Niedrigste Februar-Arbeitslosenzahl seit 19 Jahren

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Rosenheim - Im Bezirk der Agentur für Arbeit in Rosenheim sind die Arbeitslosenzahlen im Februar so niedrig wie seit 19 Jahren in diesem Monat nicht mehr. Doch die Winterarbeitslosigkeit hält weiter an.

„Auf dem regionalen Arbeitsmarkt ist die Arbeitslosigkeit - trotz des anhaltenden Winterwetters - gegenüber dem Vormonat um circa 200, gegenüber dem Februar 2010 sogar um über 2340 Betroffene zurück gegangen“, so Harald Neubauer, Leiter der Agentur für Arbeit Rosenheim. „Bei der Detailbetrachtung der Zahlen zeigt sich aber deutlich, dass wir die saisonale Winterarbeitslosigkeit noch nicht überwunden haben.

Es sind noch viele Bauarbeiter, damit meine ich nicht nur Maurer, sondern zum Beispiel auch Installateure, Maler, Zimmerer, Dachdecker und so weiter, also alle Berufe rund um den Bau, arbeitslos gemeldet. Wir hoffen, dass die Witterung in den kommenden Wochen zumindest tagsüber so mild wird, dass der Großteil der freigestellten Mitarbeiter die Arbeit wieder aufnehmen kann. Auch die sonstigen Außenberufe warten noch auf Frost freie Temperaturen. Da es im Agenturbezirk Rosenheim nur wenige Skiregionen mit einer Wintersaison gibt, ist noch ein Teil der Beschäftigten des Hotel- und Gaststättengewerbes arbeitslos gemeldet. Gleichzeitig konnten wir aber auch eine Reihe von Arbeitsaufnahmen quer durch alle Berufsbereiche verbuchen.“

Im statistischen Zeitraum vom 18. Januar bis 15. Februar wurden 3160 Abmeldungen aus der Arbeitslosigkeit erfasst, das sind fast 600 mehr als im Vormonat. 1320 Personen haben eine Erwerbstätigkeit aufgenommen. Im gleichen Zeitraum haben sich 2970 Bürgerinnen und Bürger neu oder erneut arbeitslos gemeldet, das sind 1670 oder 36 Prozent weniger als im Januar. Positiv ist dabei festzustellen, dass sich von den gesamten Zugängen „lediglich“ 1530 aus einer Beschäftigung heraus gemeldet haben, im Januar lag dieser Wert noch bei 3270. Neubauer dazu: „Der Frühjahrsaufschwung ist zwar noch nicht da, beziehungsweise wird von der saisonalen Arbeitslosigkeit überlagert, aber die Gesamtsituation stimmt mich für die nächsten Monate optimistisch.“

Die Arbeitslosenquote, errechnet auf der Basis aller zivilen Erwerbspersonen, ist von Januar auf Februar gesunken (minus 0,1 Prozentpunkte) und liegt aktuell bei 4,0 Prozent, im letzten Jahr lag sie noch um einen ganzen Prozentpunkt höher, nämlich bei 5,0 Prozent.

Mit 10.840 statistisch erfassten Arbeitslosen ergibt sich die niedrigste Arbeitslosenzahl in einem Februar seit 19 Jahren. Die Gesamtzahl spaltet sich in die zwei Rechtkreise wie folgt auf:

Im Rechtskreis SGB III (Betreuung der Arbeitslosen durch die Agentur für Arbeit) lag die Arbeitslosigkeit bei 6480, das sind 150 weniger als im Vormonat und 1870 weniger als im Vorjahr. Die anteilige SGB III-Arbeitslosenquote liegt bei 2,4 Prozent. Im Rechtskreis SGB II (Betreuung der Arbeitslosen durch die Jobcenter Stadt und Landkreis Rosenheim, Landkreis Bad Tölz-Wolfrats-hausen, beziehungsweise das Jobcenter des Landratsamtes Miesbach) gab es 4360 Arbeitslose, das ist ein Minus von 60 gegenüber Januar; im Vergleich zu Februar 2010 sind es sogar 460 Arbeitslose weniger. Die anteilige SGB II-Arbeitslosenquote beträgt 1,6 Prozent.

Neubauer zur Stellensituation: „Von Mitte Januar bis Mitte Februar (Berichtszeitraum) konnten unsere Vermittlungsfachkräfte vom Arbeitgeber-Service erfreulich viele Stellenmeldungen entgegen nehmen. 1160 Offerten für sozialversicherungspflichtige Beschäftigungsverhältnisse gingen ein, das waren fast 50 Prozent mehr als im Vormonat und 190 oder 20 Prozent mehr als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Die Zeitarbeitsbranche meldet für die verschiedensten Berufsbereiche offene Stellen. Auch vom Gastgewerbe liegen Stellenangebote für die beginnende Sommersaison vor und der Gesundheits- und Sozialsektor hat mehr oder weniger konstant das ganze Jahr über Personalbedarf. Gesucht werden vor allem Fachkräfte, die flexibel arbeiten können. Arbeitgeber sind für Teilzeitmodelle dann offen, wenn sich die Verteilung der Arbeitszeit an den Bedürfnissen des Betriebes ausrichtet.

Reine Vormittagsstellen gibt es so gut wie nicht. „Gerade für die beiden Themenkomplexe Pflegepersonal und Zeitarbeit finden Ende März und Anfang April zwei größere Veranstaltungen statt,“ so der Rosenheimer Agenturleiter, „und zwar am 31.03.2011 ein Marktplatz Gesundheit und Pflege. Hier informieren ortsansässige Berufsfachschulen und Weiterbildungseinrichtungen über ihr Angebot. Am 07.04.2011 öffnet die Agentur für Arbeit wieder ihre Türen für eine Zeitarbeitsmesse. Die Personaldienstleister, also die Zeitarbeitsfirmen, präsentieren ihr Unternehmen und die zu besetzenden Stellen. Wir hoffen auf einen regen Besucherzuspruch und laden schon jetzt zu den kostenlosen Veranstaltungen ein.“ Die Anzahl der insgesamt gemeldeten Stellen (Stand 15.02.2011) beläuft sich für den Monat Februar auf 2560, darunter 2400 sozialversicherungspflichtige. Dies ist ein deutliches Plus gegenüber dem Vormonat, aber auch gegenüber dem Vorjahr.“

Der Arbeitsmarkt in den einzelnen Regionen des Agenturbezirkes Rosenheim:

In der Stadt Rosenheim ist die Zahl der Arbeitslosen mit 1901 Betroffenen gegenüber dem Vormonat um 68 Personen zurückgegangen. Die Arbeitslosenquote ist auf 6,1 Prozent gesunken. Von den betroffenen Personen werden derzeit 864 (minus 23) im SGB III – Bereich von der Agentur für Arbeit in Rosenheim betreut. Die Zahl der durch das Jobcenter Rosenheim Stadt betreuten Kunden im SGB II – Bereich ist mit 1037 gegenüber dem Vormonat ebenfalls gesunken (minus 45).

Der Landkreis Rosenheim weist eine Arbeitslosenquote von 3,7 Prozent auf. Hier sind mit 4664 erwerbslosen Personen, 104 weniger gemeldet als im Januar. Von den Beschäftigungslosen werden 2841 Personen durch die Hauptagentur in Rosenheim (SGB III) betreut, 69 weniger als im Januar. Das Jobcenter Landkreis Rosenheim (SGB II) ist für 1823 Frauen und Männer zuständig, 35 weniger als im Vormonat.

Der Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen verzeichnet mit 2168 gemeldeten Arbeitslosen eine Abnahme (minus 63) bei der Arbeitslosigkeit. Die Quote hat sich hier auf 3,5 Prozent verringert. Die Arbeitsagenturen Bad Tölz und Wolfratshausen betreuen insgesamt  375 Erwerbslose, 59 weniger als im Vormonat. Das Jobcenter Bad Tölz-Wolfratshausen kümmert sich um 793 SGB II – Kunden (minus vier gegenüber dem Vormonat).

Im Landkreis Miesbach beträgt die Arbeitslosenquote 4,4 Prozent (plus 0,1 Prozentpunkte zum Vormonat). Hier sind derzeit 2111 Personen erwerbslos gemeldet, 27 mehr als im Vormonat. 1404 Männer und Frauen werden von der Agentur für Arbeit in Holzkirchen betreut, vier mehr als im Januar. Die optierende Kommune verzeichnet bei der Arbeitslosigkeit gegenüber dem Vormonat ein Plus von 23 Betroffenen, aktuell sind 707 SGB II – Kunden als arbeitslos gemeldet.

Pressemitteilung Bundesagentur für Arbeit - Rosenheim

Quelle: rosenheim24.de

Rubriklistenbild: © dpa

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