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"Etwas Gutes tun"

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Kleider machen Leute: Mit Aktionen wie dieser wollen die "Lifemakers" - hier ihre Sekretärin Esra Ilhan - die Begegnung mit anderen Religionen fördern.

Rosenheim - Das Verhältnis zwischen Christen und Muslimen ist teilweise geprägt von Misstrauen, Unkenntnis und Unsicherheit. Die „Lifemakers“ wollen dazu beitragen, dass sich dies ändert.

Etwa vier Millionen Muslime leben in Deutschland, viele davon schon seit Jahrzehnten. Knapp die Hälfte verfügt über die deutsche Staatsbürgerschaft. Das Verhältnis zwischen Christen und Muslimen ist teilweise geprägt von Misstrauen, Unkenntnis und Unsicherheit. Die "Lifemakers" wollen dazu beitragen, dass sich dies ändert. In dem Verein engagieren sich junge Muslime für ein besseres Miteinander.

Sechs junge Frauen sind der Motor des Vereins. Sie haben sich zusammengetan, weil sie helfen wollen, Mauern in der Gesellschaft einzureißen und Vorurteile abzubauen. "Oft begegnen wir Ängsten und Bedenken, wenn wir Muslime etwas auf die Beine stellen wollen", sagt Kopftuchträgerin Safiye Ilhan, welche die Gruppe vor einem Jahr ins Leben gerufen hat. Sie selbst fühlte sich nie ausgegrenzt, dafür sei sie immer schon zu aktiv gewesen, sagt die Frau mit den türkischen Wurzeln. Rosenheim ist ihre Heimat, hier will sie gemeinsam mit anderen etwas bewegen. Junge Leute, denen dies gleichfalls ein Anliegen ist, stehen den "Lifemakers" regelmäßig zur Seite, wenn sie etwas planen. Bisher sind das lauter Muslime - offen ist die Gruppe aber für alle. Für die Zukunft wünscht sich Dilek Demirdag, die Vorsitzende der Rosenheimer Gruppe, ausdrücklich, auch andere Interessenten zu gewinnen, vor allem junge Leute.

Gemeinsam zum Blutspenden

Die Frauen versuchen beispielsweise, Jugendlichen aus ihrem Kulturkreis Ausbildungsstellen zu vermitteln, sie organisieren und finanzieren auch einmal Kinobesuche. Auf diese Weise konnten sie junge Muslime dafür interessieren, sich gemeinsam den Film "Die Päpstin" anzuschauen und danach darüber zu diskutieren. Auch sind die Vereinsmitglieder schon zusammen zum Blutspenden gegangen.

"Oft reichen ganz bescheidene Mittel, um Menschen zu helfen und ihnen ein Lächeln auf das Gesicht zu zaubern", ist eines der Leitmotive der "Lifemakers". Ganz ohne Geld geht es aber nicht. Finanzielle Unterstützung bei den Veranstaltungen erhalten die Frauen vom Bund-Länder-Aktionsprogramm "Soziale Stadt".

Wie fühlt es sich an, nach islamischen Vorschriften gekleidet über den Ludwigsplatz zu gehen? Das war eine auffällige Aktion der Gruppe. Die Frauen stellten dafür Passanten Kleidungsstücke zur Verfügung, sie schminkten sie auch, damit der Teint dunkler wurde - und dann bewegten sich christliche Frauen im langen Mantel und mit Kopftuch über den Platz. "Kleider machen Leute" - das wurde ihnen dabei wieder einmal bewusst.

Teilnehmer des Selbstversuchs spürten Blicke auf sich, die sie sonst nicht spüren, intensivere Blicke, teils auch abweisende. So teilten sie die Erfahrung der Musliminnen, die diese häufig machen. Zum Nachdenken anregen und Vorurteile lockern - das war das Ziel der Aktion.

Dilek Demirdag opfert als Vorsitzende der Gruppe einen großen Teil ihrer Freizeit für die Organisation der Projekte. "Etwas Gutes zu tun", ist das, was die Abiturientin des Ignaz-Günther-Gymnasiums möchte.

"Bei uns kann jeder mitmachen"

Die ehrenamtlichen Helfer gibt es nicht nur in Rosenheim. Unter dem Namen "Lifemakers" engagieren sich Lokalgruppen in über 20 Städten Deutschlands auf dieselbe Weise. Als religiöse Gruppe verstehen sich die "Lifemakers" nicht, sagt Safiye Ilhan, auch wenn der Vorstand aus sechs Muslimen besteht: "Bei uns kann jeder mitmachen." Sie selbst trägt als Zeichen ihrer Religion das Kopftuch, Dilek Demirdag tut das nicht. Verbunden sind sie in dem Wunsch, etwas für die Gesellschaft zu tun, in der sie leben.

Robert Feiner (Oberbayerisches Volksblatt)

Quelle: rosenheim24.de

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