Anzeige wegen gefährlicher Körperverletzung!

Gewalt-Eklat: Wer ist auf wen losgegangen?

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München - In der Fußball-Regionalliga kam es am Samstag offenbar zu massiven Auseinandersetzungen zwischen Fans und Polizei. Jetzt hagelt es gegenseitige Schuldzuweisungen.

In der Regionalliga Bayern, in der mit dem TSV 1860 Rosenheim und dem TSV Buchbach auch zwei Klubs aus der Region Fußball spielen, geht es in der Regel eher beschaulich zu. Anders war dies offenbar am Samstag im Grünwalder Stadion in München: Nach der 1:2-Niederlage beim FC Bayern München II sind am Samstag Anhänger des FC Schweinfurt 05 vor Ort heftig mit Einsatzkräften der Polizei aneinander geraten, wie verschiedene Medien berichten. Sechs Beamte und vier Fans sollen dabei verletzt worden sein. Jetzt überhäufen sich die beiden Parteien gegenseitig mit Vorwürfen und Schuldzuweisungen.

Polizei mit Bierbechern beworfen und bespuckt?

Laut einem Bericht der Münchner Polizei mussten die Beamten bereits während des Spiels gegen drei Fans aus dem Gästeblock vorgehen, weil sie Absperrungen zu übersteigen versuchten. Nach dem Spiel sei die Lage dann eskaliert: Die Schweinfurter Fans sollten durch Polizeikräfte in Richtung Candidplatz zum dort abgestellten Reisebus bzw. zum U-Bahnhof begleitet werden. Eine etwa 70-köpfige Gruppe dieser Zuschauer soll jedoch versucht haben, die Polizeiabsperrung äußerst aggressiv zu durchbrechen, um in Richtung des Mannschaftsbusses des FC Bayern München zu gelangen, der in Höhe des Spielerausganges in der Volckmerstraße abgestellt war.

Dabei soll die zur Sicherung errichtete Polizeikette massiv bedrängt worden sein. Die dortigen Beamten wurden eigenen Angaben zufolge getreten und geschlagen. Die Einsatzkräfte setzten sich daraufhin mit dem Einsatzstock zur Wehr und drängten diese Gruppe in Richtung Innenraum des Stadions zurück. Im weiteren Verlauf sollen die Polizisten aus der Menge heraus bespuckt, mit brennenden Zigaretten und mit Bierbechern beworfen und weiterhin geschlagen und getreten worden sein.

Sohn in Polizeikette geschubst?

In dieser Situation soll es dann zu einem besonders schlimmen Vorfall gekommen sein: Eine Schweinfurterin soll ihren neunjährigen Sohn während der Einsatzstockmaßnahme in die Polizeikette geschubst haben. Der betroffene Beamte habe dabei gerade noch rechtzeitig seinen Einsatzstock wieder zurückziehen können. Nach Einschätzung der Beamten schubste die Frau das Kind in der Absicht, eine Verletzung zu provozieren. Mutter und Sohn wurden anschließend aus dem Gefahrenbereich gebracht. Die Frau wird wegen gefährlicher Körperverletzung angezeigt.

"Stehen als gewalttätige Deppen da"

Die Fans hingegen stellen die Lage ganz anders dar. Der Schweinfurter Fanbeauftragte Dominik Groß sagte dem Bayerischen Rundfunk, der Münchner Polizeibericht würde "komplett die Tatsachen verdrehen" und die Schweinfurter Fans "als gewalttätige Deppen" darstellen.

Groß schilderte die Situation gegenüber dem BR: Nach dem Spiel soll es demnach zunächst eine Blocksperre für die Fans der Gäste gegeben haben. Nach der Erlaubnis, das Stadion an der Grünwalder Straße zu verlassen, seien dann Beamte des Unterstützungskommandos der Polizei (USK) auf die abziehenden Schweinfurt-Fans losgegangen. Dies sei aus der Sicht von Groß völlig grundlos geschehen.Laut Informationen des BR wollen die Schweinfurter Fans nun Anzeige gegen das USK erstatten.

"Das erscheint mir vollkommen unvorstellbar!"

Auch die Schweinfurter Vorstandschaft hat sich inzwischen zu Wort gemeldet. „Ich habe die Vorfälle selbst nicht beobachtet. Aber ich kenne unseren Fanbeauftragten Dominik Groß und seine Familie seit langem. Er ist ja gerade deshalb bei uns Fanbeauftragter, weil er stets sehr besonnen und schlichtend auftritt. Dass seine Lebensgefährtin ihr eigenes Kind absichtlich einer Gefahr ausgesetzt hat, erscheint mir vollkommen unvorstellbar", sagte der Vereinsvorsitzende Markus Wolf dem Internetportal in-und-um-schweinfurt.de.

Polizeipräsidium München/BR/redro24/mw

Quelle: rosenheim24.de

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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