Nach Prügel-Vorwürfen: Aufseher für Wiesn-Wirt Sepp Krätz?

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Promi-Wirt Sepp Krätz.

München - Nach den Prügel-Vorwürfen der vergangenen Wiesn bekommt Hippodrom-Wirt Sepp Krätz für 2011 nur eine Wiesn-Konzession auf Bewährung. Außerdem wird überlegt, eine Art Aufseher für den Wiesn-Wirt einzusetzen.

Er soll getobt haben, einen Kellner am Ohr gepackt und sogar Faustschläge verteilt haben – nur weil Angestellte mit auf die Bühne wollten. Ein Riesen-Eklat am letzten Wiesn-Abend im Hippodrom, der dem Beschuldigten, Wirt Sepp Krätz (56), großen Ärger einbrachte. Krätz bestreitet zwar die meisten Handgreiflichkeiten, musste sich aber zumindest dafür entschuldigen, dass er Kellner von der Bühne „gedrängt“ habe – auch weil ein Handyvideo von den Minuten danach existiert, wo er das zugibt. Die Konsequenz: Seine Wiesn-Konzession bekommt Krätz heuer nur auf Bewährung. Wie die tz jetzt erfuhr, gibt es offenbar sogar Überlegungen, eine Art Aufseher einzusetzen.

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„Im Nachgang des Vorfalls haben wir sehr viele Gespräche geführt, auch darüber, wie so etwas in Zukunft vermieden werden kann“, sagt Wirtschaftsreferent Dieter Reiter. „Herr Krätz hat sich sehr kooperativ gezeigt. Angedacht ist etwa die Möglichkeit, einen Betriebsleiter einzusetzen, der zwischen Angestellten und dem Wirt steht, so dass weniger direkte Kontakte und damit Reibungspunkte entstehen.“ Reiter hofft, dass Sepp Krätz verstanden habe, worum es geht.

Bald steht Krätz’ erster Auftritt als Festwirt nach dem Vorfall an: Er wird vom 29. April bis zum 15. Mai zum zweiten Mal mit seinem kleinen Hippodrom auf dem Frühlingsfest vertreten sein. Hier ist zwar nicht die Stadt Veranstalter wie bei der Wiesn, sondern die Veranstaltungsgesellschaft der Münchner Schausteller, Wirtschaftsreferent Dieter Reiter schaut beziehungsweise hört diesmal trotzdem ganz genau hin. „Nach diesem unerfreulichen Vorfall sickern Auffälligkeiten bestimmt sofort zu uns durch. Ich denke, Herrn Krätz ist bewusst, dass er dann im Fokus steht. Er hat gelobt, alles besser zu machen. Man wird sehen, wie ernst er das meint.“ Das Frühlingsfest ist die erste Bewährungsprobe in einem Jahr unter angekündigter schärfster Beobachtung – in der der Wirt des Andechser am Dom und der Waldwirtschaft Großhesselohe den Titel „Gastronom des Jahres 2011“ trägt.

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„Ich muss mich nicht beweisen, weil ich mir nichts vorzuwerfen habe“, sagt Krätz zur tz. „Ich bin 30 Jahre Gastronom und habe nie einem eine geschmiert. Da ist ja auch nichts bewiesen.“ Er freue sich aufs Frühlingsfest und hoffe, dass heuer noch mehr Besucher kommen. Vergangenes Frühjahr besuchten auch dank des Hippodroms 100 000 mehr Münchner die Theresienwiese als 2009 (300 000). Wird Krätz denn auf dem Frühlingsfest und der Wiesn irgendetwas ändern? „Ich rede jetzt nicht über die Wiesn, sondern über das Frühlingsfest. Ich werde meinen Job wie immer weitermachen, weil ich nichts falsch gemacht habe.“

nba

Quelle: Oktoberfest live

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