Kastanien-Streit: Bürgermeister wehrt sich

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Neubeuerns Bürgermeister Josef Trost auf dem Marktplatz der Gemeinde, im Hintergrund die umkämpften Kastanien
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Neubeuern – Bürgermeister Josef Trost hat am Mittwoch die beiden Kastanien in der Ortsmitte fällen lassen. Jetzt erklärt er sich:

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Neubeuerns Gemeinderat diskutierte noch gestern Abend in seiner Sitzung, im öffentlichen Teil, mit den Befürworten der Kastanien über eine Resolution gegen das Fällen. Die Kastanien sollten im Zuge einer Marktplatzerneuerung weichen. Der Gemeinderat habe dann im öffentlichen Sitzungsteil über das Fällen der Bäume noch einmal abgestimmt, sagt der Bürgermeister, Josef Trost. Bei insgesamt 15 anwesenden Gemeinderäten, seien lediglich 3 dagegen gewesen. Nach der Gemeinderatssitzung habe sich Trost dann dazu entschieden – ohne den Gemeinderat in Kenntnis zu setzen - die Bäume nach dem Beschluss vom 10. Juli 2012, sofort zu fällen.

Kastanien weg: So sieht es jetzt am Marktplatz aus

So sah es vor dem Kahlschlag aus:

Die Zank-Kastanien und ihre Verfechter

„Der Beschluss des Gemeinderates war klar und deutlich. Deshalb habe ich mich kurz dazu entschlossen, gleich nach der Gemeinderatssitzung den Bauhof der Gemeinde zu beauftragen, die Bäume zu entfernen. Wenn der Beschluss weniger deutlich gewesen wäre, hätte ich anders entschieden“, erklärt Bürgermeister Trost. Außerdem habe ich auch nur eine Stimme, unterstreicht Trost, der damit einen Alleingang seinerseits ausschließen möchte.

Video der Baumfällaktion:

Mit dem Fällen der Bäume hofft Trost, dass jetzt wieder Ruhe in die Gemeinde Neubeuern einkehrt. „Die Diskussion am Ort sollte endlich ein Ende nehmen. Es war keine sachliche Diskussion mehr, sondern unter der Gürtellinie, es ist nur gestritten worden“, erklärt Trost. Deshalb rief er die Initiatoren der Gegenbewegung für den Erhalt der Kastanien dazu auf, auch einmal ein Ehrenamt zu übernehmen. „Dann würden sie sehen wie das ist, sich beschimpfen zu lassen“, sagt Trost.

Die Wut der Bürger kann er dennoch verstehen, wobei der Bürgermeister betont, dass er die Neubeurer ernst nehme. Auch die Unterschriften die seit dem Bürgerbegehren (am Wochenende gestartet) im Rathaus eingingen, habe er ernst genommen. „Wir hatten allerdings erst ein Bürgerbegehren und das kostet den Mitarbeitern des Rathauses viel Zeit und der Gemeinde auch viel Geld“, sagt Trost. Auf der anderen Seite habe er den ganzen Tag über auch Telefonate erhalten von Menschen, die ihn zu seinem Schritt gratulierten. Diese hätten ihn bestätigt auf einem guten Weg zu sein. „Ich würde mir wünschen, dass die Menschen wieder zur Besonnenheit kommen, dass es was wichtigeres gibt als zwei Bäume in Neubeuern“, schließt Trost ab.

kmr

Quelle: rosenheim24.de

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