Mutmaßlichem KZ-Aufseher droht Anklage

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Traunstein - Gegen einen Mann aus Traunstein könnte bald Anklage erhoben werden. Es laufen gegen ihn Ermittlungen mit dem Vorwurf der Beihilfe zum Mord.

Ein Mann aus Traunstein soll Aufseher im Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau gewesen sein. Dies bestätigte nun, laut Medienberichten, der Leiter der Zentralen Stelle zur Aufklärung von NS-Verbrechen in Ludwigsburg, Oberstaatsanwalt Kurt Schrimm.

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Der Mann sei um die 90 Jahre alt. Aufgrund eines Urteils des Bundesgerichtshof im Jahr 1969, waren bislang Ermittlungen gegen solche Helfer im NS-Vernichtungssystem nicht möglich. Nun aber hat sich die Rechtslage verändert und gegen insgesamt 30 ehemalige mutmaßliche KZ-Aufseher könnte Anklage erhoben werden.

Schrimm beruft sich auf das Urteil gegen John Demjanjuk, der Wachmann im Lager Sobibor war und 2011 wegen Beihilfe zum Mord in 20.000 Fällen zu fünf Jahren Haft verurteilt wurde. Das Landgericht München bezeichnete ihn damals als „Teil der Vernichtungsmaschinerie“.

Laut welt.de beruhen alle Vorermittlungsverfahren auf dem Vorwurf der Beihilfe zum Mord. Individuell zuzuordnen sind einzelne Straftaten den Beschuldigten offenbar nicht. Die Akten würden in Kürze an die jeweils zuständigen Staatsanwaltschaften abgegeben.

Ob dies aber auch geschieht, ist noch offen und hängt auch vom Gesundheitszustand der Senioren ab. Fraglich ist auch, ob das Belastungsmaterial für eine Anklage aller 30 Personen ausreicht.

Quelle: chiemgau24.de

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