"Nur Bier wird nicht getauscht"

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Fabian am Eingang zum Power Tower, der 66 Meter hoch ist.

Rosenheim/Raubling - "Am schönsten sind die 5000 Lämpchen, die am Abend im Flötzinger Festzelt so schön leuchten", schwärmt Quirin in Vorfreude auf die Jubiläumswiesn.

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Zusammen mit zwölf anderen "rasenden Reportern" schaute er sich im Rahmen des OVB-Ferienprogramms gestern auf dem Herbstfest um. "Alles ist so hell, freundlich und einladend. Das gefällt mir." Und Florian meint: "Die Girlanden aus Stoff sind so toll in der Auerbräu-Festhalle. Aber am besten sind die Leuchter im Auerbräu. Daran hängen kleine Brezn, Bierkrüge und Lebkuchenherzen." Ihr Fazit: Beide Bierburgen sind wunderschön.

Sebastian, Severin, Quirin, Florian und Martin stoßen im noch leeren Flötzinger Festzelt schon mal mit einer Limo an.

Exakt 7200 Plätze hat die Auberbräu-Festhalle, haben die Schüler aus Raubling von Festwirt Andreas Schmidt erfahren. Wenn mehr Bierdurstige hineinwollen, wird der Zugang durch Sicherheitskräfte gesperrt. Martin: "Dann werden die Türen geschlossen. Nur an einem Eingang dürfen dann die Festbesucher hinaus, und nur genauso viele dürfen dann wieder an einem anderen Eingang hinein." 670 Biergarnituren stehen insgesamt zur Verfügung, zu Beginn der Wiesn werden in der Festhalle 400 Garnituren neu geordert, rund 300 sind meist so beschädigt, dass sie wegkommen. Ganz genau Bescheid weiß hier Severin: "Die metallenen Füße der Garnituren sind im Auerbräu grün gestrichen, im Flötzinger-Festzelt blau. So kann man sie immer unterscheiden." Für den Fall, dass in einem Festzelt weitere Tische und Bänke benötigt werden, tauschen sie die Brauereien untereinander aus. "Sollte sich einmal ein Masskrug verirren, wird er ins richtige Zelt zurückgebracht." Und Sebastian: "Nur das Bier wird nicht getauscht."

Genau informiert über den Aufbau hat sich Severin bei Zeltmeister Christian Willmann. "Bei uns im Flötzinger Bierzelt dauert der Aufbau rund acht Wochen, dann steht das Zelt komplett. Der TÜV nimmt dabei jeden Arbeitsschritt unter die Lupe und nimmt am Ende alles ab." Insgesamt werden fünf Zimmerleute, sieben Studenten und etliche Elektriker zum Aufbau benötigt. Florian hat erfahren, dass 125 Bedienungen und sechs Schankkellner für das leibliche Wohl der Gäste sorgen. "Darüber hinaus arbeiten unter dem Kommando von Küchenchef Sebastian Kirner 50 Leute in der Küche", ergänzt Quirin.

Das beliebteste Wiesnessen überhaupt ist seit vielen Jahren unangefochten das Hendl, zusammen mit einer kühlen Mass Bier, sagen übereinstimmend die Küchenchefs der beiden Zelte. "Heuer gilt der Preis aus dem Vorjahr: Die Mass kostet 7,40 Euro."

Eine Sonderanfertigung ist das Flötzinger Bierzelt. "Es wird nur für die Wiesn in Rosenheim aufgebaut. Danach kommen drei Sattelschlepper der Firma Deuter aus Augsburg und transportieren die riesige Zeltplane inklusive der Gestänge ab", sagt Florian. Martin ergänzt: "Stromkabel und Lichtergirlanden werden in der Damentoilette bis zum nächsten Jahr eingelagert."

Power Tower als Attraktion

Elena, Theresa, Annalena sitzen mit Tommy Zandeli in der neuen Fischbraterei Bierbichler schon Probe.

Die größte Attraktion auf der heurigen Jubiläumswiesn ist der "Power Tower". Gestern wurde das Fahrgeschäft von Patrycjusz Idzikowski mit einem Team vom TÜV Süd genau unter die Lupe genommen. "Der Ingenieur prüfte die Sitze, die Verriegelungen und das gesamte Gerüst." Phillip ergänzt: "Manche Schrauben zog er nach und prüfte die Elektronik." Der Fachmann kennt sich gut aus und kontrolliert bereits seit mehreren Jahren für den TÜV die Fahrgeschäfte auf dem Herbstfest. Rund fünf Stunden dauert die Kontrolle des Power Tower. "Wenn er Fehler entdeckt, kann es bis zu zehn Stunden dauern, bis die Leute vom TÜV zufrieden sind", sagt Fabian. Pro Tag kontrollieren er und seine Kollegen zwei Fahrgeschäfte. "Allerdings nur die gefährlichen", so die beiden Raublinger Buben. "Man kann ruhig damit fahren, es wird sicher nichts passieren. Sicherheit wird groß geschrieben."

Die drei "rasenden Reporter" Anja, Stefanie und Fiona besuchten den Wohnwagen der Familie Schneider. Anja: "Der Wohnwagen für Mutter Christina und die zwei Kinder Ewald (14) und Walter (6) ist riesig. Durch Trennwände kann er in verschiedene Zimmer unterteilt werden." Ihre Schwester Stefanie ergänzt: "Der komfortable Wagen hat sogar Dusche, eine geräumige Toilette, eine große Küche mit Herd und Kühlschrank." Die 18-jährige Tochter Viktoria bewohnt ihr eigenes kleines "Reich". Ihr Anhänger steht nebenan. In der Winterpause trifft sich dann die ganze Familie, aber dann nicht mehr im Wohnwagen.

Nach der Wiesn geht es für die Schneiders aufs Münchner Oktoberfest. "Am liebsten ist die Schaustellerfamilie aber auf dem Rosenheimer Herbstfest. Da ist es noch gemütlich und viel entspannter, weil es noch überschaubar ist", erzählt den drei Schülerinnen Christina Schneider.

Mit ihrem Wohnwagen sind sie an die Rosenheimer Wasser- und Stromversorgung angeschlossen. Luxus pur: Auch die Toilette ist an den Abwasserkanal angeschlossen. Zusammen mit der Familie reisen rund zehn Mitarbeiter, die für den reibungslosen Auf- und Abbau sowie den Betrieb zuständig sind.

Die "Seele des Unternehmens" ist jedoch Christina Schneider: Sie kocht nicht nur für die ganze Mannschaft, sondern ist neben Hausfrau und Mutter auch an der Kasse, kontrolliert die Bücher und ist Ansprechpartnerin für alle "Wehwehchen". Fiona: "Sie liebt ihren Power Tower und fährt gerne selbst hin und wieder damit."

Richtig hübsch ist die Törggelenhütte Tatzlwurm, finden die "rasenden Reporter". "Sie besteht aus über 300 Jahre alten Holzbalken und wird jedes Jahr wieder neu aufgebaut. Während des Jahres werden die Einzelteile in 20 Containern gelagert", hat Elena von Juniorchef Karl Kiesl erfahren. Freundin Annalena ergänzt: "Auf dem Dach sind 120000 Schindeln." Besonders schön ist es in der Hütte: "Sie ist geschmückt mit vielen Hopfendolden, mit Fellen und Pferdegeschirr", erzählt Theresa. Am Kindertag kommt der "Tatzlwurm" höchstpersönlich: Der Drache ist aber ein ganz lieber und bindet mit den Kindern Blütenkränzchen für die Haare. Insgesamt gibt es 450 Sitzplätze.

Seit 102 Jahren ist der einst kleine Fischstand Bierbichler auf der Wiesn enorm gewachsen. Zur Jubiläumswiesn präsentiert sich Bierbichler als große Fischbraterei in der fünften Generation. Im ersten Stock haben 100 Gäste Platz. In luftiger Höhe gibt es Steckerlfisch, Garnelenspieße, Austern und Langusten. Dazu passt natürlich Champagner, Wein, Bier und Getränke ohne Alkohol. "Man hat von oben eine tolle Aussicht", schwärmen unisono die drei Mädels aus Raubling.

re/Oberbayerisches Volksblatt

Quelle: Herbstfest Rosenheim

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