DNA überführt 27-jährigen Türken

Mutmaßlicher Vergewaltiger gefasst: Diese Details erschwerten die Arbeit der Ermittler

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Rosenheim/München - Fahndungserfolg für die Münchner Polizei: Ein 27-jähriger Türke, der als Asylbewerber nach Deutschland kam, soll im Dezember 2016 eine Joggerin im Englischen Garten vergewaltigt haben. So kam die Polizei dem Mann auf die Schliche:

Diese zwei Taten schockten Bayern: Erst wurde im November 2015 eine 29-Jährige in Rosenheim vergewaltigt, dann schlug der gleiche Täter knapp ein Jahr später im Englischen Garten zu. Die Polizei nahm nun einen 27-jährigen Türken als Tatverdächtigen fest. Zwar bestreitet der Festgenommene die Tat. Für die Ermittler aber ist der Fall klar - die DNA passt.

Drei unterschiedliche Identitäten

Mit diesen Plakat fahndete die Polizei nach dem brutalen Sex-Täter

Wie unser Partnerportal tz berichtet, erschwerte die Arbeit der Ermittler, dass der mutmaßliche Vergewaltiger offenbar mit drei unterschiedlichen Identitäten unterwegs war. So kam die Familie im Oktober 2015 mit einem Baby mit den großen Flüchtlingsströmen aus Österreich über Kiefersfelden nach Bayern. Bei seiner Einreise gab Familienvater Murad A. (27) an, Syrer zu sein. Das war jedoch eine Lüge. Der Asylbewerber gab dann an, türkischer Staatsbürger zu sein. Inzwischen bezeichnet er sich als Kurde, der in der Oststürkei politisch verfolgt worden sei.

Wie die Münchner Polizei am Dienstag in einer Pressekonferenz bekannt gab: Die Familie zog zunächst in eine Asylbeweberunterkunft in Rosenheim. In diese Zeit fiel die erste Vergewaltigung der Rosenheimer Spaziergängerin im November 2015. Nur wenige Tage später wurde der Familie eine Asylbewerberunterkunft im Münchner Osten zugewiesen. Die Adresse gab die Polizei mit Rücksicht auf die Frau und die beiden Kinder nicht bekannt. Murad A.’s Ehefrau brachte im Frühjahr 2016 in München ihr zweites Kind zur Welt. Der Bub ist jetzt drei Jahre, das Mädchen ein Jahr alt.

Die Pressekonferenz zum Nachhören:

So kam die Polizei dem Mann auf die Schliche

In der Zwischenzeit war es Murad A. gelungen, einen Job als Hilfsarbeiter in einer Firma in der Lerchenstraße in Feldmoching zu ergattern. Der Chef dort ist ebenfalls Türke und gab dem 27-Jährigen eine Chance. In die Lagerhalle dieser Firma stiegen am Morgen des 14. Dezember 2016 zwei Räuber ein und nahmen einem Mitarbeiter im Büro mit Gewalt 1300 Euro ab. Die Spurensicherung sicherte am Tatort verschiedenste DNA-Spuren - auch von den Mitarbeitern, so die tz. Vier Tage später, am 18. Dezember, wurde die Joggerin in St. Emmeram vergewaltigt

Beim Abgleich der DNA-Spuren aus dem Raubüberfall mit anderen ungeklärten Fällen dann der Treffer: Ende März verständigte die Rechtsmedizin die siebenköpfige Ermittlungsgruppe Emmeram bei der Münchner Mordkommission, dass es eine Übereinstimmung einer DNA-Spur aus dem Überfall mit der des unbekannten Vergewaltigers gibt! Alle Mitarbeiter der Firma hatten Mitte Februar freiwillig einem DNA-Abgleich zugestimmt. Auch Murad A., der sich völlig sicher zu fühlen schien. Am 31. März wurde er vor der Asylbewerberunterkunft in Laim verhaftet.

Opfer bleibt Gegenüberstellung erspart

Wie es den beiden Opfern heute geht, wollte Polizeisprecher Markus Kraus am Dienstag nicht beantworten. „Ich denke, es ist verständlich, wenn diese Dinge nicht öffentlich gemacht werden." Klar ist jedoch, die beiden Frauen müssen ihren Vergewaltiger bei einer Gegenüberstellung nicht ins Gesicht sehen. Die Beweislage ist so eindeutig, dass die beiden Frauen nicht weiter in die Ermittlungen mit einbezogen werden müssen, so ein Sprecher der Polizei.

Ob der Mann auch noch weitere Frauen brutal überfallen hat - wie zum Beispiel am 22. März in Taufkirchen, ist derzeit noch Gegenstand der Ermittlungen.

mh

Quelle: rosenheim24.de

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