Detaillierte Pläne der Öffentlichkeit vorgestellt

Salzachzentrum soll 65 Millionen Euro kosten

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Das Interesse der Bürgerinnen und Bürger am neuen Burghauser Salzachzentrum war auch am Mittwoch im Bürgerhaus ungebrochen.
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Burghausen - Langsam gehen die Planungen der "Neuen Stadtmitte" und des Salzachzentrums an der Marktler Straße in die konkrete Phase. Welche Details es nun noch vor dem Baubeginn zu klären gilt:

In einer öffentlichen Präsentation am Mittwoch Abend im Bürgerhaus stellten die Stadtverwaltung und Vertreter der Investoren, zusammen mit den Geschäftsführern des Ingenieur-Büros "ING" die Planungen für die künftige "Neue Stadtmitte" an der Marktler Straße im Norden von Burghauen vor. Zahlreiche interessierte Bürgerinnen und Bürger waren der Einladung von Bürgermeister Hans Steindl gefolgt und erhielten neue Informationen rund um das geplante, neue Salzachzentrum, die Erweiterung der Tiefgarage und über die Veränderungen der Verkehrsführung.

An den Planungen zur Optik hat sich im Vergleich zur Präsentation im März nicht viel geändert.

Nach einem kurzen Abriss der Vorgeschichte fasste der Geschäftsführer der Wirtschaftsförderungsgesellschaft Burghausen, Anton Steinberger, die Beweggründe zum Bau eines neuen Salzachzentrums für die Anwesenden zusammen: "Burghausen ist die einzige Stadt im Umkreis, in der der Kaufkraftindex nach oben geht, der Umsatz jedoch rückläufig ist. 42% der Kaufkraft geht nach außen," so Steinberger. Diesem Trend wolle man mit der Errichtung der Shopping-Mall entgegenwirken. Man sehe das Projekt in seiner Gesamtheit als wesentlicher Bestandteil der Stadtentwicklung und der zukünftigen Ausrichtung im Gefüge der umliegenden Städte. Und schließlich bringe der Bau des Salzachzentrums neben zusätzlicher Lebensqualität für die Bürger den angenehmen Nebeneffekt, dass die Burghauser ihr Geld auch in der Stadt ausgeben würden, von den zusätzlichen Arbeitsplätzen ganz zu schweigen, so Anton Steinberger.

SES: 26 Center mit 2,56 Milliarden Euro Umsatz

Nach den einführenden Worten von Anton Steinberger stellte der Geschäftsführer der SES (Spar European Shopping Centers), Marcus Wild, sich, den Investor und das geplante Einkaufszentrum im Detail vor. Man verstehe sich im Bereich Shopping-Center als eine Art "All-in-One"-Anbieter. Nach der Entwicklung der benötigten Flächen, dem sogenannten Development, und dem Leasing, der Vermietung der geplanten Ladenflächen, übernehme das Unternehmen im Anschluss auch den Bau des Einkaufszentrums und die Betreuung der Anlage, das Facility Management. Die Firma SES betreibe laut Aussage von Geschäftsführer Wild 26 Malls in vier Ländern mit einem Jahresumsatz von 2,56 Milliarden Euro. In den Einkaufszentren des Konzerns fänden insgesamt 1.700 Geschäfte auf über 750.000 Quadratmeter Platz. Ungefähr 110 Millionen Menschen kauften dort in jedem Jahr ein, so Marcus Wild.

So stellen sich die Planer die Aufteilung im Erdgeschoß des neuen Salzachzentrums vor.

Für den Standort Burghausen haben die Investoren, zusammen mit ihren Partnern der Taurus GmbH, ein Investitionsvolumen von insgesamt 65 Millionen Euro geplant. Dabei soll im Areal zwischen Berliner Platz, Marktler Straße, Robert-Koch-Straße und Badhöringer Straße ein Komplex entstehen, der auf 15.000 Quadratmetern Platz für 50 Geschäfte bietet. Die neue Garage unter dem Einkaufszentrum soll künftig Platz für 400 Autos bieten und mit einer neugebauten Anlage unter der Marktler Straße verbunden werden, die nochmal 270 Parkplätze bieten soll. Eine Verbindung zur bestehenden Tiefgarage, die bis zum Burghauser Bürgerhaus reicht, ist ebenfalls geplant. 500 neue Arbeitsplätze könnten im Zuge einer möglichen Fertigstellung bis Herbst 2016 nach 18 monatiger Bauzeit zur Verfügung stehen. Die Verwendung von hochwertigen Baumaterialen und viel Glas für einen hohen Anteil an Tageslicht im Gebäude, soll zu einem besonderen Gefühl des Wohlempfindens beitragen, erklärt Marcus Wild. Vor Baubeginn müsse man jedoch insgesamt 50 Prozent der Fläche fix vermietet haben. Als einziger sogenannter "Anchor-Store" habe zum jetzigen Zeitpunkt die Firma EDEKA zugesagt. Weitere Aussagen zu möglichen Mietern wollte Geschäftsführer Marcus Wild am Mittwoch Abend nicht treffen.

Lastwagen und die Verkehrsführung

Vor dem neuen Salzachzentrum soll in jedem Fall ein Kreisverkehr zur Verkehrsregulierung entstehen.

"Ohne eine Umstrukturierung des Verkehrs an der Marktler Straße ist das Projekt nicht zu realisieren", mahnte Bürgermeister Steindl die Anwesenden und gab zugleich die Absicht bekannt, den Schwerlastverkehr komplett aus der "Neuen Stadtmitte" zu verbannen. Auf welchen Wegen die Lastwagen auf der Achse Salzburg - Passau jedoch in Zukunft verkehren könnten, blieb bei der Informationsveranstaltung weitestgehend offen. Eine Kreisverkehr-Lösung zwischen der nördlichen Stadtgrenze und dem künftigen Einkaufszentrum solle jedoch die Verkehrsströme regeln und auch eine angenehme Zufahrt zur Tiefgarage ermöglichen. Das Burghauser Ingenieur-Büro "ING" unter Leitung von Helmut Weidacher Anton Kagerer und  legte dazu zwei Planungsansätze und passende Visualisierungen vor. Die Zufahrt zur Tiefgarage könne entweder direkt im Kreisverkehr oder auch weiter südlich erfolgen.

Als "wichtigstes Stadtentwicklungsprojekt der letzten 50 Jahre" bezeichnete Hans Steindl das Großprojekt am Mittwoch. Man verfüge über einen rechtsgültigen Bebauungsplan, ein Baurecht bestehe. Die Pläne wurden in öffentlicher Sitzung beraten, lediglich Anpassungen würden aktuell noch von der Firma SES vorgenommen, man wolle schnellstmöglich mit dem Bau beginnen, bekräftigte der Bürgermeister sein Vorhaben im Bürgerhaus.

Wo geht die Reise hin?

Neben der Etablierung als Kultur- und Sportstadt in der Vergangenheit, sei das Ziel der der Stadtväter sich auch in den Bereichen Tourismus, Einkaufen und Bildung einen Namen zu machen. "Wir haben alle Voraussetzungen, die wir für diesen Weg brauchen", erklärte Steindl in Bezug auf die Zukunftsperspektive der Salzachstadt. Neben dem geplanten Einkaufszentrum wolle man Burghausen künftig zu einem Hochschulstandort in Zusammenarbeit mit Rosenheim oder Deggendorf weiterentwickeln. 600 Studenten mit einer Studienzeit die auf drei Jahre ausgelegt, könne sich Steindl dabei sehr gut vorstellen. Und auch im Bereich Tourismus könne mit der malerischen Landschaft, der einzigartigen Altstadt und der weltbekannten Burg nicht viel falsch laufen.

Quelle: innsalzach24.de

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