Nach Todesschüssen auf Münchner Baustelle

Polizei rätselt: "Motiv könnte für immer im Dunklen bleiben"

+
  • schließen

München - Auch gut drei Wochen nach dem tödlichen Drama auf einer Baustelle mitten in der Landeshauptstadt, bei dem zwei Männer durch Schüsse starben, tappt die Polizei bezüglich des Motivs weiterhin im Dunklen.

Jetzt soll die Tatwaffe die Ermittlungen voranbringen, wie die Münchner Abendzeitung nun berichtet. Das ist die größte Hoffnung der Polizei, die nun unbedingt klären will, woher die Waffe stammt. Bis dato gibt es hierzu aber noch keine gesicherten Informationen.

Auch die zahlreichen Befragungen von Zeugen, die gleich nach der Tragödie am Tatort begonnen hatten, hätten keine neuen Erkenntnisse für einen möglichen Tatanlass erbracht, sagte jetzt ein Sprecher der Münchner Polizei der Zeitung: "Das Motiv könnte für immer im Dunkeln bleiben." Es wird seitens der ermittelnden Beamten auch nicht ausgeschlossen, dass "nur ein kurzzeitiger Konflikt am Morgen der Tat" der Auslöser gewesen sein könnte. 

Bestätigt ist inzwischen indes, dass der Täter, ein Bauleiter bzw. Architekt, einen Abschiedsbrief hinterlassen hat. Dies wiederum widerspricht eher der Theorie der beschriebenen "Kurzschlussreaktion". Angeblich soll der 29-jährige Deutsch-Kroate kurz vor den tödlichen Schüssen von seiner bevorstehenden Kündigung erfahren haben. 

Großeinsatz nach Notruf

Am Vormittag des 21. Februar waren auf einer Baustelle in der Ohlmüllerstraße im Stadtteil Au die tödlichen Schüsse gefallen. Ein 29-jähriger Bauleiter aus Augsburg hatte zuerst einen 45-Jährigen aus dem Landkreis Görlitz erschossen und die Waffe anschließend gegen sich selbst gerichtet.

Großeinsatz der Polizei in München im Stadtteil Au

Nach einem ersten Notruf war damals ein Großeinsatz der Polizei samt Sondereinsatzkräften und einer Einsatzhundertschaft angelaufen. Bis zu 150 Beamte waren - zum Teil schwer bewaffnet - im Einsatz. Das Gebiet war großräumig abgeriegelt worden. Die Polizei hatte damals sogar von einer "lebensbedrohlichen Einsatzlage" gesprochen. Die Mordkommission hatte umfangreiche Ermittlungen eingeleitet, die angesichts der aktuellen Informationslage auch noch weiter andauern dürften.

mw

Quelle: rosenheim24.de

Zurück zur Übersicht: Bayern

Auch interessant

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser

MEHR AUS DEM RESSORT