Platz für Kinderkrippe gefunden

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Zehn Obstbäume fallen dem Bau der Kinderkrippe zum Opfer, fünf davon sind so klein, dass sie umgepflanzt werden können.

Rosenheim - Auf der Streuobstwiese unterhalb vom Kinderheim Schöne Aussicht wird eine Kinderkrippe gebaut. Der Stadtrat ließ sich von der Verwaltung überzeugen: Es gibt keinen anderen Standort in Fürstätt, der geeignet wäre.

Bis zum Jahr 2013 muss die Stadt für ein Drittel der Kinder unter drei Jahren einen Krippenplatz zur Verfügung stellen. Darauf haben die Familien ab diesem Zeitpunkt einen Rechtsanspruch. Für 500 Kinder, die auf der Warteliste standen, gab es in diesem Jahr keinen Platz.

Die Stadt will in den nächsten drei Jahren 300 neue Krippenplätze einrichten. Neben vielen anderen hatte das Fachamt der Stadt einen Standort im Kinderheim Schöne Aussicht vorgeschlagen. Dies lässt sich jedoch nicht umsetzen: Das Haus ist voll belegt.

Nach Einschätzung des Bauamtes sind auch weder ein Anbau noch ein Neubau auf Höhe des Kinderheims möglich. Die notwendige Zufahrt für eine Einrichtung wie eine Kinderkrippe würde zudem viel Platz verbrauchen. Als Ersatzstandort wurde die Streuwiese am Fuße der Anhöhe gefunden.

Dies bereitete etlichen Stadträten Unbehagen. Die SPD-Fraktionsvorsitzende Gabriele Leicht beharrte mit WIR-Stadträtin Bärbl Thum und dem Vorsitzenden der Grünen-Fraktion, Franz Lukas, darauf, neben dem Kinderheim müsse Platz sein. Sie ließen sich auch von Baudezernent Helmut Cybulska nicht überzeugen, der anführte, selbst wenn dieser zur Verfügung stünde, wäre die Einrichtung einer Baustelle auf dem Hügel wegen der schmalen Zufahrt höchst kompliziert.

In beiden Fällen Bäume opfern

Für den Bau der Krippe auf der Streuobstwiese, die Platz bieten soll für 48 Kinder, müssen zehn Obstbäume gefällt werden. Fünf davon sind so jung, dass sie verpflanzt werden können. Auf dem Hügel, neben dem Kinderheim, würde es auch nicht ohne den Verlust von Bäumen abgehen. "Da müssten wir wegen der Baumfallgrenze massiv in den Baumbestand eingreifen", stellte Oberbürgermeisterin Gabriele Bauer die Stadträte vor die Wahl. Zuvor hatte es schon geheißen, die einzige Alternative in diesem Gebiet sei der Fürstätter Bolzplatz. Dieser Gedanke wurde aber von niemandem weiterverfolgt.

CSU-Stadträtin Margarete Fischbacher mochte die Bedenken wegen des Eingriffs in die Streuobstwiese nicht teilen. Die Waisenhausstiftung könne erstens das Geld gut brauchen, das ihr die Stadt für die Nutzung des Grundstücks zahlen muss, und zweitens sei die Anlage ohnehin verwildert und voller Wühlmäuse.

Dennoch beharrte Gabriele Leicht darauf, noch einmal über einen Standort auf dem Hügel abstimmen zu lassen. 16 von 42 Stadtratsmitgliedern waren dafür. Damit war der Antrag durchgefallen.

In der Schlussabstimmung waren dann alle für den Krippenstandort auf der Streuobstwiese. Die Wiese ist 6400 Quadratmeter groß. Etwa zehn Prozent davon, also rund 640 Quadratmeter, sollen für die viergruppige Krippe in Anspruch genommen werden.

Oberbayerisches Volksblatt

Quelle: rosenheim24.de

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