Rosenheims Partnerstadt Ichikawa bittet um Hilfe

Rosenheim - Seit dem verheerenden Erdbeben steht Rosenheim in engem Kontakt mit der japanischen Partnerstadt Ichikawa. Nun errreichte Rosenheim die Bitte um Hilfe:

"Wir stehen im engen Austausch mit unserer Partnerstadt Ichikawa,“ so Oberbürgermeisterin Gabriele Bauer, „in diesen Tagen wurde die offizielle Bitte um Unterstützung an uns herangetragen.Jetzt ist die Stunde erreicht, wo wir helfen müssen“. Der offizielle Wortlaut ist folgender: „Fuer die grosse Hilfsbereitschaft bedanken wir uns bei den Rosenheimer Buergerinnen und Buergern recht herzlich.

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Die Stadt Ichikawa bietet dem Tohoku-Gebiet sowie unserer Nachbarstadt Urayasu, deren Boden erheblich zerstoert ist, personale und finanzielle Hilfe an, aber es reicht gar nicht und unser staedtische Notdeponier ist fast alle. So waeren wir sehr dankbar, wenn wir Ihre Hilfe bekommen koennten. Die Gesellschaft fuer Internationalen Austausch Ichikawa ist damit zustaendig. Sie wird Ihre Hilfe der Stadt Ichikawa uebergeben, die dann Ihre Hilfe den betroffenen Gebieten weiterleiten wird. Die Hilfsaktionen der Stadt Rosenheim werden natuerlich in unserem Presseblatt all unseren Buergern bekannt gemacht.“

Dezernent Michael Keneder, zuständig für die Partnerschaft mit Ichikawa: “Als Gesandter kommt im Juni der ehemalige Bürgermeister unserer Partnerstadt, Herr Mitsuyuki Chiba, und möchte mit uns direkt über die Hilfeleistungen sprechen. Deshalb beginnen wir jetzt mit dem Spendenaufruf, damit wir dann nicht mit leeren Händen hier stehen.“

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Manche sagen sich vielleicht, dass Japan als drittgrößte Wirtschaftsmacht der Welt ein reiches Land ist und die finanziellen Ressourcen hat, um eine derartige Katastrophe selbst zu managen. Nun mag zwar Japan ein reiches Land sein, aber das heißt noch lange nicht, dass alle Japaner reich sind. Im Gegenteil, der Nord-Osten von Japan ist ein strukturschwaches Gebiet mit vielen Bauern, Fischern und alten Leuten, die finanziell nicht gut abgesichert sind. Hinzu kommt, dass das soziale Netz bei weitem nicht so engmaschig ist, wie z.B. bei uns.

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1.Vorsitzender des neu gegründeten Fördervereins Städtepartnerschaft Ichikawa-Rosenheim, Franz Weiland: „Wir werden die Spendengelder unserer Partnerstadt Ichikawa ohne irgendwelche Abzüge zu 100 % unmittelbar zugute kommen lassen. Die Details werden wir bei dem Besuch von Mitsuyuki Chiba besprechen und wieder veröffentlichen. Sollte aus irgendeinem Grunde dieses Projekt scheitern, werden die Mittel der Deutsch-Japanischen Gesellschaft in Bayern zugeführt, die mit ihren Spendengeldern ein Waisenheim, ein Kinderheim bzw. ein Altenheim im Katastrophengebiet unterstützen wird“. Keneder weiter: „Ichikawa selbst muss mit Bodenverschmutzungen im südlichen Teil der Stadt fertig werden. Im übrigen haben wir eine Adressliste angelegt von Bürgerinnen und Bürgern aus Stadt und Landkreis Rosenheim, die bereit sind, Kinder, Jugendliche und auch Erwachsene oder Familien aufzunehmen. Dieses Angebot haben deutschlandweit viele Kommunen ihren japanischen Partnerstädten gemacht; auch die Stadt Rosenheim hat sehr früh, bereits zu Beginn der Katastrophe vor über einem Monat, ein entsprechendes Angebot an die Stadt Ichikawa unterbreitet. Bislang wurde dies jedoch in keinem einzigen Fall in Anspruch genommen – wir gehen aber davon aus, dass dies möglicherweise später zum Tragen kommen wird. Auch nach der Katastrophe in Tschernobyl haben wir in Rosenheim über 10 Jahre hinweg Kinder und Jugendliche aus Mosyr zur Erholung hier in Rosenheim aufgenommen.“

Michael Krombholz, Schatzmeister des Fördervereins und zugleich Koordinator des Japannetzes Ichikawa-Rosenheim: „Nach der Eintragung im Vereinsregister haben wir nun auch die vorläufige Bescheinigung des Finanzamtes über unsere Gemein- nützigkeit, d.h. dass wir ab sofort Spenden annehmen und Spendenbescheinigungen hierfür auch ausstellen können.

Die Kontoverbindung lautet:

Förderverein Städtepartnerschaft Ichikawa - Rosenheim e.V.

Kontonummer 20036505

Bankleitzahl 711 500 00

Sparkasse Rosenheim-Bad Aibling

Für Spenden bis 200 Euro (per Überweisung) ist der Kontoauszug als Nachweis ausreichend. Der Verein beabsichtigen auch Benefizveranstaltungen im Juni, u.a. wenn der ehemalige Bürgermeister Chiba Rosenheim besucht. Näheres entnehmen Sie dann bitte der weiteren Berichterstattung.“

Einen ersten Spendenbetrag in Höhe von 5.000 Euro konnte der Verein von der Auerbräu, Herrn Ferdinand Steinacher, anlässlich des Starkbierfestes entgegennehmen.

Nun erreicht uns eine neue Meldung aus Ichikawa, nachfolgend im Wortlaut:

„Was die Betroffenen benoetigen, aendert sich staendig im Zeitlauf, denn sie haben wirklich alles verloren. Kurz nach dem Erdbeben wurden Trinkwasser, Lebensmittel, Decke, Medikamente, Benzin, Heizungsoel oder Toilette geschickt. Jetzt einen Monat nach der Katastrophe wuenschen sie sich eher Hilfskraefte, die die Truemmer aufraeumen, Baumaterialien fuer die zerstoerte Wasser-, Strom- und Gasleitung sowie die zeitweilige Wohnung oder Bargeld zum Leben. Die Stadt Ichikawa bietet Hilfe immer nach dem Bedarf der Betroffenen an. Die Informationen darueber bekommt sie von den kommunalen Verwaltungen im betroffenden Gebieten. Dementsprechend werden auch die gesammelten Spenden verwendet. Das koennen mal Lebensmaterialien, mal humanitaere Hilfe sein oder mal Baumaterialien. Man kann also nicht genau definieren, welche Art der Hilfe die Stadt Ichikawa leistet. Letzlich die Hilfe, die die Betroffenen unbedingt benoetigen."

Pressemitteilung der Stadt Rosenheim

Quelle: rosenheim24.de

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