Die kranke Welt des OEZ-Amokläufers David S.

Manifest: Von "ausländischen Untermenschen" und "Kakerlaken"

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München - Am 22. Juli 2016 schoss David S. am Olympia-Einkaufszentrum um sich und tötete bei seinem schrecklichen Amoklauf dabei neun Menschen. Knapp ein Jahr später sind die Ermittlungen des Landeskriminalamtes hierzu bereits abgeschlossen.

Doch damit sind einige Politiker, vor allem die Grünen, nicht zufrieden. Es geht um ein "Manifest", das die Staatsregierung offenbar nur in Auszügen zur Veröffentlichung freigegeben hat. Sie kritisieren vor allem den Informationspolitik. Die Staatsregierung würde Informationen "nur scheibchenweise auf Nachfrage" herausrücken.

Wie die tz am Freitag berichtet, bestehe durch die ausführliche Analyse der Word-Dokumente, die auf dem Computer des Amokläufers gefunden worden waren, die Möglichkeit, die Motive von David S. genauer zu verstehen. Die Süddeutsche Zeitung schreibt, dass es sogar ein Dokument mit dem Namen "Mein Manifest.docx" gebe. Die ersten Sätze in dieser Datei lauten angeblich: "Die Rache an diejenigen, die mich auf dem Gewissen haben.

Möglicherweise war David S. auch rechtsradikal: Sein Stadtteil (Feldmoching-Hasenbergl) sei mit einem "Virus" infiziert und von "ausländischen Untermenschen" und "Kakerlaken" bevölkert, die er „exekutieren“ werde. Diese Worte schrieb David S. etwa ein Jahr vor seiner Tat, am 24. Juli 2015, berichtet die SZ weiter. Zudem soll er in einer Sitzung mit einem Psychotherapeuten "Sieg Heil" gerufen, den Hitler-Gruß gezeigt und eine Faszination für Anders Breivik gehegt haben. Der Rechtsradikale brachte 2011 auf der norwegischen Insel Utøya nahe Oslo 77 Menschen um.

Bilder: Amoklauf am Münchner OEZ

Kurz vor der Tat soll David S. dem Bericht zufolge noch eine weitere Datei mit dem Namen "Ich werde jetzt jeden deutschen Türken auslöschen egal wer.docx" auf seinem Rechner erstellt haben. "Das Mobbing wird sich heute auszahlen. Das Leid was mir zugefügt wurde, wird zurückgegeben", soll laut tz darin stehen. Diese Aussagen würden wiederum dafür sprechen, dass psychische Probleme den Mann zu der schrecklichen Tat trieben, die womöglich niemals restlos aufgeklärt wird...

mw

Quelle: rosenheim24.de

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