Nahversorgung: Unmut in Westerndorf St. Peter

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Rosenheim - Der Weg für ein Nahversorgungszentrum im Norden Rosenheims ist frei. Die Bewohner von Westerndorf-St. Peter bleiben skeptisch, wie ein Leserbrief zeigt:

Der Leserbrief:

Die Entscheidung des Rosenheimer Stadtrats, dem Bau eines „Nahversorgungszentrums“ zuzustimmen, wird in Westerndorf St. Peter von den betroffenen Menschen nicht nur mit Skepsis, sondern mit deutlichem Unmut und großer Sorge gesehen, wie sie Stadtrat Georg Soyer auch immer wieder zum Ausdruck gebracht hat.

Die Verkehrssituation im Norden Rosenheims ist ohnehin nicht mehr erträglich und wird durch solche Bauvorhaben zusätzlich verschärft. Geradezu zynisch ist die Bemerkung einiger „Experten“, die Einmündung der Schlößlstraße in die Westerndorfer Straße (B 15) sei zwar in der Morgenspitze überlastet, der Bau des „Nahversorgungszentrums“ habe darauf aber keinen Einfluss. An solchen Feststellungen wird deutlich, dass hier nicht das Wohl der Betroffenen im Vordergrund steht. Wir Rosenheimer Bürger, die wir in Westerndorf St. Peter wohnen und in der Verkehrplanung der Stadt seit Jahren vergessen wurden, müssen täglich den Lärm und Gestank von über 26.000 Fahrzeugen auf der Westerndorfer Straße und über 12.000 Fahrzeugen auf der Schlößlstraße von und nach Großkarolinenfeld ertragen.

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Die Anwohner der Schlößlstraße haben darüber hinaus ohnehin Schlimmes zu befürchten, da im kommenden Jahr die Erweitern der Bahnunterführung am Münchner Gleis ansteht und in der Folge dann auch noch der Schwerlastverkehr durch die Schlößlstraße fahren kann. Dies würde eine Sanierung und Erweiterung der Schlößlstraße erfordern, da diese im Augenblick für den Schwerlastverkehr nicht geeignet ist, so dass die lärmgeplagten Anwohner unter Umständen auch noch zur Kasse gebeten werden. Zynismus pur!

Während man in der Westerndorfer Straße wenigstens noch auf den Bau der Westtagente hoffen kann, weiß man jetzt schon, dass die Anwohner der Schlößlstraße zusätzliche Belastungen von etwa 1000 Fahrzeugen pro Tag ertragen werden müssen. Und nun auch noch der Bau eines „Nahversorgungszentrums“!

Die Problematik der Schlößlstraße ist dem städtischen Baudezernat durchaus bekannt. Nicht umsonst wird hier schon lange über Entlastungsmöglichkeiten nachgedacht. Die Idee einer Verbindungsstraße vom neuen Gewerbegebiet an der Westerndorfer Straße durch unbebautes Gebiet in Egarten, hat verständlicherweise sofort heftigen Widerstand in Egarten erregt, obwohl es in diesem Bereich möglich wäre, Lärmschutzmaßnahmen durchzuführen, die in der Schlößlstraße nicht denkbar sind, wurde diese vernünftige Idee schnell wieder aufgegeben. In Rosenheim wird die Verkehrspolitik anscheinend zugunsten derer entschieden, die möglichst schnell Widerstand leisten und mit Bürgerprotesten drohen, anstatt eine gemeinsame Lösung anzustreben. Fast hat es den Anschein, dass man die Bewohner Egartens und die Anwohner der Schlößlstraße gegeneinander ausspielen will. Die Vernunft wird dabei außer Acht gelassen. Verlierer sind jedoch vor allem die Anwohner der Schlößlstraße, und hier insbesondere die Kinder, die die augenblickliche Verkehrssituation erheblich gefährdet. Die Mütter und Väter, die täglich an der Einmündung der Schlößlstraße in die Westerndorfer Straße als Schülerlotsen helfen, können sicherlich davon ein Liedchen singen.

Am 21. September 2011 findet im Gasthaus Höhensteiger eine Bürgerversammlung statt. Ich hoffe, dass hier die Sorgen und Nöte der Anwohner der Schlößlstraße nicht unter den Teppich gekehrt werden.

Werner und Claudia Kassler, Westerndorf-St. Peter

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Quelle: rosenheim24.de

Rubriklistenbild: © Schellmoser/dpa

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