Wiesn-Verlängerung: SPD zaudert, Wirte sind dafür

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Vor allem die Münchner sollen von dem geplanten Zusatztag profitieren.

München - Die Pläne für einen dauerhaften Zusatztag auf der Wiesn, der vor allem Münchner zugute kommen soll, stoßen bei Wirten und Schaustellern auf Zustimmung. Nur die SPD ist noch skeptisch.

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Geheimplan: Wiesn immer einen Tag länger?

Der Vorschlag von CSU-Rathausfraktionschef Josef Schmid, die Wiesn dauerhaft um einen Tag zu verlängern, stößt bei der Münchner SPD offiziell auf wenig Gegenliebe. Dabei hat der rote Wiesn-Stadtrat Helmut Schmid bei den Schaustellern bereits einen ähnlichen Vorschlag gemacht. Alles also nur politisches Geplänkel? Die Wiesn-Wirte und Schausteller jedenfalls würden liebend gerne einen Tag länger öffnen.

Die Planungen für einen dauerhaften 17. Wiesn-Tag sind offenbar weiter gediehen, als bislang angenommen. So sprach Helmut Schmid schon am 1. Februar bei der Jahreshauptversammlung der Münchner Schausteller (MSV) über diesen „Münchner Tag“.

„Herr Schmid sagte, dass der zusätzliche Wiesn-Tag voriges Jahr allerseits sehr gelobt wurde. Und dass er nichts dagegen hätte, wenn er immer stattfinden würde“, so MSV-Schriftführer Reinhold Brenner zur tz.

Nachdem nun CSU-Rivale Josef Schmid mit diesem Vorschlag an die Öffentlichkeit gegangen ist, will Helmut Schmid nichts mehr davon wissen: „Wir bräuchten dazu immer einen Anlass,“ sagte er am Montag zur tz. Es habe dazu auch noch keine Besprechungen gegeben.

Doch  auch Wirtschaftsreferent und OB-Kandidat in spe, Dieter Reiter (SPD), kennt das Thema: Der dauerhafte Zusatz-Montag sei keine neue Idee, lässt er ausrichten. Man solle die Sache aber ganz genau prüfen. SPD-Fraktionschef Alexander Reissl, ebenfalls ein potenzieller OB-Anwärter, wiederum sagt: „Wir glauben nicht, dass das der Wiesn etwas bringt. Die 16 Tage haben sich bewährt.“ Und Josef Schmids Rechnung, dass man mit dem Zusatzmontag die Bierpreise stabil halten könne. sei skurril: „Müssen wir dann irgendwann einen 19. oder 20. Tag anhängen, um den Bierpreis stabil zu halten?“

Die Wiesn-Wirte sehen das anders: „Wenn das Zelt einen Tag länger steht, kann man den Bierpreis schon niedriger ansetzen“, so Löwenbräuzelt-Wirt Wiggerl Hagn. „Ich fände es gut, wenn wir noch diesen entspannten Montag hätten.“ Auch Winzerer-Fähndl-Wirt Peter Pongratz meint: „Der Münchner Montag wäre eine tolle Idee, voriges Jahr war es da einfach sehr entspannt.“ Das sehen auch die kleineren Wirte wie Werner Hochreiter oder Schausteller -Schriftführer Brenner so.

Johannes Welte

Ist das für Anwohner zumutbar?

Jedes Jahr ein zusätzliches Festgelände für die historische Wiesn und dann vielleicht auch noch ein zusätzlicher Oktoberfest-Tag – was bedeutet das für die Anwohner? „Jetzt passiert genau das, wovor der Bezirksausschuss 2 Ludwigsvorstadt/Isarvorstadt immer gewarnt hat. Nämlich eine Ausweitung des Oktoberfestes“, warnt Bezirksausschuss-Mitglied Friedrich Kraus (CSU). Dies geschehe bereits durch die jährliche Wiederholung der historischen Wiesn, die alle Fraktionen des Stadrates im Dezember beschlossen haben. „Die Meinung und die Warnungen der Anwohner werden völlig ignoriert“, so Kraus in einer schriftlichen Erklärung. Der letzte Wiesn-Sonntag habe gezeigt, dass das Oktoberfest an ­seine Grenzen gelangt sei. Kraus warnt vor einem „zweiten Duisburg“, in Anspielung auf die Katastrophe bei der Love Parade 2010 mit 19 Toten.

Wirtschaftsreferent Dieter Reiter und Wiesnstadtrat Helmut Schmid (beide SPD) geben tatsächlich zu bedenken, dass man vor einer Verlängerung der Wiesn um einen „Münchner Tag“ die Belastungen der Anwohner berücksichtigen müsse. CSU-Rathauschef Josef Schmid hingegen gibt zu bedenken: „Nimmt man den Abbau hinzu, wird die Theresienwiese auch bei einem Zusatzmontag nicht länger in Beschlag genommen also ohne.“ Außerdem seien es die vom Rathaus auf der Theresienwiese genehmigten Events, die zunehmen und den Anwohnern das Leben schwer machten. Was die Überfüllung der Wiesn betrifft: „Der zusätzliche Tag soll ja den Andrang entzerren, wenn am Montag die Münchner nochmal auf die Wiesn können, während die Touristen nur am Wochenende kommen.“

We.

Quelle: Oktoberfest live

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