Lars aus Bad Aibling braucht Ihre Hilfe!

"Auf der Straße will ich nie wieder schlafen"

+
Lars möchte gerne sein Abitur machen. Eine drohende Obdachlosigkeit steht dem Wunsch jedoch im Weg.
  • schließen

Bad Aibling - Lars ist 18 Jahre alt, lebt bei Freunden und will sein Abitur machen. Warum der aufgeweckte Jugendliche trotzdem vielleicht bald kein Dach mehr über dem Kopf haben könnte:

"Ganze 18 Jahre jung und schon obdachlos. Lars (Name von der Redaktion geändert) steckt in Schwierigkeiten. Als er 15 wurde, fand seine Mutter einen neuen Freund, der Junge wurde lästig, er kam ins Kinderheim. Seit er 18 wurde, ist er obdachlos und zieht von Freund zu Freund. Der Vater zahlt etwas Unterhalt, und es gibt eine Aufstockung, eine Unterhaltsforderung gegen die Mutter wird gerade versucht, anwaltlich durchzusetzen. Die Aufstockung ist erst einmal bis zum 1. Juli bewilligt. Doch Lars braucht dringend eine Wohnung. An seinem jetzigen Ort kann er nicht bleiben, und er möchte nicht wieder auf die Straße."

Diesen Aufruf startete die Facebook-Gruppe "Die Notbremser" am Montag Nachmittag. Innerhalb von 24 Stunden wurde der Aufruf beinahe 150-mal geteilt. Der Fall wurde rege in den Kommentaren diskutiert. Eine dauerhafte Lösung für den Jugendlichen ist aber leider noch nicht in Sicht.

Unterstützung der Eltern - Fehlanzeige!

Lars wirkt ruhig, besonnen und absolut aufgeweckt. Dass er vielleicht bald obdachlos ist, hält er vor seinen Schulkameraden geheim. Neele H. (Name geändert. Anm. d. Red.)  selbst Mutter eines 21-jährigen Sohnes, weiß wie Jungs in diesem Alter ticken und war fassungslos als sie von Lars Schicksal erfahren hat. "Aufmerksam auf die Geschichte wurde ich in einer anderen Facebook-Gruppe: "Wohnungssuche Rosenheim". Lars hat dort seine Situation erklärt, und trotzdem gab es stundenlang keine Antwort. Ich habe ihn dann angeschrieben und seitdem schreiben wir uns regelmäßig", berichtet Neele. Sie wollte unbedingt helfen, nicht nur weil sie wisse, dass Jugendliche in Lars Alter doch meistens noch etwas Führung von den Älteren brauchen. "Man merkt, dass ihm die Sache sehr nahe geht, er schreibt auch nicht viel, dafür aber umso emotionaler", erklärt die Mutter mit einem gewissen Maß an Fassungslosigkeit über die Situation des Jungen.

Lars ist froh über die Trennung seiner Eltern

"Nach der Trennung meiner Eltern habe ich dann bei meiner Mutter gewohnt, der Kontakt war anfangs noch gut", berichtet Lars über die Zeit bevor er ins Heim kam. Als seine Mutter dann ihren jetzigen Lebenspartner kennengelernt hatte, traf sie eine verhängnisvolle Entscheidung. Sie entschied sich für den Mann und nicht für ihren eigenen Sohn. Nach vielen Streitigkeiten kam Lars schließlich ins Heim. Erst verbrachte Lars ein Jahr in Bad Aibling bis er schließlich nach Rosenheim "verlegt" wurde. Nach einer kurzen Zeit im betreuten Wohnen, entschloß sich Lars mit seiner damaligen Freundin zusammenzuziehen. "Leider hat das Ganze nicht lange gehalten", erinnert sich Lars. Eines Abends setzte ihn die junge Frau dann kurzerhand vor die Tür. "In dieser Nacht habe ich auf einem Stück Pappe geschlafen, das will ich nie wieder erleben", ergänzt der 18-Jährige. Seither verbringt Lars seine Nächte bei Feunden und Bekannten. 

"Auf der Straße will ich nie wieder schlafen"

"Im Moment stecke ich mitten in den Vorbereitungen für die Prüfungen zu meinem Realschulabschluß", berichtet der Jugendliche, der später gerne in der IT-Branche tätig wäre. Danach will er auf jeden Fall weiter zur Schule gehen und auch sein Abitur noch nachmachen. Dass er fit am Computer ist, hat der Jugendliche schon in seiner Kindheit bewiesen. Bereits vor einiger Zeit hat er zusammen mit einem Freund dessen Internetauftritt gestaltet.

An seine Grenzen steht der intelligente, junge Mann aber dann, wenn es darum geht mit den Behörden zurecht zu kommen. "Dieses Beamtendeutsch verstehe ich einfach nicht", gibt der 18-Jährige mit einer kleinen Portion Verzweiflung zu. Er verstehe auch nicht warum ihm die Ämter ab Juli auch noch weniger Geld für Wohnung und Lebensunterhalt zur Verfügung sellen wollen. "Da heißt es, dass ich die Schule von zu Hause aus, also von meinen Eltern aus, erreichen kann. Deswegen kriege ich weniger Geld. Aber ich wohne doch gar nicht mehr dort", beschreibt Lars die verfahrene Situation mit den betroffenen Ämtern.  

"Ich erreiche mein Ziel, egal auf welchem Weg"

"Jetzt ist es daran herauszufinden, wer Lars weiterhelfen kann, was ihm zusteht und wer nicht geholfen hat," so Neele. Anfragen an die Diakonie, die Caritas und die Kirche, die Lars mit Hilfe seines Vertrauenslehrers auf den Weg gebracht hatte blieben bis heute für den Jugendlichen ohne Antwort. "Post hab ich keine bekommen", bekräftigt Lars. Bis vor Kurzem war der Junge noch bei seiner ehemaligen Freundin gemeldet, die seine Post zumindest teilweise entsorgt hatte. 

Am Montag wandte sich Neele auch an den Bürgermeister der Stadt Bad Aibling. Bis heute hat sie jedoch auch hier keine Antwort erhalten. "Lars ist intelligent, nett und freundlich und will einfach nur seine Schule fertig machen. Und das am Besten in Bad Aibling, hier hat er Freunde," weiß Neele. Aktuell habe der 18-Jährige lediglich den Kindergeldanteil und den Unterhalt von seinem leiblichen Vater in Höhe von insgesamt 400 Euro für den monatlichen Lebensunterhalt zur Verfügung. Den Unterhalt seiner Mutter klagt er gerade ein. Bis Juli erhält der 18-Jährige noch einen Vorschuß vom Amt. Wie es danach weiter geht, und wann eine gerichtliche Einigung zu erwarten ist, weiß er nicht. "Lars sagt immer wieder: Jeder ist zu tiefst betroffen, jeder will helfen, aber es geht einfach nichts vorwärts", ergänzt Neele. Sie zeigt sich deshalb äußerst besorgt über die schulische Zukunft des Jungen. Vom Zurechtfinden im Ämterdschungel ganz zu schweigen.

"Im Moment brauche ich einfach nur ein Dach über dem Kopf", sagt Lars auf die Frage nach seinen Wünschen. Irgendwo in Bad Aibling, Kolbermoor oder Rosenheim und Umgebung würde sich der Jugendliche wünschen. "Ein kleines Zimmer mit Küchenzeile und einem Bad wäre wunderbar", so der 18-Jährige.  

Wer Lars helfen möchte und sympatischen jungen Mann eine Bleibe bieten kann, kann sich gerne mit seinem Vorschlag an rosenheim24 wenden. Einfach eine E-Mail mit Informationen oder Kontaktdaten an sascha.ludwig@ovb24.de schicken, wir leiten die Daten umgehend an den Betroffenen weiter.

Quelle: rosenheim24.de

Zurück zur Übersicht: Bayern

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser