So viel kostet die Olympia-Bewerbung

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Traunstein - In einer Kreistags-Sondersitzung wurde am Freitag das Konzept für die Olympia-Bewerbung 2022 vorgestellt. Wieviel das Projekt kosten soll, erfahren Sie hier:

Mit 33 Millionen Euro war die Bewerbung für die Olympischen und Paralympischen Spiele 2018 nicht gerade günstig. Deswegen gab es bei der neuen Bewerbung die Vorgabe, die Kosten zu reduzieren. Und genau das wurde mit dem neuen Konzept geschafft: Nach ersten Berechnungen des Deutschen Olympischen Sportbunds wird die Bewerbung für die Spiele 2022 bei rund 29 Millionen Euro liegen, also 12 Prozent unter den Kosten von 2018. Ohne Risikoreserve und inflatiosbereinigt wären es sogar nur 25,5 Millionen Euro.

Auf die Landkreise Traunstein und Berchtesgadener Land würden dabei Kosten in Höhe von maximal 395.000 Euro zukommen. Finanziert werden soll das ganze aus dem Budget des Chiemgau Tourismus e.V. - verteilt über die nächsten drei Jahre. "Die Olympischen-Spiele haben einen wesentlich höheren Werbe-Effekt, als alles was man sonst machen könnte", ist Landrat Hermann Steinmaßl überzeugt.

Damit das Konezpt aber auch aufgeht, muss der Löwenanteil der Bewerbungskosten aus der Wirtschaft kommen. Doch nach Auffassung des Landrats, wird das kein Problem sein: "Bisher sind mehrere unterzeichnete Absichtserklärungen eingegangen, in denen bislang Sach- und Geldleistungen in Höhe von zirka 12 Millionen Euro im Falle einer Bewerbung zugesagt werden", so Steinmaßl.

Doch vorerst müsse man natürlich erstmal den Ausgang des Bürgerentscheids abwarten. Am 10. November müssen dann nämlich die Bürger in den Landkreisen entscheiden, ob sie die Spiele in ihrer Region haben wollen, oder nicht.

Das Konzept und die Auswirkungen

Kunsteisbahn am Königssee:

Auf der Kunsteisbahn am Königssee sollen die Bob-, Rennrodel- und Skeleton-Wettkämpfe ausgetragen werden. Vorteil: Die Strecke wurde vor der FIBT Bob- und Skeleton WM 2011 modernisiert, umgebaut und entspricht den Anforderungen, die Seitens des IOC an eine Olympische Sportstätte gestellt werden.

Chiemgau-Arena Ruhpolding:

Für die Biathlon-Wettkämpfe wurde die Chiemgau-Arena auserkoren. Auch diese wurde, im Vorfeld der Biathlon-WM 2012, bereits ausgebaut und umfassend modernisiert. Daher müssten an der Chiemgau-Arena keine grundlegenden Veränderungen vorgenommen werden.

Am Unternberg in Ruhpolding:

Anders sieht es bei den Langlauf-Wettbewerben am Unternberg aus. Dort müssten temporäre Änderungen und Umbauten vorgenommen werden, die aber auch wieder zurückgebaut werden sollen. Am Nordhang des Unternbergs würden dann Loipen als temporäre Langlaufsportstätte, mit einer Zuschauerkapazität von rund 20.000 Zuschauern, ausgebaut werden.

Inzell:

Ein Olympisches und Paralympisches Dorf soll in Inzell entstehen. Dementsprechend würde das rund 1700 Betten umfassende Dorf neben bereits bestehenden Einrichtungen am Außerfeld und temporärer Bebauung mit Modulbauten auch neue permanente touristische Wohnbauten aufweisen. Diese Umbaumaßnahmen sollen in Übereinstimmung mit den Planungsabsichten der Gemeinde Inzell durchgeführt werden. Auch Bürgermeister Martin Hobmaier beführwortete dieses Konzept. "Vielleicht können wir so auch endlich das Hotel, dass wir dringend benötigen, errichten."

Max Aicher Arena Inzell:

Das Medienzentrum könnte im Rahmen der Olympischen und Paralympischen Winterspiele ebenfalls in Inzell, in der Max Aicher Arena, untergebracht werden.

Kritik am Konzept von einigen Kreistags-Mitgliedern

Bei der Kreistagssonder-Sitzung am Freitag waren die Befürworter der Olympischen-Spiele im Allgemeinen, und der Bewerbung im Besonderen, klar in der Überzahl.

Aber auch kritische Stimmen, von Seiten der Grünen und der ÖDP, gab es nicht zu knapp. Sepp Hohlweger, Grünen-Fraktionssprecher, beanstandete die Aussage- und Rechtskraft des Bürgerentscheids: "Wir wollen uns nicht von Gemeinden wie Traunreut und Tittmoning, die von den Spielen nicht direkt betroffen sind, bevormunden lassen."

Bei einer Vielzahl der anwesenden Kreistags-Mitgliedern stieß diese Aussage auf starken Widerspruch. Besonders Dr. Peter Ramsauer forderte Hohlweger dazu auf, den Landkreis nicht durch solche "Spitzfindigkeiten" aufzuspalten.

Demo gegen Olympia-Bewerbung

Der ÖDP-Fraktionsvorsitzende Helmut Kauer hatte zudem noch einen Antrag eingebracht, um eine zweite Frage in den Bürgerentscheid mitaufzunehmen. Dadurch wollte die Ökologisch-Demokratische Partei absichern, dass es beispielsweise "keinen Eingriff in Schutzgebiete" und den "uneingeschrenkten Verkauf regionaler Produkte (auch in den Stadien)" bei den Winterspielen geben wird.

Doch der Kreistag entschied sich am Ende mit einer großen Mehrheit dafür, den Antrag abzulehnen. Große Zustimmung fand im Gegenzug die "Konzeptstudie" und die Durchführung des Bürgerentscheids. Somit haben nun die Bürger am 10. November das Wort.

Quelle: chiemgau24.de

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