Neue Reaktionen zum Sieg von "Nolympia"

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Freude und Enttäuschung über das Abstimmungsergebnis im Berchtesgadener Landratsamt.
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Region - In München, Garmisch-Partenkirchen, Traunstein und dem BGL wurde am Sonntag über die Olympia-Bewerbung abgestimmt. "Nolympia" hat dabei einen deutlichen Sieg davongetragen. **NEU: Videos**

Mit Spannung wurden die Ergebnisse der Olympia-Bürgerentscheide in München, Garmisch-Partenkirchen und den Landkreisen Traunstein und Berchtesgadener Land erwartet. Es wurde ein klarer und durchaus überraschender 4:0-Sieg der Olympia-Gegner!

UPDATE 8.35: Nie wieder Olympische Spiele in Deutschland?

„Ich glaube, es ist eine generelle Skepsis gegenüber sportlichen Großereignissen“, meint Michael Vesper, der Generaldirektor des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB).

Die Kritik am IOC kann der Münchner OB Christian Ude nur teilweise nachvollziehen: Auch er selbst finde im Internationalen Olympischen Komitee durchaus „Persönlichkeiten, mit denen ich ganz und gar nicht einverstanden bin“, sagte er der Nachrichtenagentur dpa: „Aber so ist das, wenn man sich um einen Kontinent oder auf der ganzen Welt bemüht.“ Der Bogen der IOC-Kritik sei überspannt worden.

Unterdessen träumen die Grünen von einem endgültigen Abschied Deutschlands als möglicher Olympia-Gastgeber:„Ich glaube, in ganz Deutschland sind Olympia-Bewerbungen mit dem heutigen Tag vom Tisch“, sagte Ludwig Hartmann, der Fraktionsvorsitzende der Grünen im Bayerischen Landtag.

UPDATE 6.55 Uhr: Wirtschaft bedauert Ablehnung

Mit tiefer Enttäuschung hat die IHK für München und Oberbayern den Ausgang der Bürgerentscheide gegen die Olympischen Winterspiele 2022 aufgenommen. „Ein solches Sonderkonjunkturprogramm wird es für uns auf lange Zeit nicht mehr geben“, meint die IHK-Hauptgeschäftsführer Peter Driessen.

Die olympischen Winterspiele 2022 hätten dem Wirtschaftsstandort enormen Rückenwind geben, sowohl für den Arbeitsmarkt sowie für Infrastrukturprojekte und zwar bereits auch in der Bewerbungsphase. „Diese Riesen-Chance ist nun perdu“, so Driessen.

UPDATE 6.40 Uhr: Videos - Die Reaktionen aus den Landratsämtern

Unsere Reporter waren am Sonntagabend in den Landratsämtern in Traunstein und in Bad Reichenhall. Die ersten Reaktionen der Sieger und Verlierer auf Video:

Landkreis Traunstein:

Landkreis Berchtesgadener Land:

UPDATE 20.20 Uhr - Auch München und GAP negativ

Ergebnisse zum Nachlesen:

Landkreis Traunstein

Landkreis Berchtesgaden

Die Endergebnisse aus München und Garmisch-Partenkirchen sind wir Ihnen noch schuldig. In der Landeshauptstadt stimmten 52,1 Prozent mit "Nein", im Werdenfelser Land waren 51,56 Prozent dagegen. 

UPDATE 19.45 Uhr - Endergebnis BGL

Auch aus dem Berchtesgadener Land liegt nun das vorläufige Endergebnis vor. Es gab insgesamt 14.652 Ja- (45,83 Prozent) und 17.268 Nein-Stimmen (54,02 Prozent). Damit haben sich die Bürger auch hier deutlich gegen eine erneute Bewerbung Münchens für die Olympischen Winterspiele ausgesprochen.

Grünen-Politiker Zimmer zeigte sich erfreut: "So ein klares Votum hätte ich ehrlich gesagt nicht erwartet!" Landrat Georg Grabner bilanzierte in einer ersten Stellungnahme: "Natürlich bin ich enttäuscht! Das negative Ergebnis zeigt, dass es in Deutschland immer schwieriger wird, Großprojekte umzusetzen. Den Gegnern ist es offensichtlich besser gelungen, die Leute zu mobilisieren!"

UPDATE 19.30 Uhr - Steinmaßl und Angerer enttäuscht

Traunsteins Landrat Steinmaßl zeigte sich in einer ersten Reaktion natürlich enttäuscht: "Zum Ende meiner Amtszeit hätte ich mir natürlich so ein Event für den Landkreis, vor allem auch aus infrastruktureller Sicht, gewünscht!" Auch Weltklasse-Langläufer Tobi Angerer konnte es nicht fassen: "Das habe ich so nicht erwartet. Ich sehe jetzt vor allem für die Nachwuchsarbeit in den kommenden Jahren große Probleme!"

UPDATE 19.25 Uhr - Endergebnis Traunstein

Aus Stadt und Landkreis Traunstein liegt das vorläufige Endergebnis vor. Nur drei (Ruhpolding, Engelsberg, Pittenhart) Gemeinden stimmten mehrheitlich mit "Ja", alle anderen waren dagegen. Insgesamt gab es 40,33 Prozent Ja-Stimmen und 59,67 Prozent Nein-Stimmen.

UPDATE 19.05 Uhr - BGL: Nur Schönau dafür

Auch im Berchtesgadener Land zeichnet sich nun ein klarer Trend gegen Olympia ab. 10 von 15 Gemeinden waren um 19 Uhr bereits ausgezählt. Neun Gemeinden votierten mehrheitlich dagegen, nur Schönau am Königssee stimmte mehrheitlich mit "Ja". Insgesamt gab es bis 19 Uhr 8046 Ja- und 9354 Nein-Stimmen zu verzeichnen (Wahlbeteiligung 40,3 Prozent).

UPDATE 18.55 Uhr - 19 von 20 sagen "Nein"

Im Landkreis Traunstein wird die Lage immer klarer. 20 von 35 Gemeinden sind bereits ausgezählt. Nur Engelsberg votierte mit "Ja", in allen anderen Stimmkreisen war eine klar ablehnende Haltung von bis zu 70 Prozent erkennbar. Die letzte Hoffnung liegt laut einem Sprecher jetzt noch auf dem Süden des Landkreises.

UPDATE 18.25 Uhr - Erstes Gemeinde-Ergebnis

Im Landratsamt Traunstein sieht man die vermutlich hohe Wahlbeteiligung - in den unmittelbar betroffenen Gemeinden Inzell und Ruhpolding wird sogar von 40 bis 50 Prozent gemunkelt - als positives Zeichen. Das erste Endergebnis spricht allerdings nicht für diese These: In der Gemeinde Palling stimmten nur rund 43 Prozent mit "Ja". Fast 57 Prozent der Wähler sagten hingegen "Nein".

Bilder aus dem Landratsamt Traunstein

Olympia-Bewerbung im Landratsamt Traunstein

In Stadt und Landkreis Traunstein sieht die Lage noch düsterer aus. Laut unserem Reporter vor Ort verschlechtert sich die Stimmung dort von Minute zu Minute. Die Tendenz geht klar Richtung Ablehnung. "Negativer Spitzenreiter" ist bislang die Gemeinde Vachendorf, wo rund 68 Prozent mit "Nein" votierten. Auch die ersten Ergebnisse aus München und Garmisch-Partenkirchen lassen schon erahnen, wie dieser Bürgerentscheid wohl ausgehen wird...

UPDATE 18.05 Uhr - Grüne klar dagegen

Die Grünen hoffen indes auf ein deutliches Votum gegen Olympische Spiele in unserer Region. "Eine Prognose ist zwar schwer vorherzusagen, aber ich hoffe auf eine große Mehrheit gegen eine Bewerbung! Hoffentlich haben viele Menschen erkannt, dass das finanzielle Risiko dabei sehr groß ist", sagte der Kreisvorsitzende Dr. Bernhard Zimmer soeben unserem Reporter.

UPDATE 17.55 Uhr:

Nach allgemeiner Einschätzung wird mit den Endergebnissen in den beiden heimischen Landkreisen bis etwa 19.30 Uhr gerechnet. Ruhpolding und Inzell mit sehr hoher Wahlbeteiligung. Diese Nachricht erreichte uns soeben aus dem Traunsteiner Landratsamt.

UPDATE 17.45 Uhr - erste Stimmen aus dem BGL

Aus dem Landratsamt in Bad Reichenhall haben uns nun die ersten Reaktionen erreicht. Offenbar ist auch hier das Quorum locker erreicht worden. Bereits um 13 Uhr sollen rund 24 Prozent der Wahlberechtigten ihre Stimme abgegeben haben. "Die hohe Wahlbeteiligung spricht für einen positiven Ausgang des Bürgerentscheids", sagte Andreas Bratzdrum vom Landratsamt BGL.

Bilder aus dem Landratsamt in Bad Reichenhall

Olympia: Die Bilder aus Bad Reichenhall

Der ehemalige Weltklasse-Rodler Alexander Resch wollte sich auf einen Ausgang noch nicht festlegen: "Das kann man überhaupt nicht vorhersagen, wie das ausgeht. Ich kann nur sagen, dass die Reaktionen der Bürger zum Zeitpunkt, als ich meine Stimme abgegeben habe, durchweg sehr positiv waren! Lassen wir uns überraschen, ich sehe das sportlich!"

UPDATE 15.00 Uhr:

Im Landkreis Traunstein haben bis 13 Uhr 32.680 von 139.664 abstimmungsberechtigten Bürgerinnen und Bürgern ihre Stimme abgegeben. Das entspricht einer Quote von 23,4 Prozent. Spitzenreiter ist Inzell mit 49,65 Prozent. Ruhpolding lag zu diesem Zeitpunkt bei 34,75 Prozent. Nach „menschlichem Ermessen“ ist damit das Quorum im Landkreis Traunstein erreicht. Das teilte das Landratsamt Traunstein soeben in einer Pressemeldung mit!

VORBERICHT: Die sieben wichtigsten Fragen im Vorfeld:

Dossier:

Alles zur möglichen Olympia-Bewerbung 2022

Vorab beantworten wir die sieben wichtigsten Fragen zum heutigen Bürgerentscheid!  

1. Über was genau wird abgestimmt?

Heute von 8 bis 18 Uhr können die 1,3 Millionen Wähler an den Urnen abstimmen. Die Bürgerinnen und Bürger müssen sich entscheiden: Ja oder Nein? Die Frage lautet: „Sind Sie dafür, dass sich die Landeshauptstadt München zusammen mit der Marktgemeinde Garmisch-Partenkirchen und den Landkreisen Berchtesgadener Land und Traunstein um die Olympischen und Paralympischen Winterspiele 2022 bewirbt?“

Ein Zettel - ein Kreuz - ganz einfach also!

2. Wann gilt die Bewerbung als angenommen oder durchgefallen?

So schaut der Stimmzettel aus. Das Foto hat Langläufer Tobias Angerer über Facebook gepostet - und mit Ja angekreuzt.

4:0 oder nichts! Die Bürgerinnen und Bürger aller vier Kommunen und Landkreise müssen mehrheitlich dafür stimmen. Die Gegner brauchen nur ein ablehnendes Votum, um die ganze Olympiabewerbung zu Fall zu bringen!

3. Gibt es ein Quorum?

Allerdings! Die Gewinner in München, dem Berchtesgadener Land und Traunstein müssen jeweils mindestens zehn Prozent der Wahlberechtigten repräsentieren. In Garmisch-Patenkirchen ist die Hürde höher, da sind es sogar 20 Prozent. Zumindest in München dürfte das Quorum von einer der beiden Seiten sicher erreicht werden, denn es gab vorab eine hohe Briefwahlbeteiligung.

4. Wie zuversichtlich sind die Befürworter?

Die Verantwortlichen geben sich optimistisch: "Repräsentative Umfragen der Vergangenheit belegen, dass die Mehrheit der Bevölkerung hinter einer Olympiabewerbung steht. Ich bin zuversichtlich, dass sich dies auch im Wahlergebnis ausdrücken wird", sagte etwa Alfons Hörmann, designierter Präsident des DOSB. Viele (Ex-)Sportstars und andere Prominente hatten für die Spiele geworben, wie etwa Felix Neureuther oder Maria Höfl-Riesch.

Entscheidungshilfen im Netz:

Anders als im Konzept für 2018 sollen diesmal in Garmisch-Partenkirchen viel weniger Wettbewerbe stattfinden, so dass dort und auch in München sicher mit einer Zustimmung gerechnet wird. Laut Medieneinschätzungen könnte das Berchtesgadener Land der "Wackelkandidat" für die Befürworter werden.

5. Was sagen die Kritiker?

Die Gegner warnen vor einer Kostenexplosion durch die Spiele, für die dann der Steuerzahler aufkommen müsste, vor Zerstörungen der Umwelt und sie kritisieren die "Knebelverträge" des Internationalen Olympischen Komitees (IOC). Insbesondere die Grünen, die Linke, die ÖDP und Naturschutzverbände wie der BUND lehnen die Winterspiele ab.

Noch gestern hat sich der Deutsche Alpenverein (DAV) auf seiner Hauptversammlung in Ulm klar gegen die Spiele in der Region ausgesprochen. Laut DAV-Präsident Josef Klenner befürchtet der Verband zu starke Eingriffe in die Natur.  

6. Wie geht es weiter, wenn die Befürworter gewinnen?

Bis Donnerstag (14. November) müssen die Austragungsorte die Bewerbung beim IOC offiziell einreichen. Die Entscheidung über die Vergabe der Spiele fällt am 31.Juli 2015 in Kuala Lumpur (Indonesien).

7. Könnte es 2014 wieder einen Bürgerentscheid geben?

Gut möglich! Es ist nicht unwahrscheinlich, dass die Olympia-Gegner einen neuen Anlauf wagen, wenn sich im späteren Planungsverlauf beispielsweise die Kosten für die Spiele erhöhen sollten. Für die Bewerbungsphase bis 2015 sind 29 Millionen Euro vorgesehen. Die Winterspiele sollen insgesamt 3,3 Milliarden Euro kosten.

Der neue bayerische Fraktionschef der Grünen, Ludwig Hartmann, deutete bereits in einem Pressegespräch im Landtag an, dass von seiner Partei ein zweiter Bürgerentscheid angestrebt werden könnte.

+++ chiemgau24 und bgland24 werden am Abend aktuell von den Ergebnissen und den ersten Reaktionen berichten +++

mg/ch24

Quelle: chiemgau24.de

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