Gründung des Vereins Bürgerforum Inntal in Neubeuern

"Gegebenenfalls wird Verkehrsminister Dobrindt hinzugezogen" 

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Neubeuern - Nun ist es soweit: Der Verein Bürgerforum Inntal wurde gegründet. Er wird sich künftig dafür einsetzen, mögliche negative Auswirkungen auf Neubeuern und das Inntal durch den geplanten Brenner-Nordzulauf abzuwenden.

Rund 130 Bürger waren am Donnerstagabend in die Dorfwirtschaft Vornberger nach Altenbeuern gekommen, um an der Neugründung des Vereins "Bürgerforum Inntal" teilzunehmen. 

Nach der Verlesung der Satzung und den nötigen sieben Unterschriften war es dann soweit: Der Verein "Bürgerforum Inntal" wurde geboren. Ad hoc füllten auch gleich 87 Neumitglieder den Mitgliedsantrag aus. 

Zum Vorsitzenden wählten die Mitglieder einstimmig den zweiten Bürgermeister von Neubeuern, Martin Schmid: "Ich hoffe, dass es den Verein nicht so lange geben wird, weil man ihn in ein paar Jahren nicht mehr braucht. Ich hoffe auch, dass wir noch viele Mitglieder bekommen. Je mehr Mitglieder, umso mehr können wir erreichen." Sein Stellvertreter wird von nun an Peter Margraf aus Reischenhart sein. Er betonte, dass der Verein eine politische Größe brauche. "Das schafft man nur, wenn man übergreifend arbeitet." Wolfgang Scherer wurde zum Schatzmeister gewählt, Schriftführer ist Martin Fritz.

Bürgermeister unterstützt den Verein

Zu Beginn der Veranstaltung bedankte sich Neubeuerns Bürgermeister Hans Nowak bei den Initiatoren und Gründern für ihr Engagement und sicherte seine vollste Unterstützung zu: "Ich werde mich dafür einsetzen, dass die geplante Trasse unseren Ort so wenig wie möglich tangieren wird." Weiter berichtete er von dem Treffen mit der Bundestagsabgeordneten Daniela Ludwig. "Ludwig sicherte selbst zu, dass sie alle Hebel in Bewegung setzen und gegebenenfalls auch Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt hinzuziehen wird." Dieser habe für den sechsten März bereits einen Besuch angekündigt.

Überparteiliches und überörtlich besetztes Team

Dieter Dimmling, der von den Mitgliedern zum Beisitzer gewählt wurde, stellte noch einmal klar die Ziele des Vereis vor and appellierte an die Bürger:

"Eines will unser überparteiliches und überörtlich besetztes Team deutlich herausstellen: Wir sind davon überzeugt, dass es eine für alle Inntalgemeinden akzeptable Lösung des Problems gibt, sollte eine auch rechtlich abgesicherte Gleisneubaustrecke durch das Inntal nachweislich nötig werden. Die Politik und die Bahn müssen diese Lösung nur wollen. Sie dürfen nicht, z.B. unter Hinweis auf zu hohe Kosten, die Untertunnelung des Inntals entlang oder unter der Autobahn verhindern wollen. Dort sind die Eingriffe und Folgen für Mensch und Natur mit Abstand am geringsten. Und was spricht dagegen, den Anliegergemeinden in deren Siedlungsbereich entlang der Bestandstrecke eine Untertunnelung dieser Gleise ermöglichen zu wollen?

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Der Schutz des gesamten Inntals, aller Gemeinden und seiner Bewohner, hat angesichts dieses generationenübergreifenden Mammut-Projekts allerhöchste Priorität. Wir alle dürfen eben nicht in Kirchturmpolitik verharren. Es geht eben nicht um den Schutz von Neubeuern oder Nußdorf auf Kosten anderer Gemeinden. Deshalb sind die Bürger aller Inntalgemeinden eingeladen, diesem, heute zu gründenden Verein beizutreten und damit das gemeinsame Ziel zu stärken."

Initiativen sollen sich zusammen tun

Zu Gast war auch der erste Vorsitzende des Vereins Brennerdialog Rosenheim Land, Thomas Riedrich. Er erklärte, dass es definitiv daraus hinaus laufe, dass sich später alle Initiativen zusammentun. "Ein Dobrindt setzt sich nämlich nicht mit fünf Bürgerinitiativen an einen Tisch, aber mit einer großen." Er glaubt, das sei der einzige Weg, um bei der Politik Gehör zu finden. "Die wichtigste Sache ist, Legitimation gegenüber der Politik zu erreichen. Es geht jetzt erstmal vor allem darum, Unterschriften zu sammeln."

Hintergrundinformationen

Die im Rahmen der Projektplanung von BAHN und ÖBB vorgelegten Korridore für eine mögliche Streckenführung könnten Neubeuern hart treffen. Die hier gezeigten drei von insgesamt vier vorgestellten Korridoren würden über Neubeurer Gemeindegebiet laufen mit zum Teil massiven Eingriffen in Natur und Landschaft und einer nicht abschätzbaren Beeinträchtigungen für die Bevölkerung

Die Korridorstudie sei keine Festlegung einer späteren Trassenführung. Die anschließende Trassenplanungen im Raum Rosenheim fänden unter umfassender Beteiligung der Öffentlichkeit statt, heißt es in einem Protokoll des Lenkungskreises.

Die Verantwortlichen des Vereins möchten ihre Interessen anmelden und sich gegen eine Zerstörung der über Jahrzehnte gehegten Landschaftsschutzgebiete wehren.

Quelle: rosenheim24.de

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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