Nach Sprengung: Statiker begutachten Gebäude

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München - Nach der Sprengung der Fliegerbombe in Schwabing kann es wohl noch Tage dauern, bis alle Bewohner in ihre Häuser zurückkehren können.

Am Mittwochmorgen teilte die Feuerwehr mit, dass mehrere Dachstühle in Brand geraten sind. Hier hatte zumeist das Dämmmaterial Feuer gefangen. Auch viele Scheiben gingen zu Bruch. Nach jetzigen Informationen wurde allerdings niemand verletzt.

Der Tag nach der Bombensprengung

Die ersten Anwohner können in ihre Häuser zurückkehren. Ein Evakuierungsbereich bleibt jedoch weiterhin bestehen. Er erstreckt sich über die Leopoldstraße 39-41, Haimhauserstraße, Ursulastraße, Feilitzschstraße, Werneckstraße, Wagnerstraße, Siegestraße und Fendstraße.

Statiker untersuchten heute Gebäude auf Schäden und bauliche Sicherheit. Einsturzgefahr bestehe nicht, versicherte ein Feuerwehrsprecher. Die Anwohner werden sich nach Einschätzung von Oberbürgermeister Christian Ude noch etliche Tage gedulden müssen, bis sie in ihre Wohnungen zurückkehren können.

Dienstagabend: Bombe gesprengt

Die 250 Kilogramm schwere Bombe wurde von einem Sprengkommando gegen 21.54 Uhr mit angebrachtem Sprengstoff unschädlich gemacht. Anscheinend waren nach der Sprengung einer Fliegerbombe mehrere Dachstühle im Münchner Stadtteil Schwabing in Brand geraten. Durch die Detonation seien Splitter und Stroh durch die Luft gewirbelt, die anliegende Häuser entzündet hätten, sagte ein Feuerwehrsprecher am Dienstagabend. Den Angaben zufolge rückten mehr als 100 Einsatzkräfte aus.

Bombensprengung in der Münchener Innenstadt

Es seien noch weitere Feuermeldungen aus dem Viertel eingegangen. „Es geht bei uns drunter und drüber“, sagte der Sprecher. Kurz vor Mitternacht hieß es dann, die Brände infolge der gezielten Sprengung der Fliegerbombe seien unter Kontrolle. „Wir haben die Lage im Griff“, sagte ein Feuerwehrsprecher am späten Dienstagabend auf dapd-Anfrage. Nach Angaben eines Polizeisprechers gab es keine Verletzten. Wie viele Gebäude gebrannt hätten und wie hoch der Schaden sei, könne zunächst nicht abgeschätzt werden, sagte er.

Im Internet kursieren erste Videos der Sprengung, die Echtheit ist noch unbestätigt:

Die ehemalige Münchner Kultkneipe Schwabinger 7 - heute ist an dieser Stelle eine Großbaustelle.

Im Münchner Stadtteil Schwabing wurde am Montag, 27. August 2012, gegen 11.45 Uhr bei Bauarbeiten eine 250-kg-Weltkriegsbombe gefunden. Es war geplant den Blindgänger am Montag gegen 20.30 Uhr zu entschärfen. Auf Empfehlung des fachkundigen Sprengmeisters wurden zur Entschärfung im anliegend Umkreis ca. 800 Personen evakuiert.  Zur vorübergehenden Unterkunft der evakuierter Anwohner wurden drei Notunterkünfte eingerichtet.

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Gegen 21.00 Uhr stellen sich die Entschärfungsarbeiten schwieriger als geplant dar. Die Kampfmittelaltlast enthält einen chemischen Langzeitzünder. Der Sprengmeister konnte die Fliegerbombe nicht auf die geplante Weise entschärfen. Der Evakuierungsbereich musste auf etwa 2500 Personen ausgeweitet werden. Die Evakuierungsmaßnahmen im Bereich Clemensstraße – Wilhelmstraße - Kaiserstraße – Fendstraße – Wagnerstraße – Marschalstraße wurden gegen 2.00 Uhr abgeschlossen.

Bilder vom Dienstag:

Bombenfund in München

In den drei Notunterkünfte haben sich etwa 600 Personen einquartiert. Die restlichen Anwohner haben sich selbstständig im privaten Bereich organisiert.

Sperrung wegen Fliegerbombe

Der Bombenfundort wird in aufwendiger und mehrstündiger nächtlichen Arbeit mit Sand, Stroh und Dämmmaterial abgeschirmt. Die Verkehrsbehinderungen und Beeinträchtigungen im öffentlichen Nahverkehr dauern bis auf weiteres an. Die Entschärfungsarbeiten dauern voraussichtlich noch bis in die frühen Abendstunden des heutigen Dienstages an. Evakuierte Bewohner können bis dorthin nicht in ihre Wohnung zurück kehren.

Läden und Geschäfte im betroffenen Bereich müssen geschlossen bleiben. In der örtlichen Einsatzleitung arbeiten Mitarbeiter der Stadt, der Münchner Verkehrsgeschellschaft, der Polizei, Rettungsdienstorganisationen, Stadtwerke und des Technischen Hilfswerkes eng mit der Feuerwehr zusammen.

Pressemitteilung Berufsfeuerwehr München/red/dpa/dapd

Quelle: rosenheim24.de

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