Prozess gegen Messerstecher von Grafing

Mutter sagt aus: "Ich denke, der ist tatsächlich verrückt geworden."

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Messerattacke am S-Bahnhof Grafing

München - Im Mai 2016 richtete ein 28-Jähriger ein Blutbad in Grafing an. Seine Mutter sagte nun vor dem Landgericht aus. Sie nimmt der Vorfall sehr mit.

Der Prozess gegen den Mann, der im Mai 2016 in Grafing einen Menschen tötete, geht weiter. Nun sagte seine Mutter vor dem Landgericht aus.

Immer wieder brach sie während ihrer Aussage in Tränen aus, vor allem an der Stelle, an der die Mutter erzählte, wie sie von ihrem Mann erfuhr, dass ihr Sohn in Grafing Bahnhof einen 56-Jährigen erstochen und drei weitere Menschen schwer verletzt hat, wie tz.de berichtet.

Zwei Monate war die 50-jährige Erzieherin nach dem Vorfall krankgeschrieben. Nachdem sie dann zwei Wochen wieder arbeiten war, musste sie erneut pausieren.

Der 28-jährige Angeklagte hatte schon lange schwere psychische Probleme, erinnert sich die Mutter. Er habe zwischen Depression und Manie hin und her geschwankt – mal niedergeschlagen, mal völlig überdreht.

Dann kamen die Verschwörungstheorien. Er fühlte sich von Islamisten verfolgt und fürchtete, getötet zu werden. Er habe dauernd davon gesprochen, ihr WhatsApp-Nachrichten mit den wirren Vorstellungen geschickt. "Er war damals schon nicht zurechnungsfähig."

Sie habe ihn nicht mehr wiedererkannt, er sei "wie ein Fremder" gewesen. "Im Nachhinein ist klar, dass das alles Vorzeichen waren", sagte die Mutter. Sie mache sich selbst Vorwürfe, überlege oft, was sie hätte anders machen können.

Als der Angeklagte wieder einmal durchdrehte, weil angeblich Leute hinter ihm her gewesen seien, habe sie die Polizei gerufen. Sie habe damals zu ihrem Mann, Pauls Stiefvater, gesagt: "Ich denke, der ist tatsächlich verrückt geworden."

Die Familie habe die Polizei gebeten, ihn mitzunehmen. Doch diese weigerte sich, weil er weder gewalttätig noch suizidal war. Deshalb brachte ihn die Familie selbst in die Psychiatrie in Gießen.

Dann nahm das Unheil seinen Lauf. Der Angeklagte soll auch durch Drogen- und Alkoholmissbrauch geschädigt sein. In seinem Wahn habe er Stimmen von Flüchtlingen gehört, die zum Heiligen Krieg aufriefen. Er habe befürchtet, dass sie ganz Deutschland ausrotten wollten.

Deshalb sei er aus der Klinik geflohen und habe auf die Azoren fliehen wollen, wo er als Kind eine schöne Zeit mit seinem Opa verbracht habe. Durch Zufall sei er in Grafing gelandet, wo er ein Blutbad anrichtete, um Allah "ein Menschenopfer" zu bringen. Der Prozess dauert an.

Quelle: rosenheim24.de

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