Nach Unfällen: Polizei appelliert an Fußgänger

Landkreis - Erst am Freitag verlor wieder ein Fußgänger sein Leben, nachdem er von einem Pkw erfasst wurde. Daher warnt die Polizei jetzt vor schlecht sichtbarer Kleidung auf der Straße.

Weil sich in den vergangenen Tagen im Zuständigkeitsbereich des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd leider einige Verkehrsunfälle ereigneten, bei denen Fußgänger verletzt oder sogar getötet wurden, möchte die Verkehrspolizei auf die besonderen Gefahren für Fußgänger hinweisen und Tipps zum richtigen Verhalten geben.

Am 28. August diesen Jahres wurde ein 27-Jähriger in den frühen Morgenstunden auf der Staatsstraße 2550 bei Mühldorf am Inn von einem Pkw erfasst und schwer verletzt. Verkehrsteilnehmer, welche den Fußgänger zuvor wahrgenommen und die Gefahr erkannt hatten, meldeten dies der Polizei. Die eingesetzte Streifenwagenbesatzung machte sich sofort auf den Weg, musste aber leider wenige Meter vor der Einsatzstelle mit ansehen, wie der junge Mann von einem Pkw erfasst und dabei schwer verletzt wurde. Er starb wenige Stunden nach der Einlieferung in ein Krankenhaus. Die Ermittlungen ergaben, dass das Opfer auch wegen seiner dunklen Kleidung nur schwer zu erkennen war.

Ein ähnlich trauriger Verkehrsunfall passierte am vergangenen Freitag, 16. Dezember, im Gemeindebereich von Teisendorf. Ein 51-jähriger Mann, der gegen 17.00 Uhr in der Dunkelheit mit seinem Hund auf einer Ortsverbindungsstrasse zu Fuß unterwegs war, wurde von dem Pkw eines 30-Jährigen erfasst. Der Mann verstarb noch am Unfallort. Auch er trug dunkle Kleidung.

Diese beiden Fälle zeigen: Besonders wichtig ist die Erkennbarkeit für Fußgänger gerade jetzt in der „dunklen Jahreszeit“! Die sehr früh einsetzende Dämmerung und die schlechten Witterungsverhältnisse tragen dazu bei, dass es immer wieder zu Verkehrsunfällen kommt, bei denen die Passanten einfach „übersehen“ werden.

Bis jetzt ereigneten sich im Zuständigkeitsbereich des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd in diesem Jahr 414 Unfälle mit Beteiligung von Fußgängern. 10 Menschen verloren dabei ihr Leben, mehr als 400 Unfallbeteiligte wurden verletzt, davon 136 schwer. Das „unachtsame Überqueren der Fahrbahn“ ist in 57 % aller Fälle nach wie vor die Hauptunfallursache, wenn einem Fußgänger nach einem Unfall ein Fehlverhalten vorzuwerfen ist.

Um solch folgenschwere Unfälle zukünftig zu vermeiden und zu Ihrem eigenen Schutz, bittet Sie ihre Verkehrspolizei um die Beachtung folgender Tipps:

Kleiden Sie sich auffällig! Tragen sie helle, besser noch reflektierende Kleidung! Das gilt besonders bei Dämmerung, Dunkelheit oder schlechtem Wetter.

Überqueren Sie die Fahrbahnen nach Möglichkeit nur an gesicherten Stellen, also an Ampelanlagen, Fußgängerüberwegen („Zebrastreifen“) oder Kreuzungen!

Treten Sie niemals zwischen geparkten Fahrzeugen auf die Fahrbahn! Ein Autofahrer kann sie dann nicht rechtzeitig sehen.

Nehmen Sie nach Möglichkeit Blickkontakt zum Fahrzeugführer auf, denn erst dann können Sie sicher sein, nicht „übersehen“ zu werden!

Die Polizei appelliert aber auch an alle Fahrer

Denken Sie als Autofahrer daran, bei schlechten Sicht- und Straßenverhältnisse ihre Fahrweise anzupassen. Vermindern Sie Ihre Geschwindigkeit und beobachten Sie das Straßenumfeld besonders sorgfältig. Denn: gerade Fußgänger sind bei schlechter Sicht durch Schneefall, Regen oder Nebel und in der jetzt früh einsetzenden Dunkelheit nur schwer oder sehr spät zu erkennen!

Pressemitteilung Polizeipräsidium Oberbayern Süd

Quelle: rosenheim24.de

Rubriklistenbild: © dpa

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