Nicht alle Probleme in Griff gebracht

  • schließen
  • Weitere
    schließen

Rosenheim - Nach der Wiesn ist vor der Wiesn: In diesem Jahr haben Stadt und WV einiges getan, um die negativen Begleiterscheinungen des Herbstfestes in den umliegenden Wohngebieten in Grenzen zu halten.

Ein Gespräch mit den Anwohnern im Rathaus zur Herbstfestplanung 2012 zeigte, dass die Maßnahmen gegriffen haben. Trotzdem mussten Anwohner auch bei der Jubiläumswiesn 2011 mit viel Dreck, Gestank und Lärm leben.

Die Stadtverwaltung und der Wirtschaftliche Verband haben sich 2011 einiges einfallen lassen, damit die Anwohner rund um die Loretowiese die Herbstfestzeit nicht wieder als blanken Horror empfinden mussten. Die Verkehrsüberwachung führte verstärkte Kontrollen in diesem Gebiet bis um 21 Uhr durch. Es wurden Park- und Zufahrtsverbote verhängt, um der Parkplatzsuche Einhalt zu gebieten und die Citystreife sah regelmäßig nach dem Rechten, um "Wildbiesler" von ihrem Tun abzuhalten. Damit diese erst gar nicht auf die Idee kommen, sich an einem Zaun oder in einem Garten zu erleichtern, wurden auch mehr Toiletten als in den Vorjahren aufgestellt. Außerdem waren mehr Reinigungstrupps unterwegs, um Dreck und Müll zu entsorgen. Zusätzlich gab es Hotlines bei Stadt und Wirtschaftlichem Verband, bei denen Betroffene ihr Leid schildern und somit auf schnelle Abhilfe hoffen konnten.

Diese Maßnahmen haben anscheinend auch gefruchtet, wie einige Anwohner bei einem Gespräch mit Vertretern von Stadt, Wirtschaftlichem Verband und Polizei im Sitzungssaal des Rathauses, bestätigten. "Bei uns war es heuer schon wesentlich ruhiger", meinte dazu eine Bewohnerin des Tulpenweges.

Trotzdem sei die Wiesn für die Anwohner immer noch keine Zeit der reinen Freude. Auch heuer mussten sie trotz der vielen Neuerungen wieder einiges erdulden. "Bei uns ist ein Kindergarten in der Nachbarschaft. Dort trafen sich an einem Wiesnwochenende 50 bis 100 Wildbiesler", berichtete eine Anwohnerin. Sie selbst habe sogar auf eigene Kosten ein Dixi-Kloo im Innenhof ihres Anwesens aufgestellt. Tatsächlich würden es aber viele männliche Herbstfestbesucher vorziehen, sich lieber an Zäunen und Hecken zu erleichtern. "Das ist widerlich. Besonders, wenn man daran denkt, dass die Kinder am nächsten Tag in diesem Garten wieder spielen."

Auch mit viel Personal nicht auszuschließen

Ähnliche Erfahrungen machten auch viele andere Anwohner, und das obwohl Stadtverwaltung, Polizei und eine von Anwohnern auf eigene Kosten engagierte Sicherheitswacht verstärkt auf Streife waren.

"Wir haben heuer 8000 Einsatzstunden beim Herbstfest geleistet und unser Personal noch einmal deutlich aufgestockt. Doch wir können leider auch nicht überall sein", meinte dazu Herbert Krauß, Leiter der Polizeiinspektion Rosenheim.

Neben den Verunreinigungen haben die Anwohner während des Herbstfestes auch unter dem Lärm zu leiden. "Da ist oft bis um 2 oder 3 Uhr in der Früh keine Ruhe und die ersten Arbeiten auf der Loretowiese starten teilweise schon wieder um 4.30 Uhr", klagte ein Anwohner der Austraße.

Eine andere Bewohnerin dieses Gebietes stellte fest, dass auch die Musikboxen der Schausteller oftmals enorm aufgedreht würden. "Bei günstigem Wetter hört man die Musik noch am Simssee", meinte sie. Dabei sei das Spielen der Bässe überhaupt nicht erlaubt, was Klaus Hertreiter vom Wirtschaftlichen Verband bestätigte. "Immer wieder halten sich einige Schausteller nicht an diese Auflage. Das bekommen auch wir in unserem Büro über dem Glückshafen deutlich mit", erzählte er. Der Wirtschaftliche Verband würde in einem solchen Fall einschreiten und im Wiederholungsfall auch empfindliche Strafen aussprechen.

Ganz eindämmen lässt sich wohl in Zukunft keine einzige der negativen Begleiterscheinungen rund um das Herbstfest. Das weiß auch Oberbürgermeisterin Gabriele Bauer: "Bei über einer Million Menschen in zwei Wochen wird es immer welche geben, die sich nicht an Vorschriften halten", meinte sie. Allerdings sicherte sie zu, im nächsten Jahr die Bemühungen zugunsten der leid- geplagten Anwohner noch weiter zu verstärken. So soll das Angebot der Toiletten ein weiteres Mal aufgestockt werden.

wu/Oberbayerisches Volksblatt

Quelle: rosenheim24.de

Rubriklistenbild: © eraffe.de/dpa

Zurück zur Übersicht: Bayern

  • schließen
  • Weitere
    schließen

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser