'Neue Qualität' bei den Gebirgsjägern

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Der neue Kommandeur des Gebirgsjägerbataillons 231, Oskar Baumeister.

Bad Reichenhall - Die Soldaten des Gebirgsjägerbataillons 231 sind nicht nur unbeschadet aus der Bundeswehrreform herausgekommen, sie sollen ab Mitte 2012 auch eine neue Qualität vorweisen.

Dann haben sie die Ausbildung für die EU-Battle-Group abgeschlossen und sind der Kernteil der europäischen Schnell-Eingreif-Truppe. Der gehören auch mazedonische, tschechische und kroatische Soldaten an, weswegen die Gefechtsstandarbeit in Englisch stattfinden wird. "Das ist eine neue Qualität, die wir Soldaten dann erreichen", erläuterte der neue Kommandeur Oskar Baumeister gegenüber BGLand24.

Er hat Anfang Oktober das Kommando über das Bataillon 231 übernommen. In seiner rund zweijährigen Dienstzeit ist er für die Ausbildung und die Bereitschaft der EU-Battle-Group zuständig sowie für die Ausbildung und den eigentlichen Afghanistan-Einsatz, der für 2013 geplant ist. "Den ersten Übungsplatz mit kroatischen Offizieren hat das Bataillon schon hinter sich", berichtet der Kommandeur. "Ende Januar Anfang Februar sind wir dann mit mazedonischen und tschechischen Soldaten in Lenin geübt."

Das ganze kommende Jahr steht für rund 300 Soldaten des Bataillons 231 im Zeichen der EU-Battle-Group. Bis Mitte des Jahres läuft die Ausbildung, dann gehen sie in Bereitschaft. Sie kommen dann zum Einsatz, wenn es darum geht, Konfliktparteien zu trennen (Kampfeinsatz), Evakuierungshilfe zu leisten oder Katastrophenhilfe. "Wir müssen innerhalb von zehn Tagen am Krisenherd einsatzfähig sein", fasst Baumeister zusammen.

Während der Bereitschaft bereiten sich die Soldaten dann auf den für 2013 geplanten Afghanistan-Einsatz vor. Bis dahin rechnen die Verantwortlichen, dass von politischer Seite zumindest die Gliederung, also die Anzahl der benötigten Soldaten, bekannt ist und sie sich gezielt vorbereiten können.

Eine besondere Rolle spielt dabei die Tatsache, dass ein Teil des Gebirgsjägerbataillons 231 erst im Oktober 2010 aus dem Afghanistan-Einsatz zurückgekehrt ist. "Es geht darum, die Einsatzerfahrung zu bewahren, sie weiterzugeben und zu entwickeln", so Oskar Baumeister. Die Soldaten würden nicht mehr unvoreingenommen in den Auslandseinsatz gehen, sie würden wissen, was dort auf sie zukommt.

Der Kommandeur selbst war als Abteilungsleiter für das militärische Nachrichtenwesen, die militärische Sicherheit und das Geoinformationswesen 2010 acht Monate in Afghanistan. "Ich habe den OP North gesehen", schildert er seine Erfahrungen. Er stand dort in Verbindung mit den Soldaten, die die meiste Zeit außerhalb des Lagers versuchten, die Bevölkerung zu schützen, ihr Vertrauen zu gewinnen und die Voraussetzungen für wichtige Infrastrukturprojekte zu schaffen. Baumeister ist sich sicher, dass der Einsatz der afghanischen Bevölkerung hilft und in Hinblick auf einen möglichen Rückzug 2014 "jetzt vermehrt der Fokus auf die Zusammenarbeit mit afghanischer Polizei und dem dortigen Militär gelegt wird. Aber es wird auch nach 2014 noch internationale Unterstützung geben", bekräftigte Baumeister.

Bis es aber soweit ist, steht dem Gebirgsjägerbataillon 231 eine harte Zeit bevor. Auch wenn es ganz normal Urlaub geben soll, sind die Soldaten schon in der Ausbildung viel unterwegs. Selbst wenn sie mit der EU-Battle-Group nicht zum Einsatz kommen, müssen sie voraussichtlich im März 2013 für ein halbes Jahr nach Afghanistan.

cz

Quelle: BGland24.de

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