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Trost: Offener Brief an die Neubeurer

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Neubeuern - Nach der Fällung zweier Kastanien kochte die Stimmung nahezu über. Der Bürgermeister verschickte jetzt einen offenen Brief an seine Bürger.

Meine Stellungnahme zur Umgestaltung des Oberen Marktplatzes

Es ist bedauerlich, dass die Maßnahmen für eine bürgerfreundliche und attraktive autofreie Zone in Neubeuern zu einer solchen Krise geführt haben.
Zunächst fasse ich die Abläufe nochmals zusammen:
Bereits im Jahr 1998 erfolgten die ersten Untersuchungen zur Umgestaltung des "Oberen Marktplatzes". Die Planungen wurden von mir 2009 wieder aufgenommen. Der Kontakt zur Regierung von Oberbayern hinsichtlich Förderung wurde hergestellt. Oberstes Ziel ist es, eine Gesamteinheit des Marktplatzes zu erreichen.
In öffentlichen Sitzungen und Bürgerversammlungen wurde darüber berichtet.

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Im September 2011 haben Städteplaner und Regierungsbaumeister Klaus Immich und Alois Juraschek vom Landratsamt Rosenheim (Denkmalschutz) der Gemeinde in öffentlicher Sitzung ein neues Marktplatzkonzept vorgestellt, dem der Gemeinderat einstimmig mit 17:0 zustimmte.
In einer weiteren öffentlichen Sitzung am 10.7.2012 hat sich der Gemeinderat mehrheitlich (Abstimmung 13:3) dafür entschieden, dass bei dem geplanten Umbau die Kastanienbäume weichen müssn. Mit 10:6 Stimmen hat sich der Rat für Variante 3 entschieden, dass neue Bäume nachgepflanzt werden können.
Von den dann ca. 570 eingereichten Unterschriften eines Bürgerwillens für den Erhalt der Kastanienbäume hat der Gemeinderat in einer Sitzung Kenntnis genommen. In der Gemeinderatssitzung am 23.10.212 setzte sich der Gemeinderat erneut mit der Umgestaltung des Oberen Marktplatzes auseinander. Dabei wurde die in der Bürgerversammlung eingebrachte Resolution (43 Unterschriften von 3300 wahlberechtigten Bürgern) des Aktionskreises mit 12:3 Stimmen abgelehnt.
Dieses wiederum klare Votum im Gemeinderat war letztlich für mich ausschlaggebend, den Bauhof zu beauftragen, die Kastanienbäume am nächsten Morgen zu entfernen.


Es gehört zur Aufgabe des Bürgermeisters, Gemeinderatsbeschlüsse umzusetzen und zu vollziehen. Vor diesem Hintergrund bin ich der Überzeugung, das Richtige getan zu haben. Den Vorwurf, dass ich den Bürgerwillen missachtet hätte, kann ich nicht nachvollziehen.
Wer demokratische Prinzipien anmahnt, den frage ich, warum die Umsetzung eines Beschlusses, der durch demokratische Abstimmung in einem demokratisch legitimierten Gremium gefällt wurde, nicht demokratisch sein sollte.

Die Zank-Kastanien und ihre Verfechter

Kastanien weg: So sieht es jetzt am Marktplatz aus

Um Missverständnisse oder bewusste Falschmeldungen endgültig aus dem Weg zu räumen:
Die gepflasterte Fläche vor der Bäckerei Bauer bis zum Schreibwarenladen bleibt unverändert und steht auch in Zukunft den anliegenden Geschäften als Kundenparkplatz zur Verfügung. Die Fußgängerzone soll sich auf dieselbe Länge erstrecken wie beim sommerlichen Probelauf der letzten Jahre. Außerdem werden auf dem Hofwirtsbichl keine Parkplätze entstehen, da diese Fläche Teil der Fußgängerzone sein wird. Alle anderen Gerüchte und Mutmaßungen sind schlichtweg falsch.
Wer das Medienecho verfolgt hat und in die einschlägigen Onlineforen blickt, sieht schnell, dass es längst nicht mehr um zwei Kastanien geht. Der beispiellosen Schlammschlacht auf beklagenswertem Niveau, welche das Ansehen unserer Gemeinde nachhaltig beschädigt, schließe ich mich nicht an. Auch das Aufstellen von Grabkreuzen mit Trauerflor und Grablichtern auf dem Hofwirtsbichl ist geschmack- und pietätslos.

Liebe Bürgerinnen und Bürger, ich bitte Sie im Interesse unserer Dorfgemeinschaft wieder zu einer sachlichen Auseinandersetzung zurückzukehren und das Projekt "Neugestaltung des Oberen Marktplatzes als autofreie Zone" zu unterstützen. Ich werde mich einer fairen Diskussion, aber nicht der Profilierungssucht einiger Weniger stellen.

Josef Trost
Erster Bürgermeister

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Quelle: rosenheim24.de

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