Pressekonferenz grob auf "ein paar Wochen, ein paar Monate". Viele, auch scheinbar kleine Fragen sind aktuell noch offen, etwa, wie die neue Bank heißen soll. Ende April soll dann die Vertreterversammlung der VR-Bank Burghausen-Mühldorf über die Fusion abstimmen. Bei einem positiven Votum wird Mitte Mai die Vertreterversammlung der VR meine Raiffeisenbank zur Abstimmung gebeten. So sehr die Vorstände aktuell auch von einer möglichen Fusion schwärmen - zu entscheiden haben sie in letzter Instanz nichts: "Selbstverständlich hat in beiden Häusern die Vertreterversammlung das letzte Wort", betonte Altmüller.

Was bedeutet die Fusion für Filialen und Mitarbeiter?

Wolfgang Altmüller, Vorstandsvorsitzender der VR meine Raiffeisenbank Altötting-Mühldorf

"Für die Mitarbeiter ist so eine Fusion ein Riesengewinn", sagte Altmüller. Am Markt sei längst ein Kampf entbrannt um die besten Mitarbeiter und größere Banken würden diesen schlicht besserer Aufstiegschancen bieten. Nach Einschätzung Altmüllers könnte sich die Mitarbeiterzahl durch die Fusion sogar erhöhen. Bei den Filialen stellt sich die Situation hingegen anders dar. Die beiden VR-Banken nach der Fusion quasi parallel weiterzuführen, wäre "sicher verkehrt", so Altmüller. An Standorten, wo gegenwärtig beide VR-Banken vertreten sind, könnte es nach der Fusion also eine Konzentration auf einen Standort geben. Das seien aber keine Filialschließungen, sondern Umzüge, betonte Altmüller und Rainer Auer vom Vorstand der VR-Bank Burghausen-Mühldorf ergänzte, es handle sich um ein "Zusammenlegen an der einen oder anderen Stelle". Man bleibe am Standort, am Markt - aber eben in einem Haus, so Auer.

In Mühldorf etwa scheint den Äußerungen in der Pressekonferenz zufolge alles darauf hinauszulaufen, dass sich die fusionierte Bank am Standort der VR-Bank Burghausen-Mühldorf direkt am Stadtplatz konzentriert. "Unser Standort ist zwar schön, bietet aber gar nicht die Möglichkeiten", sagte Altmüller.

Wie reagieren die anderen Genossenschaftsbanken?

Ob sich andere VR-Banken, etwa die Raiffeisenbank Haag-Gars-Maitenbeth, auf lange Sicht mit der neuen, fusionierten Bank zusammenschließen möchten, ist offen. Auer betonte zwar, dass das Haager Haus der Wunschkandidat für eine Fusion gewesen sei, sagte aber auch: "Hier gibt es keine weiteren augenblicklichen Signale." Denkbar ist aber, dass die anderen Genossenschaftsbanken in der Region nach der Fusion der VR-Bank Burghausen-Mühldorf und der VR meine Raiffeisenbank Altötting-Mühldorf ins Grübeln kommen, ob sie als relativ kleine Banken für die Zukunft gut genug aufgestellt sind. Wie Altmüller betonte, wolle man mit der Fusion aber keinen Druck auf die anderen Institute ausüben. Andererseits wäre es schön, wenn der Zusammenschluss eine "Signalwirkung" hätte, so Altmüller.

Wie groß wäre die neue VR-Bank?

Die VR-Bank Burghausen-Mühldorf hat gegenwärtig eine Bilanzsumme von gut 400 Millionen Euro. Die VR meine Raiffeisenbank Altötting-Mühldorf erreicht im laufenden Jahr eine Bilanzsumme von etwa 2 Milliarden Euro. Alleine schon deshalb steht die Fusion vor anderen Vorzeichen als der gescheiterte Anlauf aus dem Jahr 2013. Die Raiffeisenbank Haag-Gars-Maitenbeth ist mit einer Bilanzsumme von 330 Millionen Euro deutlich kleiner als die VR meine Raiffeisenbank. Die Bankenehe der VR-Bank Burghausen-Mühldorf und der VR meine Raiffeisenbank Altötting-Mühldorf würde eine Regionalbank hervorbringen, die sich in ihrer Größe mit der Sparkasse Altötting-Mühldorf messen kann. Diese wies 2013 eine Bilanzsumme von gut 2,3 Milliarden Euro aus. In den Medien war deshalb vereinzelt bereits die Rede von einem "neuen Stern am Bankenhimmel".

Die VR-Banken erklären die Fusionspläne

Quelle: innsalzach24.de

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