"Neue Teerdecke reicht"

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In einem erbärmlichen Zustand ist die Brannenburger Straße. Stadt und staatliches Bauamt wollen sie deshalb ausbauen und verbreitern. Der Interessengemeinschaft Rosenheim Süd würde dagegen eine neue Teerdecke reichen.

Rosenheim - Die Brannenburger Straße zwischen dem Möbelkaufhaus Weko und dem Aisinger Kreisel soll verbreitert und begradigt werden. Die Interessengemeinschaft Rosenheim Süd (IG) läuft Sturm gegen die Pläne.

Geht es nach der IG-Vorsitzenden Johanna Schmid, bleibt die Brannenburger Straße so, wie sie ist: mit 5,50 Meter zu schmal für den gültigen Standard, mit einer engen Kurve am Ortseingang von Aising, ohne Radweg und ohne Abbiegespur in der Schönau. "Eine neue Teerdecke reicht vollkommen aus", sagte Schmid bei der Informationsveranstaltung der IG im Gasthaus "Alter Wirt".

Sie sei vom geplanten Ausbau der Brannenburger Straße direkt betroffen und fühle sich hintergangen. Mit der Eröffnung der Querspange Panorama-Schwaig hatte die Stadt eine deutliche Entlastung der Ortsdurchfahrten von Aising und Pang versprochen. Doch es sei alles ganz anders gekommen, so Schmid.

Viele Autofahrer fahren weiterhin durch Aising und Pang, da sie auf der Umgehungsstraße von sechs Ampeln ausgebremst werden. Zudem lenke die Stadt gezielt den Umleitungsverkehr von der Autobahn durch die südlichen Stadtteile, wenn im Winter die vielen Wintersportler im Stau stehen. Nochmals "extrem viel mehr Verkehr" komme zudem mit der Eröffnung des Gewerbegebiets Süd auf die Brannenburger Straße zu.

Die Anwohner würden bald in Verkehr und Lärm ersticken. "Es reicht uns", fasste Schmid zusammen. Die IG fordere ausschließlich eine Erneuerung der Teerdecke. "Sinnlos" seien eine Abbiegespur in Aising-Schönau sowie die geplante Mittelinsel an der Kreuzung Raublinger Straße. Eine Apfelbaumreihe südlich der Straße - so wie von den Behörden vorgesehen - verschandele nur den Blick auf die Berge.

Nicht einig war sich die Versammlung anfangs darüber, wie die IG effektiv gegen die Pläne der Stadt und des Bauamts vorgehen soll. Johanna Schmid rief dazu auf, bei der Bürgerversammlung am Mittwoch, 29. September, im Panger "Kirchenwirt" gezielt Stimmung gegen den Ausbau zu machen. Zugleich will sich die IG mit einem Rechtsanwalt in Verbindung setzen, um die Möglichkeit einer Klage zu klären. Franz Baumann, Stadtrat der Freien Wähler, kenne einen entsprechenden Experten.

SPD-Stadtrat Robert Metzger verwies auf das Bürgerforum Aisingerwies-Oberwöhr, das sich die IG als Vorbild nehmen solle. Der Einfluss dieses Vereins bei der Stadtverwaltung sei inzwischen "gewaltig". Da das Bürgerforum mit Nachdruck seine Forderungen immer wieder in der Verwaltung vorbringe, bekomme es auch, was es wolle. Als Beispiel nannte Metzger die Radarkontrollen in der Mangfallstraße - der einzigen städtischen Hauptverkehrsstraße mit einem Tempolimit von 30 km/h.

Ein Dorn im Auge war vielen Anwohnern auch die Tatsache, dass sich die Anwohner der Brannenburger Straße laut Ausbaubeitragssatzung mit 20 Prozent an den Kosten beteiligen sollen. "Wir zahlen höchstens zehn Prozent", schloss die IG-Vorsitzende die Versammlung.

ma/Oberbayerisches Volksblatt

Quelle: rosenheim24.de

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