Musikschule: Wahlen bringen wenig Veränderung

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Ein blumiges Dankeschön gab es für die beiden ausgeschiedenen, langjährigen Vorstandsmitglieder Lonika Herzog (links) und Dr. Annemarie Baumgärtner.

Rosenheim - Gerade einmal 21 stimm- und wahlberechtigte Mitglieder der Musikschule Rosenheim hatten sich im Künstlerhof eingefunden, um an den Vorstandswahlen teilzunehmen.

Tropische Schwüle und Biergartenwetter waren wohl Ursache, dass die Einladung zur Mitgliederversammlung der Musikschule Rosenheim trotz anstehender Neuwahlen und wichtiger Bekanntgaben relativ wenige Interessenten in den Künstlerhof lockte. Gerade einmal 21 stimm- und wahlberechtigte Mitglieder hatten sich eingefunden.

Die Musikschule ist ein eingetragener Verein, der mit seinen Zweigstellen in Stephanskirchen, Kiefersfelden, Schechen, Brannenburg und weiteren Außenstellen laut Satzung der Förderung und Durchführung der musikalischen Erziehung von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen sowie der Förderung des kulturellen Lebens dient. Dies wird insbesondere durch die Unterhaltung einer Schule verwirklicht, die Mitglied im Verband Bayerischer Sing- und Musikschulen ist. Derzeit unterrichten an der Rosenheimer Musikschule 50 Lehrkräfte rund 1250 Schüler in über 1500 Belegungen und Wochenstunden.

Dem vom Geschäftsführenden Vorsitzenden Peter Rutz vorgetragenen Bericht war zu entnehmen, dass das abgelaufene Haushaltsjahr zufriedenstellend abgeschlossen wurde. Vom seitens der Stadt zugesagten Zuschuss in Höhe von 50.000 Euro hätten nur 37.000 Euro in Anspruch genommen werden müssen. Für das laufende Geschäftsjahr prognostizierte Rutz eine ähnlich erfreuliche Aussicht, denn dann könnten die an die kommunalen Leistungen gekoppelten Staatszuschüsse erneut in Anspruch genommen werden.

Dennoch hätte im September 2010 eine Gebührenerhöhung um sechs Prozent - und für September 2011 ist eine weitere um vier Prozent vorgesehen - vorgenommen werden müssen, um möglichst kostendeckend zu unterrichten. Trotzdem arbeite die Musikschule Rosenheim im Landesvergleich effizient und wirtschaftlich. In Zukunft könne sich das aber ändern, denn für den stufenweisen Ausbau der Ensemble- und Orchesterarbeit sowie für die angestrebte Angleichung der Gehälter an den "Tarifvertrag Öffentlicher Dienst (TVÖD)" würden derzeit die erforderlichen Mittel nicht zur Verfügung stehen.

Auf die fachliche beziehungsweise musikalische Arbeit und deren beachtliche Erfolge ging Schulleiter Gottfried Hartl ein und bedankte sich nicht nur bei den Sponsoren. Neu ist, dass nunmehr mit Heidi Ilgenfritz eine zweite Schulleiterstelle besetzt wurde und dass seit einigen Wochen eine Elternversammlung besteht, die sich verstärkt um die Kommunikation zwischen Schule und Eltern bemühen wird. In einem knappen Rückblick ging Hartl abschließend auf die Höhepunkte des Jubiläums anlässlich des 50-jährigen Bestehens der Musikschule ein.

Die von der ausscheidenden Geschäftsführerin Lonika Herzog geleiteten Vorstandsneuwahlen erbrachten nur wenige Veränderungen und auch keine Überraschungen. Der bisherige Vorstand hatte "seine Hausaufgaben gemacht" und offensichtlich aus den Querelen der letzten Vorstandswahlen gelernt. Einstimmig wurden in geheimer Abstimmung Peter Rutz als Vorsitzender und Maria Noichl als Dritter Vorstand bestätigt. Neu gewählt als Zweiter Vorstand wurde Anton Heindl. Damit, so kommentierte schmunzelnd ein Versammlungsteilnehmer das Wahlergebnis, sei die "Grün-schwarz-rote-Koalition" perfekt. Bestätigt wurde Kulturreferent Robert Berberich als Vertreter der Stadt. In geheimer, verbundener Listenwahl wurden Christine Gleis, Sabine Hitzner, Christine Neumeier, Waltraut Siebeck, Herbert Wess und Elternvertreter Rudi Rein in den Vorstand gewählt.

Ein Dankeschön in "flüssiger" Form gab es für den ausgeschiedenen Kassier Peter Kofler sowie einen farbenprächtigen Blumenstrauß für die ebenfalls ausscheidenden Mitglieder Lonika Herzog und Dr. Annemarie Baumgärtner. Letztere, die nach 30-jähriger ehrenamtlicher Tätigkeit ausschied, legte dem neuen Vorstand nahe, er möge in nächster Zukunft einen Antrag an die Stadt formulieren, dass die Musikschule als städtische Musikschule von der Kommune übernommen werden möge.

je/Oberbayerisches Volksblatt

Quelle: rosenheim24.de

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