Fahrlässige Tötung vor Münchner Oper?

Todesfahrer aus Kolbermoor: Urteil gefallen

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München - Vor dem Amtsgericht in der Landeshauptstadt muss sich heute der Fahrzeuglenker aus Kolbermoor verantworten, der im April 2015 vor der Münchner Oper einen verhängnisvollen Crash auslöste:

UPDATE, 14.00 Uhr:

Der 25-jährige gebürtige Kolbermoorer ist vom Amtsgericht zu einer Freiheitsstrafe von einem Jahr und zehn Monaten verurteilt worden. Die Strafe ist auf Bewährung ausgesetzt. Außerdem muss er als Bewährungsauflage 400 Sozialstunden leisten und darf mindestens drei Jahre nicht Autofahren. Der Angeklagte hatte über seinen Anwalt die Schuld am Unfall eingeräumt und sein tiefes Bedauern geäußert.

Erstmeldung

Am Donnerstag ab 9 Uhr startet am Amtsgericht in München der Prozess gegen den 25-jährigen Studenten, der im April 2015 mit seinem Audi RS4 in der Münchner Innenstadt im Zuge eines epileptischen Anfalls zwei Menschen erfasst hatte. Die Staatsanwaltschaft in München wirft dem gebürtigen Kolbermoorer fahrlässige Tötung vor. Der Angeklagte hatte über seinen Anwalt die Schuld am Unfall eingeräumt und sein tiefes Bedauern geäußert.

Ein weiterer Anfall wenige Stunden zuvor

Bereits vor dem verheerenden Unfall am Nachmittag des 27.April soll der 25-Jährige bereits einen epileptischen Anfall erlitten haben. Er sei mit seinem Wagen mitten auf der Fahrbahn in der Marsstraße stehen geblieben und schließlich zur Behandlung ins Klinikum rechts der Isar transportiert worden. Nach der ambulanten Behandlung soll er bereits zu diesem Zeitpunkt darüber belehrt worden sein, dass er bis auf weiteres kein Fahrzeug mehr führen dürfe.

Diese ärztliche Anordnung soll der Student aber bereits wenige Stunden später schon missachtet haben. Gegen 15.30 Uhr befand sich der Angeklagte wieder auf der öffentlichen Straße, genauer gesagt auf dem Münchner Max-Josefs-Platz in südlicher Richtung.

Student verlor die Kontrolle über sein hochmotorisiertes Fahrzeug

Direkt vor der Oper kam es dann zur verheerenden Verkettung der Umstände: Der Fahrer des hochmotorisierten Audi RS4 erlitt erneut einen Anfall. Er beschleunigte seinen Wagen unkontrolliert aus dem Stand und prallte zunächst mit einem BMW X3 zusammen. Der Fahrer und der Beifahrer des SUV erlitten dabei Verletzungen im Oberkörperbereich und im Gesicht.

Die unkontrollierte Fahrt des Sportwagens war damit jedoch noch nicht beendet. Auf dem Gehweg vor der Oper angekommen, erfasste der Wagen zwei Fußgänger. Ein Mann wurde erfasst und gegen eine Wand geschleudert. Er erlitt dabei teils schwere Verletzungen am Kopf, im Oberkörperbereich und an den Beinen und musste mehrere Wochen stationär behandelt werden.

Eine andere Fußgängerin wurde vom Wagen des Studenten überrollt, sie verstarb kurze Zeit später an den Folgen des Unfalls.

Erst ein paar Meter weiter kam das Fahrzeug schließlich zum Stehen. Es entstand weitererSachschaden an geparkten Autos, Laternen, Schildern und der Fassade eines Gebäudes.

Prozessbeginn am Donnerstag am Münchner Amtsgericht

Weil sich der 25-jährige Lenker des Audis über die Anweisung des Arztes gestellt hatte, geht die Staatsanwaltschaft von einer vorsätzlichen Gefährdung des Straßenverkehrs aus. Außerdem wird dem gebürtigen Kolbermoorer fahrlässige Tötung und fahrlässige Körperverletzung vorgeworfen. Der Prozess beginnt am Donnerstag um 9 Uhr im Saal A22 am Amtsgericht München.

Schwerer Unfall vor Münchener Oper

Quelle: mangfall24.de

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