Rettungszentrum des BRK bei Brand zerstört

Missverständnis löst erneut Großalarm in Bad Wiessee aus

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    Julia Grünhofer
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Bad Wiessee - Nach der Explosion in Bad Wiessee am Montag wurde am Mittwoch erneut Alarm ausgelöst. Man befürchtete, dass mehrere Sauerstoffflaschen explodieren könnten. Ein Missverständnis am Telefon führte zu diesem erneuten Großalarm.

Update, 13.15 Uhr: Sauerstoff-Flaschen bei Abbrucharbeiten entdeckt

Auch an Tag zwei nach der Brandkatastrophe des Rettungszentrums in Bad Wiessee bleibt die Lage angespannt. Wie unser Partnerportal tz.de berichtet, sollte am Mittwochmorgen eigentlich eine beauftragte Spezialfirma mit den Abbrucharbeiten beginnen. Mitarbeiter dieser Firma entdeckten in den Autowracks Gas- oder Sauerstoffflaschen. 

Hersteller verstand 200 Grad statt Bar

Bei einem Telefonat mit dem Hersteller der Sauerstoff-Flaschen kam es dann zu einem folgenschweren Missverständnis. Laut Informationen der tz wurde beim Hersteller angefragt, ob die 200 Bar, die sich noch in jeder Flasche befänden, gefährlich seien. Der Mitarbeiter der Firma am Telefon verstand jedoch, dass die Flaschen noch 200 Grad hätten. Daraufhin soll er durchgegeben haben, dass das sehr gefährlich sei und die Flaschen explodieren könnten - es wurde erneut Großalarm ausgelöst.

Spezialisten des BLKA gaben Entwarnung

Das Gelände wurde großräumig abgesperrt, 60 Mann der Feuerwehren Kreuth, Rottach-Egern und Bad Wiessee waren im Einsatz. Die Technische Sondergruppe (TSG) des Bayerischen Landeskriminalamts hat die aufgefundenen Sauerstoffflaschen begutachtet und Entwarnung gegeben, so Jürgen Thalmeier, Pressesprecher des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd. Die Flaschen könnten ohne Gefährdung der Bevölkerung auf einen Lastwagen verladen und zu einer nahegelegenen Kiesgrube transportiert und dort unter Aufsicht entleert werden. Wie die tz berichtet, waren rund 10.000 Liter in dem BRK-Rettungszentrum gelagert. Die Explosion wäre also noch einmal verheerend geworden.

Schwerstverletzter aus Koma erwacht

Außerdem meldet die tz, dass inzwischen beide Schwerverletzen wach und ansprechbar wären. Bis gestern lag einer von beiden noch im künstlichen Koma. Er musste mit schwersten Verbrennungen an den Händen operiert werden.

Um die Bereitschaft des BRK möglichst schnell wieder aufzubauen wurde ein Spendenkonto eingerichtet: IBAN: DE78711525700000024190; BIC: BYLADEM1MIB; Kreissparkasse Miesbach-Tegernsee

Meldung, Mittwoch 10.20 Uhr: Absperrung für Bergung von Gefahrgut

Am Montagnachmittag ging gegen 13.50 Uhr die Meldung über eine Art Explosion oder Verpuffung mit anschließendem Brand in Bad Wiessee bei der Polizei ein.

In dem Gebäude im Hügelweg, in dem Rettungsdienst, Wasserwacht und Feuerwehr ansässig sind, wurden zwei Mitglieder der Wasserwacht schwerverletzt. Die beiden 34- und 42-jährigen Wiesseer wurden mit schwersten Brandverletzungen in eine Spezialklinik nach Bogenhausen gebracht. Nach Angaben der Ärzte befinden Sie sich aber außer Lebensgefahr und sind ansprechbar.

LKA muss Sauerstoff-Flaschen gesondert bergen

Aktuelle Verkehrsmeldungen

Nachdem bis Montagabend auch die letzten Glutnester ausfindig gemacht wurden, hat die Kripo die Ermittlungen übernommen. Am Mittwoch hat Stefan Sonntag, Pressesprecher des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd nun mitgeteilt, dass Spezialisten des Bayerischen Landeskriminalamtes am Vormittag noch gefährliche Stoffe (vor allem Sauerstofflaschen) aus dem betroffenen Gebäude bergen werden. Darum muss im Umfeld des Gefahrenbereiches im Laufe des Mittwochvormittags eine Absperrung eingerichtet werden. Es könne laut Sonntag auch zu Verkehrsbehinderungen kommen.

Ermittlungen zur Brandursache dauern an

Der Wiesseer Polizeichef Wilhelm Sigel sagte am Montag der tz, dass nach seinen Informationen etwas bei Schweißarbeiten an einem Wasserwacht-Boot schiefgelaufen sei. Zu dieser möglichen Brandursache konnte Andreas Guske, Pressesprecher des Polizeipräsidium Oberbayern Süd, am Dienstag jedoch noch nichts sagen. "Die Ermittlungen laufen und müssen erst abgeschlossen werden, ehe eine konkrete Ursache genannt werden kann".

Schaden in Millionenhöhe

Nach ersten vorsichtigen Schätzungen ist von einer Sachschadenshöhe im siebenstelligen Bereich auszugehen. Örtliche BRK-Mitarbeiter schätzen ihn laut tz sogar auf 2,5 Millionen Euro. Diese Einschätzung ergibt sich aus dem Gebäudeschaden sowie aus dem Schaden der zahlreichen teils hochwertigen Fahrzeuge, Gerätschaften und Maschinen. Demnach wurden sieben Fahrzeuge und das Boot der Wasserwacht zerstört. Obwohl das BRK-Rettungszentrum in Bad Wiessee zerstört ist, sei die Versorgung im Notfall laut Aussage von Andreas Guske auch weiterhin gewährleistet.

Fotos von der Explosion im BRK-Rettungszentrum

Großbrand nach Explosion in Bad Wiesseer Feuerwehrhaus 

Bad Wiessee: Großbrand nach Explosion in Feuerwehrhaus 

Quelle: rosenheim24.de

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