Nach Diskussion im Rosenheimer Stadtrat

Stadtjugendring wehrt sich gegen linksextreme Vorwürfe

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Rosenheim - Die Polizei will von zwei Personen wissen, die in der Jugendarbeit tätig und Teil der Szene sind. Das veranlasst den Stadtjugendring zur Stellungnahme.

Nach einer heftigen Diskussion im Rosenheimer Stadtrat gerät der Stadtjugendring in Verdacht, dem Linksextremismus nahe zu stehen.

In der Sitzung am vergangenen Mittwoch erklärte Walter Buggisch, der Leiter der Rosenheimer Polizeiinspektion, dass die Polizei von zwei Personen wisse, die in Rosenheim beruflich in der Jugendarbeit tätig sind und Teil der Szene seien.

Fest stehe auch, dass mindestens eine Person aus Rosenheim sich in Hamburg an Gewalt beim G20-Gipfel beteiligt habe und festgenommen wurde, sagte Walter Buggisch.

Folglich sei verstärkte Prävention notwendig. Außerdem leite die Polizei ihre Erkenntnisse an die Stadtverwaltung weiter. Öffentlich würden keine Namen genannt.

Die Vorwürfe stehen jedoch. Und die Verwaltung würde Konsequenzen ziehen, wenn sich diese bestätigen, erklärte Oberbürgermeisterin Gabriele Bauer in der Sitzung. Dazu müssten die Vorwürfe jedoch von einem Gericht als wahr bestätigt sein. Bis dahin werde man das weiter beobachten, aber nicht handeln.

Dennoch sieht sich der Stadtjugendring aufgrund der Vorwürfe zu einer Stellungnahme gezwungen.

Anbei die Stellungnahme des Stadtjugendrings im Wortlaut:

Aufgrund der aktuellen Diskussionen über eine mögliche Nähe der städtischen Jugendarbeit zum Linksextremismus in Rosenheim erachten wir es als notwendig, dazu Stellung zu nehmen.

Stadt- und Kreisjugendringe wurden nach dem Zweiten Weltkrieg als Zusammenschluss demokratischer Jugendverbände gegründet, um durch Jugendarbeit, die sich an Werten wie Demokratie, Toleranz, Respekt und einem gewaltfreien Miteinander orientiert, dem Nährboden für Gewalt und Extremismus vorzubeugen.

Der Stadtjugendring Rosenheim (SJR) fühlt sich diesem Auftrag in all seinen Tätigkeitsfeldern von der verbandlichen Jugendarbeit bis hin zur offenen Jugendarbeit in den Kinder- und Jugendtreffs jederzeit verpflichtet. Parteipolitische Einflussnahmen haben ebenso wenig wie Strafrechtsverstöße und Gewalt Platz in unseren Reihen. Gegenteiliges Verhalten wird in den Strukturen des SJR nicht geduldet.

Ein Rechtsstaat gebietet allerdings, niemanden auf Grundlage von Gerüchten oder Anschuldigungen einer Vorverurteilung zu unterziehen. Alles andere wäre mit den eben genannten demokratischen Grundwerten nicht vereinbar.

Sowohl unsere ehrenamtlichen Jugendleiter als auch unsere hauptamtlichen Mitarbeiter leisten eine hervorragende Arbeit für ein gesundes Miteinander in unserer Gesellschaft. Stellvertretend dafür erhält der SJR sowohl von Eltern, Jugendverbänden, aber auch Kooperationspartnern wie der Stadt Rosenheim viel Zuspruch.

Jeder Vorwurf, der diese Arbeit ohne belastbare, konkrete Fakten ins Negative zieht, stellt die gesamte Jugendarbeit unter Generalverdacht, wogegen wir uns mit aller Entschiedenheit verwehren. Wir weisen daher sämtliche Gerüchte, wonach die städtische Jugendarbeit eine Nähe zum Extremismus habe mit Nachdruck zurück.

Unterzeichnet von der gesamten Vorstandschaft des Stadtjugendring Rosenheim

Quelle: rosenheim24.de

Rubriklistenbild: © picture alliance/dpa

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