Neues Konzept für Technologiepark

Rosenheim - Wohin geht Rosenheim im Bereich der Informations- und Kommunikationstechnik? Dies war die zentrale Frage bei der Vorstellung des "Informations- und Kommunikationstechnik-Strategiepapiers 2025".

Darüber haben sich der Rosenheimer Hochschullehrer Professor Dr. Roland Feindor und Thomas Bugl, Wirtschaftsdezernent der Stadt, Gedanken gemacht und das Ganze in einem achtseitigen Konzeptpapier dargelegt, dass nun dem Ausschuss für Wirtschaft und Tourismus vorgelegt wurde.

1997 hat die Stadt damit begonnen, gezielt die Entwicklung des Raums Rosenheim zu einem regionalen IuK-Zentrum in Angriff zu nehmen. Im März 1998 wurde dieses Ziel vom Stadtrat beschlossen, 1999 zur Unterstützung der Verein ROSIK als Branchenplattform gegründet, dem mittlerweile 140 Mitglieder, darunter Stadt, Landkreis und Hochschule, angehören.

Ging es anfangs um die Ansiedlung von Unternehmen der Informations-Technologie-Branche (IT) und diese Technologie möglichst flächdeckend in der Rosenheimer Wirtschaft zum Einsatz zu bringen, so habe sich inzwischen die Erstellung von Software-Lösungen und der Handel mit diesen Programmen, der sogenannte "E-Commerce" fest etabliert, so die Autoren. Junge Rosenheimer Unternehmen haben sich in wenigen Jahren zu Top-Anbietern entwickelt, und die IuK-Kompetenz der Stadt strahle auf das erweiterte Umland aus, auch nach Tirol, wo eine enge Zusammenarbeit mit der Fachhochschule Kufstein besteht. Rosenheim ist regionales IT-Zentrum mit dem Schwerpunkt "IT aus dem Mittelstand für den Mittelstand" in der "Cluster-Politik" der bayerischen Staatsregierung.

In Rosenheim gehört heute etwa jeder zehnte sozialversicherungspflichtige Arbeitsplatz im weiteren Sinne zur IuK-Branche. Zehn Prozent der in Rosenheim Studierenden sind in den Fächern Informatik oder Wirtschaftsinformatik, weitere zehn Prozent in Elektro- und Informationstechnik oder Mechatronik eingeschrieben. Seit 1998 hat sich die Zahl der Studenten im IuK-Bereich in Rosenheim mehr als verdoppelt, so Feindor.

Die im Papier dargelegte IuK-Strategie ruht auf fünf Säulen: Bestandspflege und Neuansiedlung, Infrastruktur, qualifizierte Mitarbeiter, Netzwerkpflege und Leuchtturm-Projekte/Image-Aktivitäten. Da sich IT-Firmen gerne da ansiedeln, wo schon Branchenkollegen sind, biete sich, so die beiden Autoren, das Gebiet zwischen Kunstmühle und dem südlichen Bahnhofsgelände mitsamt dem Klepperpark an. Dieser Teil des Bahnhofsareals soll nach Vorstellung der Autoren zu einem Technologie-Campus werden. Zur Infratruktur: Das Breitbandkabel der Stadtwerke-Tochter Komro, ein wesentlicher Standortfaktor, so Bugl, ist im Stadtgebiet inzwischen fast flächendeckend vorhanden.

Für den qualifzierten Nachwuchs soll neben der Förderung und Weiterbildung durch die lokalen Bildungsanbieter in den Schulen ein verstärktes Augenmerk auf die naturwissenschaftlichen und technischen Fächer gelegt werden, um die Ressourcen der Region auszuschöpfen. Es sollen auch verstärkt Tagungen und Kongresse der IuK-Branche soiwe Auswärts-Vorträge für noch mehr überregionale Bekanntheit des Standortes sorgen.

Unter den konkreten Vorhaben wurde in der Sitzung besonders das Projekt angesprochen, Rosenheim zur Pilotstadt für den neuen Mobilfunkstandard LTE (Long Term Evolution) in Kooperation mit der Firma Kathrein und Mobilfunkanbietern zu machen. Mit dieser Technolgie können per Funknetz außer Sprache durch die größerer Kapazität nun auch komplexere Daten übermittelt werden.

Die SPD-Stadträte Robert Metzger und Kurt Müller monierten, dass das Papier mit der Ausrichtung auf 2025 in diesem Zeitraum sicher öfters überarbeitet werden müsse, zumal in dieser Branche der Fortschritt bekanntlicherweise rasant verlaufe. Daher wurde an die Beschlussformulierung, dass mit dem vorgelegten Konzept und der zukünftigen Ausrichtung des Standortes Rosenheim zu einem nachhaltigen regionalen IT-Zentrum Eineverständnis bestehe, ein Satz angefügt: Das IuK-Strategiepapier Rosenheim 2025 muss zeit- und bedarfsgerecht an aktuelle Entwicklungen angepasst und fortgeschrieben werden. Dem stimmte der Ausschuss einstimmig zu.

hh/Oberbayerisches Volksblatt

Quelle: rosenheim24.de

Rubriklistenbild: © dpa

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