Oldtimer-Händler verschwieg Fiskus Millionen

Landkreis/München - Im Prozess um Steuerhinterziehung im Zusammenhang mit luxuriösen Oldtimern hat der hauptangeklagte Geschäftsführer (50) ein Teilgeständnis abgelegt.

In einer von seinem Verteidiger verlesenen Erklärung räumte der frühere Geschäftsführer eines Autohauses für Luxus-Oldtimer im Landkreis Rosenheim ein, im Jahr 2005 eine Provisionszahlung in Höhe von 8,9 Millionen Euro dem Fiskus verschwiegen zu haben. Mittlerweile will er den von ihm ausgerechneten Steuerschaden in Höhe von 5,3 Millionen Euro wieder zurückbezahlt haben.

"Ich wollte einmal so richtig Kasse machen", sagte Verteidiger Wolfgang Kreuzer im Namen seines Mandanten in der Sitzung vor dem Landgericht München II. Diese Formulierung wollte der 50-Jährige, der im Landkreis Rosenheim lebt, später so nicht stehen lassen.

Das müsse man sich mal vorstellen, brach es regelrecht aus ihm heraus, wenn da "plötzlich jemand kommt, der locker vier, fünf Millionen Euro ausgibt", sagte der Angeklagte. Damit bezog er sich auf Stefan Schörghuber, der sein bester Kunde gewesen war. Schörghuber starb im Jahr 2008. Den Tod des Mannes bezeichnete Anwalt Kreuzer für seinen Mandanten als wirtschaftliche Katastrophe.

Insgesamt wickelte der Unternehmer über das Autohaus rund 200 Autoverkäufe ab. Gut 200 Millionen Euro wurden umgesetzt. Der Hauptangeklagte räumte auch ein, noch weitere Geschäfte nicht gemeldet zu haben. Er wollte sich in der Schweiz ein neues Standbein aufbauen und hatte sogar das Auswandern ins Kalkül gezogen. Deshalb ließ er viele Gelder einfach dort - so auch die Millionen schwere Provision. Mittlerweile habe er aber alle Kontounterlagen über seine schweizerischen Geschäfte den Finanzfahndern zur Verfügung gestellt.

Der mitangeklagte Geschäftskollege (49) machte gestern keine Angaben. Der Prozess soll heute fortgesetzt werden.

wal/Oberbayerisches Volksblatt

Quelle: rosenheim24.de

Rubriklistenbild: © dpa

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