„Des is´ doch lauter Krampf!“

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Pfarrkirche St. Vitus

Nußdorf – Der Stundenschlag der Kirchturmuhr von Sankt Vitus scheidet die Geister. Die Idee einen Holzklöppel einzusetzen, um den Stundenschlag leiser zu machen, soll nun doch nicht die Lösung sein:

Ein Anwohner der Kirche Sankt Vitus in Nußdorf bat die Gemeinde, bereits zum dritten Mal innerhalb von zehn Jahren, den Stundenschlag in der Nacht auszusetzen. Er würde durch die lauten Schläge keine Ruhe finden, so seine Begründung. Außerdem sei der Stundenschlag nicht mehr angebracht, in einer Zeit in der alles von Grund auf hektischer und lauter geworden sei. 

Einem Bericht nach sollte nun geprüft werden, inwiefern ein Holzklöppel anstelle eines Stahlklöppels die Stundenschläge etwas leiser machen könnte. Dieser Vorschlag kam in der jüngsten Gemeinderatssitzung vom Gemeinderat und Orgelbaumeister Alois Linder, nachdem das Aussetzen der Stundenschläge in der Nacht mit 10:5 vom Gemeinderat abgelehnt wurde.

Die Variante eines Holzklöppels lehnt der zweite Bürgermeister Christoph Niederthanner auf Nachfrage von rosenheim24 allerdings ab. Er nahm stellvertretend für den Bürgermeister Sepp Oberauer, der im Urlaub ist, Stellung: „Des is doch lauter Krampf! Ma ko an a Glockn doch koan Hoizklöppel hihenga!“ Wenn allerdings eine Reduzierung des Schalls anders möglich sei, dann würde der Gemeinderat sein Möglichstes versuchen. 

Es gebe zum Beispiel noch eine andere Variante. „Om an der Glockn ko ma de Fenster drahn, um den Schall zu reduziern. Aber sonst werd´ da nix gmacht!“, erklärt Niederthanner weiter. Bei den Fenstern handelt es sich um Schallöcher, die geschaffen wurden, um den Klang der Glocken besser nach außen dringen zu lassen.

Warum der zweite Bürgermeister gegen eine Veränderung an der Glocke ist, kann er auch begründen. Der Stundenschlag der Kirchenglocke von St. Vitus bestehe schließlich schon seit etwa 300 Jahren, erzählt der zweite Bürgermeister. Somit habe der Stundenschlag Tradition: „Ma ko sich ned über Sachen aufregn die scho über Jahrhunderte im Dorf san!“ Die Glocke bleibt damit erst einmal unverändert - wenn etwas getan wird, dann sind es wohl nur bauliche Veränderungen an den Fenstern.

Katrin Marie Röber

Quelle: rosenheim24.de

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