85 Fragen an Ilse Aigner

Berchtesgadener Land - Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner hat am Donnerstag das Berchtesgadener Land besucht. Landwirte hatten über 85 Fragen vorbereitet. **Jetzt mit Video**

Politik zum Anfassen wollte Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner am Donnerstag im Berchtesgadener Land betreiben. Zuhören, wo der Schuh drückt, versprach sie schon im Vorfeld.

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Ilse Aigner kommt

Zuerst im kleinen Kreis beim Besuch der Milchwerke Berchtesgadener Land Chiemgau eG in Piding. Kaum einer weiß besser, welche Probleme die Milchbauern haben, wie der, der ihre Milch verarbeitet. Dabei spielt nicht nur der Milchpreis eine Rolle. Vor allem die Förderung für ihre Arbeit, die Wertschätzung durch eine bestimmte Zertifizierung wie Bio oder Alpen und die gentechnikfreie Landwirtschaft beschäftigt die Bauern und die Milchwerke.

Für Aigner ist klar, dass der Mehrwert dargestellt werden müsse. Vor allem Bergbauerngebiete und regionale Spezialitäten würden durch Qualität überzeugen und die Kennzeichnung dürfe deshalb kein Werbegag sein. "Eine verpflichtende Kennzeichnung ist aber schwierig, deshalb sind wir gerade dabei, das Täuschungsverbot zu konkretisieren." In einem Projekt soll definiert werden, was regional heißt, was eine Region ist und wie viel aus einer Region sein muss.

120 Bauern und viele Fragen

Nach dem Besuch bei den Milchwerken fuhr die Landwirtschaftsministerin zum Brennerbräu nach Bischofswiesen, um dort mit rund 120 Landwirten zu diskutieren. Über 85 Fragen waren beim CSU Kreisverband und der Arbeitsgemeinschaft Landwirtschaft, den Veranstaltern, im Vorfeld eingegangen. Elf wurden stellvertretend direkt vor Ort beantwortet, den Rest nahm die Ministerin als Hausaufgabe mit nach Berlin.

Bischofswiesens Bauern-Obmann Michael Lichtmannegger ist zuversichtlich, dass diese Veranstaltung etwas gebracht hat. Er forderte eine bessere Förderung der Milchbauern, um einen Anreiz für die Jungen zu schaffen, weiterzumachen. Kreis-Almbauer Kaspar Stanggassinger wurden dagegen die Anliegen der Bergbauern zu wenig angesprochen. Er hätte sich mehr Druck auf die Landwirtschaftsministerin gewünscht. Allerdings glaubt auch er, dass Aigner als CSU-Bezirksvorsitzende in Oberbayern die Anliegen an die Bayerische Regierung weitergibt und die Bauern über das Kulturlandwirtschaftsprogramm die entsprechenden Förderungen erhalten könnten. Denn die AGL-Vorsitzende Gitti Leitenbacher bestätigte: "Wir sind Bauern und wollen Bauern bleiben."

Ilse Aigner im Berchtesgadener Land

Dabei spielt aber das Thema Gentechnik immer wieder eine Rolle. "Wir haben in Bayern überhaupt keinen Gentechnikanbau", beteuerte Aigner im BGLand24-Interview. "Die Frage der Kennzeichnung ist aber immer noch nicht geklärt." Sie würde eine positive Kennzeichnung, eine so genannte Prozess-Kennzeichnung, befürworten. "Deutschland ist aber das einzige Land in der EU, das die positive Kennzeichnung fordert." Deshalb gebe es nur in einzelnen Regionen die 'ohne Gentechnik Kennzeichung', die dem Verbraucher zeige, in welchen regionalen Produkten keine Gentechnik sei.

Ermahnung vom Nikolaus

Damit Ilse Aigner die Anliegen der Bauern aus dem Berchtesgadener Land nicht vergisst, übergab ihr zum Schluss der Nikolaus höchstpersönlich die 85 Fragen in schriftlicher Form und die CSU-Kreisvorsitzende Michaela Kaniber versprach abschließend, "wir werden dran bleiben, weil sie es verdient haben."

cz

Quelle: BGland24.de

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