Biker begannen sogar, Verkehr eigenmächtig zu regeln

Trotz Verbot: 10.000 Motorradfahrer sorgen für Chaos in München

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München - Die angekündigte Motorrad-Demo am Samstag den 4. Juli in München ist vom Kreisverwaltungsreferat aufgrund von Sicherheitsbedenken untersagt worden. Trotz des Verbots einer Demonstration von Motorradfahrern in München haben sich am Samstag viele Biker auf dem Weg in die Stadt gemacht.

Update, 18.10 Uhr - 10.000 Motorradfahrer sorgen für Chaos

Die Landeshauptstadt München erließ bereits am Freitag, 03. Juli, einen Bescheid, in dem die angemeldete Versammlung „Fahrverbote für Motorradfahrer“ untersagt wurde. Aufgrund polizeilichen Recherchen in den sozialen Medien wurde bekannt, dass trotz Untersagung viele Motorradfahrer an dem ursprünglich geplanten Motorradcorso am Mittleren Ring festhalten wollten, allerdings ohne dabei versammlungstypische Kundgebungsmittel und –formen zu verwenden. Aufgrunddessen wurden durch die Münchner Polizei im Vorfeld ausreichend Verkehrskräfte in Dienst versetzt um die Sicherheit im ‚Straßenverkehr zu gewährleisten und schnell auf Störungen reagieren zu können. 


Am Samstag, 04. Juli, waren dann bis 09.45 Uhr bereits zirka 3.500 Motorradfahrer auf dem Mittleren Ring und ca. 1.000 weitere im Bereich der Allianz Arena unterwegs.In der Spitze, gegen 10.30 Uhr, befanden sich letztendlich zirka 10.000 Motorfahrradfahrer auf dem rund 28 km umfassenden Mittleren Ring, weshalb es immer wieder zu Stauungen und kleineren Störungen kam. Auf das allgemeine Verkehrsgeschehen wurde durch die Münchner Polizei schnell und flexibel reagiert und wenn erforderlich, polizeiliche Maßnahmen durchgeführt.

Es kam während diesem hohen Verkehrsaufkommen zu einzelnen Verkehrsverstößen, so versuchten z.B. einige Motorradfahrer eigenmächtig den Verkehr zu regeln. Durch die Verkehrspolizei des Polizeipräsidiums Oberbayern Nord wurden hier die Personalien erhoben und Anzeigen erstellt. 


Zudem begannen auf Höhe der Schenkendorfstraße gegen 10.45 Uhr Motorradfahrer durch Absteigen von den Motorrädern mit Blockaden des Mittleren Rings. Die Polizei konnte diese Fahrer kommunikativ dazu bewegen, ihr Verhalten einzustellen und weiterzufahren. 

Gegen 10.55 Uhr musste der Luise-Kiesselbach-Tunnel wegen eines Brandalarms gesperrt werden. Der Grund für die Tunnelsperre war ersten Erkenntnissen zur Folge ein technischer Defekt eines Motorrades. Diesbezüglich werden weitere Ermittlungen geführt. Autofahrer und andere Verkehrsteilnehmer konnten an der Oberfläche umgeleitet werden. Ab 12 Uhr war nach Freigabe der Feuerwehr der Tunnel wieder in beiden Richtungen befahrbar. 

Das Interesse der Bevölkerung war rege. Es befanden sich viele Zuschauer am Straßenrand sowie auf den Brücken über dem Mittleren Ring. Zusätzlich erreichten die Einsatzzentrale der Polizei zahlreiche Beschwerden über Lärm und Verkehrsbehinderungen. 

Ab 12.15 Uhr begann eine sichtbare Abreisebewegung der teilnehmenden Motorradfahrern. Der Mittlere Ring leerte sich sichtlich, sodass der Verkehr sich ab zirka 14 Uhr wieder normalisierte. 

Allgemein äußerten sich viele Motorradfahrer positiv über das umsichtige Verhalten der Münchner Polizei.

Update, 15.30 Uhr - Tausende Biker behindern Verkehr in München

Eigentlich hatte das Kreisverwaltungsreferat in München eine Groß-Demonstration von Motorradfahrern gegen Fahrverbote untersagt. Trotzdem warem am Samstag mehrere Tausend Biker in der Stadt unterwegs. Die Polizei sprach von mehr als 6000 Leuten, die mit ihren Maschinen über den Mittleren Ring rollten. Gegen Mittag seien die meisten dann wieder abgefahren. Mit der Aktion wollten die Biker in München und anderen Städten Deutschlands gegen geplante Fahrverbote für Motorräder protestieren.

In München kam es zu erheblichen Verkehrsbeeinträchtigungen und immer wieder zu Staus. Wegen dieser Erwartung hatte das Kreisverwaltungsreferat die Veranstaltung eigentlich auch am Freitag untersagt. Da mehr als 8000 Teilnehmer erwartet wurden, hatte die Behörde ein Verkehrschaos befürchtet. Insbesondere Rettungskräfte könnten womöglich nicht mehr richtig durchkommen, hieß es.

Gravierende Folgen hatte die Rundfahrt der Motorräder aber nicht. Versammlungsrechtlich könne man den Bikern nichts vorwerfen, erklärte der Polizeisprecher. Die Beamten hätten mit ihnen gesprochen und hätten sie immer wieder ermahnt, nicht auf der Straße stehen zu bleiben und vor allem auch in angemessenem Tempo zu fahren.

Schon am Morgen hatten sich rund um München Biker-Gruppen mit meist je 50 bis 100 Teilnehmern getroffen. Sie waren mit Hupkonzerten, Jubelrufen und lauter Musik unterwegs. "Fahren dürfen wir auf dem Mittleren Ring, das kann uns keiner verbieten", sagte einer der Motorradfahrer, der aus dem Raum Erding kam. Auch von Passanten bekamen sie reichlich Zuspruch. Vor allem auf den Brücken über den Mittleren Ring standen viele und winkten und jubelten den Bikern zu, die mitunter recht gemächlich unterwegs waren.

Update, Samstag (4. Juli): Motorradfahrer kommen trotz Demo-Verbot nach München

Am Mittleren Ring im Osten der Stadt waren Gruppen mit 50 bis 100 Teilnehmern zu sehen. Sie waren mit Hupkonzerten, Jubelrufen und lauter Musik unterwegs. "Fahren dürfen wir auf dem Mittleren Ring, das kann uns keiner verbieten", sagte einer der Motorradfahrer, der aus dem Raum Erding kam.

Die Polizei sprach am Samstagmorgen von vereinzelten Motorradfahrern. Nach geltendem Recht dürften sie mit Motorrädern in München unterwegs sein, sagte ein Sprecher. Die Polizei habe die Situation aber im Blick.

Mit der Demonstration wollten am Samstag Biker in ganz Deutschland gegen Fahrverbote für Motorräder demonstrieren. Auf dem Mittleren Ring in München sollte der bundesweit größte Korso stattfinden. Das Kreisverwaltungsreferat hatte die Veranstaltung aber am späten Freitagnachmittag kurzfristig abgesagt wegen Sicherheitsbedenken. Durch so viele Motorräder könne der Verkehr auf dem Mittleren Ring und in angrenzenden Bereichen zum Erliegen kommen, das könne auch für Rettungsfahrzeuge schnell zum Problem werden.

Motorrad-Demo in München gegen geplantes Fahrverbot

Motorrad-Demo in München gegen geplantes Fahrverbot
Motorrad-Demo gegen Fahrverbote © picture alliance/dpa
Motorrad-Demo in München gegen geplantes Fahrverbot
Demonstration gegen drohende Fahrverbote am Wochenende - München © picture alliance/dpa
Motorrad-Demo in München gegen geplantes Fahrverbot
Demonstration gegen drohende Fahrverbote am Wochenende - München © picture alliance/dpa
Motorrad-Demo in München gegen geplantes Fahrverbot
Demonstration gegen drohende Fahrverbote am Wochenende - München © picture alliance/dpa
Motorrad-Demo in München gegen geplantes Fahrverbot
Demonstration gegen drohende Fahrverbote am Wochenende - München © picture alliance/dpa
Motorrad-Demo in München gegen geplantes Fahrverbot
Demonstration gegen drohende Fahrverbote am Wochenende - München © picture alliance/dpa
Motorrad-Demo in München gegen geplantes Fahrverbot
Demonstration gegen drohende Fahrverbote am Wochenende - München © picture alliance/dpa

Einige Biker hatten dennoch angekündigt, sich von dem Verbot nicht abhalten zu lassen. Die ursprünglich geplante zentrale Kundgebung auf der Theresienwiese hatten die Veranstalter wegen der vielen Auflagen abgesagt.

Erstmeldung, Freitag (3. Juli): Stadt untersagt Motorrad-Demo

Wie in vielen anderen deutschen Großstädten auch war am Samstag, den 4. Juli, eine Demonstration gegen Fahrverbote für Motorräder geplant. Wie die dpa nun berichtet, entschied die Stadt München, ein Verbot der Motorrad-Demo zu erlassen.

Da die Demonstration einen Motorradkorso um 10.30 Uhr auf einer verkehrstechnisch äußerst relevanten Straße ankündigte, sah sich die Stadt hierzu verpflichtet. Wegen der Behinderungen des Verkehrs am Mittleren Ring und "angesichts der Vielzahl der damit verbundenen Gefährdungen" sei eine solche Aktion nicht vertretbar, hieß es seitens des Kreisverwaltungsreferates.

Es wird davon ausgegangen, dass sich dennoch einige der ursprünglich über 8000 angekündigten Teilnehmer am Vormittag auf den Mittleren Ring begeben werden. Deshalb rät die Behörde, den Bereich wenn möglich zu meiden.

In der Veranstaltungsbeschreibung des Initiators wurde bei der Demonstration neben dem Widerspruch zur Empfehlung des Bundesrates, Fahrverbote für Motorräder am Wochenende zu erlassen, ein weiterer Themenschwerpunkt genannt. Die Rede ist hier von "unsinnigen und lebensgefährlichen Verkehrsplanungen", welche angesprochen werden sollte, sowie vom Thema Unfallprävention.

mda/dpa

Quelle: rosenheim24.de

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