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Alarm in Bayern: Darum war in München nichts zu hören

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München - Am Mittwoch um 11 Uhr war in weiten Teilen Bayerns ein Heulton zu hören. Nur München setzte auf ein anderes System.

Update vom 21. Oktober: Am heutigen Mittwoch, 21. Oktober, wird es in Bayern wieder einen Sirenen-Probelalarm geben. Dieser beginnt um 11 Uhr und dauert eine Minute. In München wird abermals keine Sirene zu hören sein. In der Landeshauptstadt wird das Katwarn-System getestet.

Alarm in Bayern: Darum war in München nichts zu hören

Mit einem Heulton von einer Minute Dauer wurde heute in weiten Teilen Bayerns ein Probealarm des Sirenenwarnsystems ausgelöst. Da in der Landeshauptstadt München nach Beendigung des Kalten Krieges die Sirenenanlagen abgebaut wurden, ging die Stadt einen anderen Weg.

München warnt normalerweise bei Not- und Katastrophenfällen großflächig über Lautsprecherwagen und Medien. Zusätzlich führte die Landeshauptstadt im September 2014 das Alarmierungssystem KATWARN ein. Dieses neue System wurde am 15. April getestet. Wir erklären, wie das neue Warnsystem funktioniert.

Sirenentest: So funktioniert KATWARN

Um 11 Uhr löst die Leitstelle der Berufsfeuerwehr München einen KATWARN-Probealarm aus. KATWARN ist ein kommunales Warn- und Informationssystem. Damit hat die Stadt sich nun neben dem Weg über die sozialen Medien eine zusätzliche Möglichkeit geschaffen, um die Bürger im Not- und Katastrophenfall gezielt nach Standort mit Warnungen und Verhaltenshinweisen versorgen.

Besonders vorteilhaft: Das System ist auch für Gehörgeschädigte geeignet und somit ein wichtiger Schritt in Richtung Barrierefreiheit. „Wir wollen allen Münchnerinnen und Münchnern und natürlich auch den Besucherinnen und Besuchern unserer Stadt die größtmögliche Sicherheit bieten“, sagte Oberbürgermeister Dieter Reiter bei der offiziellen Einführung.

Heulton auch auf dem Handy

KATWARN wird in München von der Leitstelle der Berufsfeuerwehr bedient. Bei einer Bombenentschärfung, einem Großbrand oder auch einer drohenden Giftwolke können die betroffenen Postleitzahlengebiete ausgewählt werden. Dann wird eine entsprechende Warnungen oder ein Verhaltenshinweis verfasst und nur an die sich im Gebiet aufhaltenden Menschen geschickt.

Überhören kann man diese Warnungen nicht. Die App macht mit einem sehr lauten Warnton auf eine neue Nachricht aufmerksam. Gehörlose erkennen an der Vibration ihres Handys, dass etwas passiert ist. Jeder, der von außerhalb in das Gefahrengebiet fährt, bekommt die Nachricht noch so lange auf sein Handy gespielt, bis die Leitstelle Entwarnung gibt.

Die KATWARN-App gibt's kostenlos für alle

KATWARN steht Bürgerinnen und Bürgern kostenlos zur Verfügung. Mit einem Smartphone kann sich jeder die entsprechende App herunterladen. Alternativ dazu ist eine Warnung per SMS oder E-Mail ebenfalls möglich, so dass man nicht zwangsweise auf ein Smartphone angewiesen ist, um den Service nutzen zu können. Die App hat insgesamt vier Leistungsmerkmale:

Schutzengel-Funktion : Diese arbeitet georeferenziert und orientiert sich am jeweiligen Postleitzahlen-Gebiet, in dem sich der Handybesitzer aufhält. Man erhält dementsprechend alle Warnmeldungen für dieses Gebiet – diese bleiben so lange stehen, bis es eine Entwarnung gibt.

Zwei festgelegte Orte: Neben der Schutzengelfunktion kann sich jeder noch für zwei Postleitzahlen-Gebiete seiner Wahl entscheiden. Beispielsweise die von seinem Wohn- und von seinem Arbeitsplatz. Oder alternativ den Wohnort seiner Eltern oder den Urlaubsort. Die Auswahl ist jederzeit austauschbar.

Stadtplan: Im Gefahrenfall zeigt die App nicht nur die Meldung an, sondern gibt zusätzlich auch eine Karte mit dem betroffenen Gebiet heraus. Hier ist markiert, wo man sich selbst in dem Gefahrenbereich befindet.

Wetterwarnungen: Zusätzlich zu den Warnhinweisen der Stadt liest die KATWARN-App auch bundesweite Unwetterwarnungen aus, die sie für das jeweilige angegebene Postleitzahlengebiet verbreitet. Diese Funktion steht deutschlandweit zur Verfügung, auch wenn die Kommune oder der Landkreis noch nicht bei KATWARN registriert sind.

Registrierung kann Leben retten

KATWARN ist in einer Kommune nur so gut, wie es verbreitet ist. Die Stadt München bittet: Helfen Sie mit, möglichst viele Menschen zu erreichen und registrieren Sie sich kostenlos. Die App gibt es kostenlos für iPhones, alle gängigen Android-Smartphones und Windows Geräte.

Warnungen per SMS

Für Warnungen per SMS müssen Sie eine Kurznachricht an die Nummer 0163-755 88 42 mit folgendem Inhalt schicken: 1. Stichwort "KATWARN" 2: Postleitzahl 3. und falls gewünscht die E-Mail-Adresse. Das könnte dann folgendermaßen aussehen: KATWARN 80331 oder KATWARN 80331 muenchen@xy.de

KATWARN bietet den Service per SMS oder E-Mail nur für registrierte Gebiete an. Bei der App gibt es auch in nicht registrierten Gebieten zumindest die Unwetterwarnungen.

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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