Österreichische Studie: Isar I könnte zu Super-GAU führen

Wien - Österreich fährt weiter schwere Geschütze gegen die Laufzeitverlängerung des Atomkraftwerks Isar I bei Landshut auf: Am Freitag wurde eine Studie präsentiert, die dem Reaktor ein vernichtendes Zeugnis ausstellt:

Käme es zu einer Kernschmelze, müsse mit einem massivem Austritt radioaktiver Strahlung gerechnet werden, stellte der Wiener Risikowissenschafter Wolfgang Kromp fest, der die Studie erarbeitet hat. Sie war von der oberösterreichischen und der niederösterreichischen Landesregierung sowie der Umweltanwaltschaft in Auftrag gegeben worden. Das Hauptproblem ist für Kromp die Schweißnaht im Reaktordruckbehälter, an der “der Zahn der Zeit nagt“, sagte er vor Journalisten. Eine Überprüfung sei allerdings nicht möglich, denn in den Behälter vorzudringen wäre wegen der Strahlungsbelastung “ein tödliches Unternehmen“.

"Hauptgefahr ist die Materialermüdung"

Einer Explosion des Druckbehälters könne die Sicherheitshülle eines Kernkraftwerks nicht standhalten, betonte der Experte. Die Hauptgefahr bei Isar I sieht Kromp in Materialermüdung und menschlichem Versagen. Aber auch Erdbeben stellten eine Gefahr für die Schweißnähte dar. Das niederbayerische Kernkraftwerk ist besonders umstritten, weil es zu den ältesten in Deutschland gehört und neueren Meilern sicherheitstechnisch unterlegen ist.

Die Laufzeitverlängerung hat einen Streit mit dem benachbarten und atomstromfreien Österreich ausgelöst. “Wenn etwas passieren würde, würde das kontaminierte Wasser über die Isar in die Donau gelangen“, sagte kürzlich Österreichs Umweltminister Nikolaus Berlakovich der Deutschen Presse- Agentur.

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