Patient randaliert auf der Intensivstation

Prien - Alles war blutverschmiert und das Personal flüchtete aus der Station! Mit einer Eisenhalterung in der Hand wartete ein Patient (27) drohend auf die Polizisten.

Am Montagabend, gegen 21.10 Uhr, erreichte die Einsatzzentrale der Polizei in Rosenheim ein Notruf aus dem Krankenhaus Prien. Auf der dortigen Intensivstation randalierte ein Patient. Er griff das Personal an und beschädigte medizinische Geräte.

Der Mann war etwa eine Stunde zuvor wegen seiner starken Alkoholisierung eingeliefert worden. Beim Eintreffen der Polizeistreife aus Prien hatte sich das Personal bereits auf den Flur geflüchtet. Der Patient befand sich alleine im Behandlungsraum der Intensivstation.

Überall Blut

Er selbst und der Raum waren blutverschmiert, weil er sich eine Infusionsnadel aus dem Arm gerissen hatte. Teile des Inventars und der medizinischen Geräte waren beschädigt. Der Mann machte einen stark alkoholisierten Eindruck.

Drohgebärden gegen die Beamten

Durch die Scheibe des Behandlungsraums konnten die Beamten beobachten, dass der Mann mit erhobenen Händen - eine Eisenhalterung in der Hand, die er zuvor aus der Wand gerissen hatte - hinter der Tür stand. Offenbar war er bereit, eintretende Personen sofort anzugreifen. Zudem richtete er massive Drohgebärden gegen die Beamten. Zur Sicherheit forderten die Beamten aus Prien Unterstützung an. Diese kam von der Polizei Grassau und der Verkehrspolizei Traunstein. Auch ein Diensthund aus Rosenheim wurde angefordert.

Mann stach sich selbst in den Hals

Als der Randalierer die zusätzlichen Beamten sah, schlug er mit der Eisenhalterung gegen die Tür und die Scheibe. Dann stach er sich mit einer Spritze leicht selbst in den Hals. Mit vereinten Kräften betraten die Polizisten dann den Raum und konnten den Randalierer mit maßgeblicher Hilfe des Hundes überwältigen. Der Mann erlitt dabei leichte Verletzungen.

Die Beamten und das Personal kamen fast alle ohne Verletzungen davon. Lediglich ein Pfleger (32) wurde bereits vor Eintreffen der Polizei durch herumspritzende Flüssigkeit am Auge verletzt und musste behandelt werden.

In psychiatrische Klinik eingewiesen

Der Randalierer, wie sich herausstellte, ein 27-jähriger Asylbewerber aus Grassau, wurde in eine psychiatrische Klinik eingeliefert. Eine Alkoholüberprüfung ergab einen Wert von über 2,5 Promille.

Susanne Henn, kommissarische kaufmännische Leiterin der RoMed Klinik Prien am Chiemsee, ist erleichtert dass keine anderen Patienten zu Schaden gekommen sind und betont: „Wir hoffen, dass es unserem Mitarbeiter bald wieder besser geht und wünschen ihm gute Genesung und sind froh, dass keine weiteren Mitarbeiter zu Schaden kamen. Den Einsatzkräften der Polizei danken wir für den schnellen und umsichtigen Einsatz zur Klärung der kritischen Situation.“

Pressemitteilungen Polizeiinspektion Prien/RoMedKliniken

Quelle: rosenheim24.de

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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