"Natur ist ein guter Lehrmeister"

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Farbenfrohes Bekenntnis zu Glaube und Heimat: Der Festgottesdienst auf dem Max-Josefs-Platz.

Rosenheim - Mit einem feierlichen Festgottesdienst und farbenprächtigem Festzug zur Wiesn wurde beim Erntedankfest gelebtes Brauchtum in seiner schönsten Form gezeigt.

Viele Vereine, Musikkapellen und Gläubige schlossen sich am Vormittag dem Kirchenzug durch die Rosenheimer Innenstadt an. Auf dem Max-Josefs-Platz wurde dann der traditionelle Erntedank-Gottesdienst gefeiert. Das Ehrenehepaar 2011, Agnes und Sepp Riedl aus Bad Feilnbach, brachten stellvertretend für alle Gläubigen Trauben und Brot zum Altar am Nepomukbrunnen. Nach dem ökumenischen Gottesdienst zogen die vielen Teilnehmer auf die Herbstfest-Wiesn zum fröhlichen Ausklang. Tausende versammelten sich für dieses Ereignis auf dem Max-Josefs-Platz und entlang der Straßen zum Herbstfest.

Erntedankfest mit Wettersegen

Tausende versammelten sich für dieses Ereignis auf dem Max-Josefs-Platz und entlang der Straßen zum Herbstfest.

Bewundernde Blicke gab es auch von den Kleinsten.

Das Wetter spielte auch beim dritten Festzug dieser Jubiläums-Wiesn zum 150-jährigen Bestehen gut mit. Zwar zeigten sich beim Kirchenzug noch einige dunkle Wolken am Himmel. Bis auf ganz wenige Regentropfen blieb es aber trocken und die vorsorglich mitgebrachten Schutzhüllen für die vielen wertvollen Fahnen mussten nicht zum Einsatz kommen. Pünktlich zu Beginn des Festgottesdienstes auf dem Max-Josefs-Platz zeigte sich dann sogar die Sonne.

Zelebriert wurde die heilige Messe von Stadtpfarrer Andreas Maria Zach, seinen katholischen Kollegen Pfarrer Sebastian Heindl und Pfarrer Josef Riedl sowie dem evangelischen Pfarrer Dr. Bernd Rother. Für die musikalische Gestaltung waren der "Hamberger Viergsang" und der Harfenspieler Moritz Demer zuständig.

Erntedankfest Teil 2

Ein beliebtes Fotomotiv: die Erntekrone.

Pfarrer Rother sprach zur Eröffnung des Festgottesdienstes von einem "Erntedankfest in einer unruhigen Zeit". Er ging dabei besonders auf die Situation der Bauern ein: "Sie mussten in diesem Jahr gegen eine unstete Witterung kämpfen." Die Welt verändere sich immer stärker. Gerade in einer solchen Zeit sei es wichtig, sich darauf zu besinnen, was man selber bewegen kann, um Gutes zu tun.

Erntedankfest: Erste Bilder

Pfarrer Zach nahm in seiner Predigt die JubiläumsWiesn genauer in Augenschein. "Derzeit bin ich öfter auf dem Herbstfest als in der Kirche", gestand der Kirchenmann. Er wolle da sein, wo die Menschen leben. In einer gelösten Atmosphäre würden oftmals "Dinge ins Rutschen kommen, die sonst in Höflichkeit erstarren". Bei Gesprächen in den Festzelten höre er darum auch immer wieder Geständnisse aus tiefster Seele: "Nicht nur im Wein, sondern auch in Hopfen und Malz liegt Wahrheit."

Erntedankfest: Bilder, Teil 2

Zach forderte die Gläubigen dazu auf, ihr Leben wieder mehr mit der Natur zu führen. Sie sei in vielen Dingen ein guter Lehrmeister: "Die Natur weiß zwar nicht, was Gott und Schöpfung ist, aber sie spürt es."

Die Opfergaben, Trauben und Brot, wurden von dem Ehrenehepaar 2011, Agnes und Sepp Riedl aus Bad Feilnbach stellvertretend für alle Gläubigen zum festlich geschmückten Altar am Nepomukbrunnen gebracht.

Zum Abschluss des Festgottesdienstes wurde die Bayernhymne gesungen. Danach setzte sich der Festzug zur Loretowiese in Bewegung. Die Beteiligung daran war wieder groß. Weit über 1000 Teilnehmer wurden gezählt. Unter den Ehrengästen befanden sich neben Rosenheims Oberbürgermeisterin Gabriele Bauer und Landrat Josef Neiderhell viele andere prominente Vertreter aus Politik und Wirtschaft. Mit dabei war auch Elzbiete Sobotka, Generalkonsulin der Republik Polen. Sie führte stolz vor, wie schön die Tracht ihrer Heimat ist.

Erntedankfest: Bilder, Teil 3

Die Erntekronen des "Grünen Kreis" und der Landjugend Prutting waren bei den Schaulustigen ein ebenso beliebtes Fotomotiv wie das schwere "Erler Kreuz", das von kräftigen Männern an ihnen vorbeigetragen wurde.

Sie tragen den Pflug...

Nicht einfach hatten es die achtjährige Lisa und der ebenfalls achtjährige Markus von der Landjugend Pang. Sie knieten auf einem mit Blumen geschmückten Pferdewagen vor einem Feldkreuz. Das gab ein sehr anmutiges und andächtiges Bild ab. Doch die beiden Kinder waren schon froh, als sie endlich die Endstation beim Herbstfest erreichten. "Jetzt tun mir die Knie schon etwas weh", stellte Markus beim Aussteigen aus dem Wagen fest. Auch viele andere Kinder machten ganz selbstverständlich beim Erntedankfest mit. Sie brachten sich als Fahnenträger oder Blumenkinder voller Stolz in das Geschehen ein.

Erntedanfest Teil 3

Der Festzug Nummer drei der Jubiläums-Wiesn endete kurz vor Mittag vor den Toren des Rosenheimer Herbstfestes. Dort begann dann für viele Beteiligte und Schaulustige bei einer süffigen Mass Bier und einer deftigen Brotzeit der fröhliche Ausklang des Erntedankfestes.

Karin Wunsam (Oberbayerisches Volksblatt)

Quelle: Herbstfest Rosenheim

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