Piraten sorgen sich: Zu viele Neue drängen an Bord

München - Der große Zulauf hat auch unangenehme Seiten für die Piraten. Der Landesvorstand hat Probleme, die vielen Neumitglieder zufriedenzustellen. Und der Bundesschatzmeister will nicht mehr.

Die Piraten haben ein Problem: zu viele Neumitglieder. “Wenn es so weiter geht, werden wir in vier Wochen die 6000er-Marke überschreiten. Derzeit sind es 5658“, sagte der Piraten-Landesvorsitzende Stefan Körner am Montag auf Anfrage. Die Schwierigkeit dabei: Die vielen neuen Mitglieder bringen eine ebensolche Meinungsvielfalt mit sich. “All diese Neumitglieder so aufzunehmen, dass sie so mitmachen können, wie sie sich das vorstellen, ist nicht einfach“, sagte Körner.

Nominell hätten die Piraten bereits die FDP überflügelt, die derzeit 5467 Mitglieder zählt. Allerdings ist nach den im Internet veröffentlichten Mitgliederzahlen nur ein knappes Drittel der bayerischen Piraten stimmberechtigt - nämlich 1803. Die anderen sind nicht stimmberechtigt, weil sie keine Beiträge zahlen.

“Wir haben den Anspruch, dass jeder mitmachen kann, und jeder hat so seine Vorstellungen, in welche Richtung sich die Piraten entwickeln sollen. Das ist natürlich für die Partei nicht ganz einfach, weil nicht jede Meinung von allen geteilt wird“, sagte der bayerische Piraten-Chef über die häufigen internen Auseinandersetzungen, die jeder im Internet nachlesen kann. “Aber wir sind eine neue politische Kraft, und das macht auch den Charme der Piraten aus.“

Bemerkbar macht sich der mit dem Aufschwung einhergehende Stress offensichtlich auch im persönlichen Wohlbefinden mancher Führungsmitglieder. Am Montagnachmittag kündigte der in Bayern wohnende Bundesschatzmeister Rene Brosig via Twitter an, dass er nicht mehr für den Bundesvorstand kandidieren will - der Grund: “praktisch keine Regenerationszeiten mehr“ und ein “Zustand der permanenten Anspannung“.

dpa

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