Neubauten am Waldrand

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Ein landwirtschaftlicher Betrieb an der Großholzstraße (im roten Kreis) zwischen Fürstätt und Kolbermoor soll um eine Pferdezucht mit Pensionstierhaltung erweitert werden.

Rosenheim – Viel Publikumsinteresse fand die Sitzung des Stadtentwicklungs- und Baugnehmigungsausschusses. Das lag unter anderem an der umfangreichen Tagesordung.

Aufgrund der Zuhörerschar zog Oberbürgermeisterin Gabriele Bauer die Außenbereichssatzungen für die Heimstraße und die Hochwaldstraße in Happing vor. In der nichtöffentlichen Sitzung hatte sich zuvor das Gremium geeinigt, den Tagesordnungspunkt über die Errichtung eines Lager- und Recycling-Platzes mit Betriebshalle durch die Firma Zehentbauer an der Innfeldstraße in Aising, etwa 300 Meter von der Siedlung Schönau entfernt, abzusetzen. "Wir wollen dort einen Ortstermin machen", erklärte Bauer.

An der Heimstraße sollen auf einer im Flächennutzungsplan als land- beziehungsweise forstwirtschaftlich dargestellten Fläche eine bauliche Nachverdichtung ermöglicht werden "Die Satzung soll dort eine klare städtebauliche Ordnung schaffen", so Robin Nolasco, Leiter des Stadtplanungsamtes. Es würden einerseits Baumaßnahmen ermöglicht, andererseits werde der bebaubare Bereich auf eine bestimmte Fläche eingegrenzt. Die hinzukommenden Gebäude seien "fast ausschließlich" auf eine Grundfläche von 100 Quadratmeter beschränkt. Da das Gebiet einen hohen Grundwasserspiegel aufweist, sei im Falle einer Unterkellerung eine Weiße Wanne mit statischer Armierung vorzusehen. Beim angrenzenden Landschaftsschutzgebiet müsse der Waldbesitzer im Rahmen seiner Verkehrssicherungspflicht für einen "abgestuften Waldsaum" sorgen.

Bärbel Thum von der Wählerinitiative WIR wandte sich gegen die Planung und den damit verbundenen "Waldumbau". Dazu erläuterte CSU-Stadträtin Margarete Fischbacher, es würde aus den Fichten-Monokulturen durch Laubbaum-Anpflanzungen ein gesünderer Mischwald entstehen. Gegen die Stimme von Thum wurde beschlossen, den geänderten Satzungsentwurf erneut öffentlich auszulegen und den betroffenen Behörden zur Stellungnahme zuzuleiten.

Ähnlich ist die Lage in der benachbarten Hochwaldstraße. Auch hier ist ein abgestufter Waldsaum geplant. Die schmale, etwa 300 Meter lange Erschließungsstraße ist öffentlich gewidmet. Für die 24, teils bebauten Grundstücke beiderseits der zwei bis drei Meter breiten Straße liegen zwölf Bauwünsche vor. Bei einer Bauverdichtung müsse die Straße verbreitert werden, so die Verwaltung. Dazu sei die bisherige Straßenfläche von den Grundeigentümern abzutreten, zusätzliche 1150 Quadratmeter werden für den Ausbau benötigt. Die Straße soll zwischen 4,25 und 5,50 Meter breit werden, versehen mit Ausweichen und einem Wendehammer. Gegen die Stimmen von Bärbel Thum und Anna Rutz von den Grünen beschloss das Gremium, die Planung fortzuführen.

Aus Bauernhof soll Pferdezucht werden

Einen Vorbescheid hat Richard Meisinger auf Erweiterung und Umstrukturierung des landwirtschaftlichen Betriebs seines Bruders an der Großholzstraße westlich von Fürstätt an der Grenze zu Kolbermoor beantragt. Er will dort als Nebenerwerbslandwirt schrittweise eine Pferdezucht mit Pensionstierhaltung aufbauen. Der Bauwerber nimmt derzeit an einer Schulung zum Pferdewart teil, die bis Mitte April andauert.

Es handelt sich dabei um einen privilegierten Betrieb im Außenbereich. Derzeit werden auf dem Anwesen, zu dem 7,3 Hektar Betriebsflächen gehören, 20 Rinder gehalten und vier Pferde in Offenstallhaltung aufgezogen. Der Betrieb soll in einem ersten Schritt um eine zehn mal 25 Meter große Stallung, einen Anbau für Heu und Stroh sowie eine 20 mal 45 Meter große Bewegungshalle für Pferde erweitert werden. Später soll der Umbau des Rinderstalles zum Ausbau der Pferdeaufzucht oder der Pensionstierhaltung erfolgen.

Die Privilegierung ergebe sich aus dem vorzulegenden Befähigungsnachweis des Bauwerbers und der ausreichenden Weidefläche. Die Bewegungshalle werde genehmigt, wenn sich die Wirtschaftlichkeit der Pferdehaltung gezeigt habe. "Wenn dort über ein Jahr mindestens 20 Pferde untergebracht sind, kann die Erlaubnis für den beantragten Bau einer Bewegungshalle genehmigt werden", berichtete Bauoberrat Michael Kettenstock von der Stellungnahme des Amtes für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten.

Einstimmig wurde die Erteilung des Vorbescheids befürwortet.

hh/Oberbayerisches Volksblatt

Quelle: rosenheim24.de

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