In offizieller Mission zu Padre Obermaier

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Ohne seinen Segen kommt in Bolivien vieles nicht in Gang: Der aus Rosenheim stammende "Padre" Sebastian Obermaier beim Stadtmarathon in La Paz.

Rosenheim - Es war kein Freundschaftsbesuch, sondern eine offizielle Mission, die den Rosenheimer Pfarrer Andreas Maria Zach im Auftrag der Kirchenstiftung St. Nikolaus zum "Padre" Sebastian Obermaier nach Bolivien führte.

Schließlich ist es ein weiter Weg, den Rosenheimer Spendengelder über den Atlantik nehmen. Fließen die Summen tatsächlich zu 100 Prozent in die Projekte Obermaiers? Ist es gut angelegt? Wie nachhaltig ist das Lebenswerk des Rosenheimer Pfarrers, der den Menschen in der Großstadt El Alto bei La Paz den Weg zum Glauben und aus der Armut weist? Nur drei Fragen, denen Zach im bolivianischen Hochland auf den Grund ging. Zurück kam er mit vielen bewegenden Eindrücken. Am Donnerstag, 20. Januar, steht die Reise im Mittelpunkt eines Bildervortrags mit dem Titel "Der Armut ein Gesicht geben".

Seit 32 Jahren arbeitet Obermaier im 4000 Meter hoch gelegenen El Alto. 1978 siedelten dort 80.000 Leute, jetzt zählt die Stadt 1,1 Millionen Einwohner. Armut, Gewalt und soziale Kälte sind an der Tagesordnung. Padre Obermaier kämpft dagegen mit einer Vielzahl von Projekten an: beispielsweise mit einem Haus für missbrauchte Kinder, einem Seniorenheim, einem Sterbehospiz, den zehn Schulen, die 2002 mit Hilfe der OVB-Weihnachtsaktion "Hilfe für Bolivien" gebaut wurden, oder dem Fernsehkanal "57 CVC".

Am ersten Tag nach Zachs Ankunft überreicht Boliviens Polizeipräsident dem Padre eine Goldmedaille, weil der "Canal 57 CVC" der einzige Fernsehsender im Land ist, der klar Stellung gegen Drogenhandel und -konsum bezieht. Das Arbeitspensum Obermaiers und die Professionalität seiner engsten Mitarbeiter haben Zach schwer beeindruckt. "Die Reise nach El Alto hat meine positiven Erwartungen und Forderungen nicht nur erfüllt, sondern sogar übertroffen", verriet er unserer Zeitung. Die Projekte geben den Menschen in seinen Augen Halt, Hoffnung und Zuversicht - und sie haben auch Zukunft.

"Wer diese Darstellung für übertrieben hält, möge sich selbst überzeugen", so Zach. "Er muss allerdings eine robuste Gesundheit, absolute Höhenverträglichkeit, wenig Empfindlichkeit gegen Kälte, gesunde Nasenschleimhäute (Staub!), eine gute Verdauung und eine Menge Kondition mitbringen, um dem Padre - im wahrsten Sinn des Wortes - folgen zu können." Der Vortrag beginnt am Donnerstag um 19.30 Uhr im Pfarrheim "Am Ölberg" in Rosenheim.

ls/Oberbayerisches Volksblatt

Quelle: rosenheim24.de

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