Keine Aussage vor Gericht

Schießerei in Regionalbahn: Angeklagter schweigt

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Der Angeklagte lag im Koma.

Kempten - Nach einer wilden Schießerei in einem Regionalexpress steht seit Donnerstag ein 45-Jähriger wegen versuchten Mordes an drei Polizisten vor Gericht.

Ein wegen dreifachen versuchten Polizistenmordes angeklagter 45-Jähriger hat zu Beginn des Prozesses zu den Vorwürfen geschwiegen. Der Mann steht seit Donnerstag wegen einer wilden Schießerei im Regionalexpress München-Oberstdorf vor dem Landgericht Kempten. Als der Zug am 21. März 2014 durch das Allgäu fuhr, eskalierte eine Routinekontrolle einer Streife der Bundespolizei.

Während die beiden Beamten den 45-Jährigen und dessen 20 Jahre alten Begleiter kontrollierten, gingen die beiden Passagiere laut Anklage auf die Polizisten los und nahmen einem die Pistole ab. Es kam zu einem dramatischen Schusswechsel, an dem zum Schluss auch ein zufällig im Zug anwesender Polizist des Bayerischen Landeskriminalamtes (LKA) beteiligt war.

Schließlich sprang der 20-Jährige bei voller Fahrt aus dem Zug, geriet unter die Räder und wurde tödlich verletzt. Der 45-Jährige sprang ebenfalls und überlebte mit schwersten Verletzungen. Auch die beiden Bundespolizisten wurden verletzt, einer wurde von mehreren Kugeln getroffen. Seine kugelsichere Weste rettete ihm möglicherweise das Leben, an den Folgen eines Beinschusses leidet der Beamte bis heute.

Neben dreifachen versuchten Mord wird dem 45-Jährigen auch eine ganze Reihe weiterer Delikte vorgeworfen. Der Verteidiger des Mannes sagte zu Beginn des Verfahrens, dass sein Mandant zu den Vorfällen in der Regionalbahn nichts sagen werde. Auch im Ermittlungsverfahren hatte er geschwiegen. Der 45-Jährige machte nur wortkarg Angaben zu seiner Familiensituation und seinem regelmäßigen Drogenkonsum. So wurde der Schlosser vom Vorsitzenden Richter ermahnt: „Lassen Sie sich nicht alles aus der Nase ziehen.“

In dem mit etwa 300 Fahrgästen besetzten Zug wollten die Bundespolizisten den zur Fahndung ausgeschriebenen 20-Jährigen aus dem Landkreis Fürstenfeldbruck verhaften. Als die Beamten dem Mann die Festnahme erklärten, zückte dieser laut Anklage ein Gaspistole. Sein Begleiter, der 45-Jährige Augsburger, habe zudem einen Beamten in das Abteil gestoßen.

Dann sei der andere Beamte bewusstlos geschlagen worden, der Angeklagte habe dadurch dessen Dienstwaffe stehen können. Mit der scharfen Pistole soll der 45-Jährige auf alle drei Polizisten gefeuert haben, die Beamten schossen mindestens 13 Mal zurück.

In der Bahn kam es zwischen den Polizisten und den beiden Verdächtigen zu regelrechten Verfolgungsjagden. Die Beamten bemühten sich dabei, die Passagiere so gut es geht zu schützen. Dennoch brach Panik aus, ein Fahrgast zog die Notbremse, einige Mitreisende rannten in den nahen Wald. „Das ging wahnsinnig schnell“, schilderte der 37 Jahre alte LKA-Beamte das Geschehen in dem Zug. Der Prozess ist auf fünf Verhandlungstage angesetzt, ein Urteil ist für den 16. März geplant.

dpa

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