„Konzertsaal Innenstadt“

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Im Espana spielte das Gipsy Duo Barretta.

Rosenheim - Zu einem großen Konzertsaal verwandelte sich die Rosenheimer Innenstadt am Samstagabend. Bei der "Nacht der Blauen Wunder" fanden zehn Konzerte in zehn verschiedenen Lokalen statt.

Hunderte von Musikfans aus Stadt und Landkreis machten beim "Kneipenfestival" mit und bescherten damit nicht nur sich selbst, sondern auch vielen der teilnehmenden Wirte einen unvergesslichen Abend.

In anderen Städten wie Wasserburg oder Bad Tölz ist die "Nacht der Blauen Wunder" schon seit Jahren fest im kulturellen Terminkalender verankert. In Landshut zieht das "Kneipenfestival" mittlerweile Tausende an. Heuer machen dort in wenigen Wochen bereits 27 Lokale und damit auch 27 Bands mit.

In Rosenheim wurde diese Veranstaltung 2010 erstmals durchgeführt. "Wir sehen in dieser Stadt ein großes Potential", meinte dazu Juliane Sturm von der "Sinnflut Kultur GmbH", dem Veranstalter. Unterstützt wurde die "Nacht der Blauen Wunder" vom City Management. Gedacht ist sie für alle Musikliebhaber und Nachtschwärmer. "Durch diese Veranstaltung kommt man auch in Lokale, die man sonst nicht besucht", erklärte Sturm.

Der Konzertreigen startete um 20.30 Uhr, offizielles Ende war um 0.30 Uhr. Wer also alle zehn Konzerte miterleben wollte, dem blieben dafür gerade einmal vier Stunden Zeit. "Da muss man sich schon sputen, um wirklich überall dabei zu sein. Aber dieser Zeitdruck macht auch Spaß. Langweilig wird es so bestimmt nicht", meinte eine 36-jährige Kolbermoorerin.

Die meisten Gäste hatten aber schon im Vorfeld eine Auswahl getroffen und beschränkten sich auf drei bis vier Konzerte. "Ich war schon öfters in Wasserburg und Bad Tölz dabei. Am Anfang wollte ich auch immer alles sehen, aber das funktioniert eigentlich gar nicht. Nun gehe ich nur noch zu den Bands, die mich wirklich interessieren", erklärte ein anderer Besucher.

Für jeden Musikgeschmack war etwas dabei. Die Bandbreite reichte von Jazz über Salsa, Reggae und Blues bis zu Rock und Pop. Nicht überall war der Andrang gleich groß. Je später die Stunde, desto besser füllten sich aber alle teilnehmenden Lokalitäten.

Viele der Bands überzeugten nicht nur durch ihr musikalisches Können. Einige bewiesen auch echtes Showtalent, wie die "Rockagillys", die im Ballhaus auftraten und zu später Stunde sogar ihr Klavier in "Brand" setzten.

Jedes Konzert dauerte rund 30 Minuten. Danach folgten 30 Minuten Pause, um den Besuchern Gelegenheit zu geben, die Lokale zu wechseln.

Auch vielen teilnehmenden Wirten gefiel diese Lösung. So ein Gästewechsel ist nun mal auch immer mit neuen Bestellungen verbunden. "Das kurbelt den Umsatz schon deutlich an", berichtete eine der Bedienungen.

Wer nicht zu Fuß von Lokal zu Lokal gehen wollte, für den gab es einen Partybus mit integrierter Bar und Musik vom Band. Der umgerüstete, alte amerikanische Schulbus zog viele Blicke auf sich und zwängte sich selbst durch engste Gassen. Nicht wenige Besucher verweilten in ihm auch mal etwas länger, um auf diesem Wege eine nächtliche Besichtigungstour durch die Rosenheimer Innenstadt zu genießen.

Die Veranstalter zeigten sich mit dem Erfolg des "Kneipenfestivals" zufrieden und wollen die "Nacht der Blauen Wunder" in Zukunft auch in Rosenheim regelmäßig durchführen.

wu/Oberbayerisches Volksblatt

Quelle: rosenheim24.de

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