Greenpeace nimmt G20-Protestierende in Schutz

"Von Rosenheim gehen nur friedliche Proteste aus..."

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Rosenheim - An den üblen Krawallen rund um den G20-Gipfel sollen auch Mitglieder der "Infogruppe Rosenheim" beteiligt gewesen sein. Diesbezüglich scheint es nun neue Entwicklungen zu geben. Zudem hat sich nun auch Greenpeace zu Wort gemeldet:

UPDATE, 16.20 Uhr - Stellungnahme Greenpeace Rosenheim

Bei Greenpeace Rosenheim ist man schockiert von der "kampagnenartig erscheinenden Kritik" an den G20-Protesten. Dort nimmt man die "Protestler" in Schutz. Von Rosenheim gingen nur friedliche Proteste aus, hieß es bereits in der Einleitung. 

"Wie andere Gruppen in Rosenheim rief auch Greenpeace Rosenheim auf, sich friedlich nach Hamburg zu begeben, um dort für gerechten Welthandel und weltweiten Klima- und Umweltschutz zu demonstrieren. Mitglieder der Gruppe waren vor Ort", so Justus Dallmer, ein Mitglied der Gruppe. "Doch uns ist nicht bekannt, dass von Rosenheim aus zu 'Krawallen' aufgerufen wurde, oder Rosenheimer daran beteiligt waren. Das wäre nicht nur verwerflich, sondern schadet auch der Sache, wie jeder Rosenheimer Mensch mit politischem Bewusstsein weiß. Rosa Parks, Martin Luther King und Gandhi haben das gelehrt."

Dallmer verwahrt sich dagegen, solche Proteste zu verunglimpfen: "Wir werden weiterhin Treffen wie den G20-Gipfel in Hamburg zum Anlass nehmen, strikt gewaltfrei auf Fehler von Politik und Wirtschaft zu verweisen und Verbesserungen zu fordern. Wie die anderen Gruppen in Rosenheim werden wir weiterhin aufklären, Bildungsarbeit leisten und zu den entsprechenden Terminen mobilisieren. Wir sind schockiert, dass diese berechtigten, notwendigen, friedlichen und grundgesetzlich geschützten (!) Proteste für Gewalttaten mißbraucht werden. Solche Taten, die auch bei Bierfesten oder Fußballspielen vorkommen, lassen bezweifeln, dass es den Täter/innen um politische Botschaften geht."

Pressemeldung Greenpeace Rosenheim

Die Erstmeldung:

Wie der Leiter der Polizeiinspektion Rosenheim Dr. Walter Buggisch gegenüber Radio Charivari sagte, gebe es erste Erkenntnisse, dass Rosenheimer bei den Krawallen dabei waren und vermutlich auch bei gewalttätigen Protesten.

Dies unterstreiche die Militanz der Rosenheimer linksautonomen Szene. Und das trotz einer kleinen Szene, so Buggisch weiter gegenüber dem Sender. Man gehe bei den Randalierern von einem niedrigen zweistelligen Personenkreis aus, allerdings mit einem seit Jahren aktiven harten Kern mit Radikalisierungstendenz. Die linke Szene in Rosenheim falle zwar weniger durch Gewalt bei Demonstrationen auf, sorge aber für erheblichen Sachschaden in der Stadt, so Buggisch.

Wie bereits von rosenheim24.de berichtet, geht der Verfassungsschutz davon aus, dass die "Infogruppe Rosenheim" eine Verbindung zu den Krawallen in Hamburg hat. Aktivisten seien während des G20-Gipfels in der Hansestadt gewesen. Laut Verfassungsschutz wird die Gruppierung als "linksextrem, militant und autonom" eingestuft. Auch das Polizeipräsidium Oberbayern Süd erkannte in der Infogruppe "ein zunehmendes Problem". 

Die Verbindungen zwischen der "Infogruppe Rosenheim" und dem Bündnis "Rosenheim nazifrei" hatte auch eine heftige politische Kontroverse in der Stadt ausgelöst.

Quelle: rosenheim24.de

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