Patlingen Mut machen

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Die Chemie muss stimmen zwischen Qualipate und Schüler. Dann klappt es auch mit dem Erreichen der Ziele.

Rosenheim - Dass ein schlechter oder gar überhaupt kein Schulabschluss eine denkbar schlechte Ausgangsposition für den Start ins Berufsleben darstellt, liegt auf der Hand.

Dass vielen jungen Leuten jedoch oft nur eine Bezugsperson fehlt, die ihnen gerade in der schwierigen Übergangsphase von der Schule in den Beruf verlässlich mit Rat und Tat zur Seite steht, lässt sich an der ersten Zwischenbilanz der "Qualipaten" ablesen, die sich seit einem Jahr an allen vier Hauptschulen im Rosenheimer Stadtgebiet um schwache und sozial benachteiligte, aber motivierte, Jugendliche kümmern.

Insgesamt 43 Heranwachsende hatten die Ehrenamtlichen im vergangenen Schuljahr unter ihre Fittiche genommen. Elf der 18 vormaligen Neuntklässler, die ohne Unterstützung wohl kaum einen Abschluss geschafft hätten, haben nun seit Sommer den Quali in der Tasche, acht konnten, zum Teil noch während der Schulzeit, einen Lehrvertrag unterzeichnen. "Das ist wirklich ein Erfolg", freut sich Sabine Meyer vom Rosenheimer Verein "Pro Arbeit", bei der die Fäden des Qualipaten-Projekts zusammenlaufen.

Die Betreuer greifen ihren Schützlingen nicht nur bei der Berufsorientierung und beim Schreiben von Bewerbungen unter die Arme, bei den wöchentlichen Treffen wollen sie ihren Patlingen vor allem Mut machen und deren Lernbereitschaft ankurbeln. Engagement, Zeit zum Zuhören und viel Einfühlungsvermögen müsse deshalb ein Pate mitbringen, erklärt die Projektkoordinatorin. Doch ein Patentrezept für eine erfolgreiche Patenschaft, die im Idealfall bis zum Ende der Probezeit im Lehrbetrieb fortbesteht, gibt es nicht. Die beste Basis seien schlicht gemeinsame Interessen und Unternehmungen. Meyer: "Die Chemie muss stimmen."

Entsprechend viel Sorgfalt wird auf die Bildung der Paten/Patling-Paare verwandt; wobei der enge Kontakt zu den Sozialpädagogen der Schulsozialarbeit bei der Auswahl geeigneter Schüler eine wesentliche Rolle spielt. Schulische Lücken in Englisch, Deutsch und Mathe können die Jugendlichen darüber hinaus in speziellen Nachhilfekursen an der Volkshochschule schließen, die wie das gesamte Projekt von der Sparkassen-Stiftung "Zukunft für die Stadt Rosenheim" finanziert werden.

Angesichts der großen Nachfrage ist die Projektleiterin laufend auf der Suche nach weiteren Betreuern. Die ehrenamtlichen Paten werden zunächst gründlich auf ihre neue Aufgabe vorbereitet und haben dann bei regelmäßigen Treffen Gelegenheit zum Erfahrungsaustausch. Infos erhalten Interessenten bei Sabine Meyer unter der Telefonnummer 08031 / 806 96 36.

re/Oberbayerisches Volksblatt

Quelle: rosenheim24.de

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