Prozess am Oberlandesgericht München

Bein und Penis amputiert: Fehldiagnose?

Rosenheim/München - Einem Rosenheimer wurden nach einer Krankheit Unterschenkel und Geschlechtsteil entfernt. Nun verklagt er seinen Arzt, weil dieser ihn falsch behandelt hätte.

Das Martyrium begann für den 34-Jährigen im April 2009. Der Rosenheimer bekommt Schmerzen am ganzen Körper, sucht seinen Hausarzt auf, der ihm zunächst Tabletten verschreibt. Die Schmerzen hören jedoch nicht auf, im Gegenteil: Das Geschlechtsteil des Mannes schwillt an, verfärbt sich dunkel. Er wird an einen Urologen überwiesen, der ihm Antibiotika verschreibt. Ein Fehler, meint der Anwalt des 34-Jährigen, der seinen Mandanten in der Schmerzensgeldklage vor dem Münchener Oberlandesgericht vertritt. Nach seiner Ansicht wurde in diesem Fall versäumt, einen Bluttest zu machen. Denn die Blutvergiftung, die sich im Körper des 34-Jährigen ausbreitete, wurde so erst viel später entdeckt - nämlich als der Mann nach einer weiteren Fehldiagnose ins Krankenhaus eingeliefert wurde.

Dort war es aber schon zu spät: Der 34-Jährige fiel ins Koma. Als er aufwacht, sind sein linker Unterschenkel und sein Penis amputiert. Neun Monate verbrachte der Mann in der Klinik. Insgesamt musste er 14 Mal operiert werden. Er ist seitdem zeugungsunfähig. Die Beziehung zu seiner Freundin ging in die Brüche. Immer wieder beginnt der Mann im Gerichtssaal zu weinen.

776.000 Euro Schmerzensgeld will er nun von dem Urologen haben, den er für seine Lage verantwortlich macht. Ein herangezogener Gutachter konnte beim Arzt jedoch keinerlei Fehlverhalten feststellen. Der Anwalt des 34-Jährigen forderte mittlerweile ein zweites Gutachten ein. Das Urteil wird am Oberlandesgericht für Ende Juli erwartet.

rr/redro24

Quelle: rosenheim24.de

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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