Die Polizei-Wiesn: Sicherer, aber brutaler

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Beamte der Wiesnwache führen einen Mann ab. Insgesamt gingen die Straftaten auf dem Oktoberfest zurück.

München - Die Rekordwiesn 2010 hat einen bitteren Beigeschmack – sie war brutal wie selten: Genau 62 Maßkrug-Attacken registrierte die Münchner Polizei.

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Im Vergleich: Im Jahr zuvor waren es derer 40. Zwei der Angriffe werden sogar als versuchte Tötung gewertet. Sechs Schläger sitzen nach ihrer Festnahme in Untersuchungshaft. Ein Opfer wird auf einem Auge blind bleiben, ein Wiesnbesucher aus Kanada schwebte nach einem Bierkrug-Schlag sogar in Lebensgefahr.

Die Besucherzahlen der Wiesn seit 1980

Die Besucherzahlen der Wiesn seit 1980

Alles in allem aber ist Polizeivizepräsident Robert Kopp zufrieden mit dem Verlauf der Jubiläumswiesn: „Wir haben die Herausforderung bestanden. Es gab einen deutlichen Rückgang von Straftaten bei mehr Besuchern als im Vorjahr.“

Polizei-Einsätze

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Die Einsätze sind im Vergleich zum Vorjahr leicht angestiegen – von 2186 auf 2253. Der einsatzstärkste Tag war der letzte Wiesnsamstag mit 279 – so viel wie nie zuvor. Die Einsätze in den Zelten gingen hingegen um neun Prozent zurück. Die Polizei musste 631 Mal einschreiten.

Straftaten

Besonders erfreulich ist der Rückgang der angezeigten Straftaten wie Vergewaltigung, Diebstahl oder Drogendelikte – minus 21 Prozent. Die meisten Straftaten registrierte die Polizei an den Wiesnwochenenden, wobei das letzte Wochenende das größte Deliktaufkommen bot.

Vergewaltigung

Rückläufig waren die angezeigten Sexualdelikte. Insgesamt zählte die Polizei 23 Fälle von sexuellem Missbrauch, Exhibitionismus sowie Busengrapschen. Fünf Vergewaltigungen auf der Wiesn wurden bekannt und angezeigt (siehe auch Bericht nebenan).

Taschendiebstahl

Die Steigerung bei den Diebstählen hält sich in Grenzen – plus vier Prozent. Die Taschendiebfahnder erwischten 60 Täter. Bei den Dieben handelt es sich überwiegend um Täter und Banden ost- bzw. südosteuropäischer Herkunft. Darunter befanden sich Profis, die eigens zur Jubiläumswiesn angereist waren. Insgesamt wurden 374 Taschendiebstähle angezeigt.

Betretungsverbot

Das Kreisverwaltungsreferat verhängte auf Antrag der Münchner Polizei während der zwei Wiesnwochen 28 Betretungsverbote gegen sieben Jugendliche, neun Heranwachsende sowie zwölf Erwachsene – überwiegend wegen Körperverletzungen und Taschendiebstählen. Auch die kommende Wiesn ist für sie tabu.

Prävention

Die Zahl der Festnahmen beläuft sich auf 509 (2009: 755). „Wie angekündigt zog die Polizei bei sich anbahnenden Konflikten vermehrt die Bremse und nahm aggressive Besucher rechtzeitig aus dem Verkehr“, sagt Polizeivizepräsident Robert Kopp. So wurden 240 gewaltbereite Besucher in Gewahrsam genommen bevor sie Schlimmeres anrichten konnten.

Bundespolizei

Auch wenn die Bundespolizei nicht direkt auf der Wiesn im Einsatz war, so hatte sie dennoch alle Hände voll zu tun. Die Beamten mussten die massiven Besucherströme von der Hackerbrücke sowie vom Hauptbahnhof zum Oktoberfest regeln. An Spitzentagen reisten beispielsweise bis zu einer halben Million Besucher über den Hauptbahnhof an – und am Abend wieder ab.

Jam

Quelle: Oktoberfest live

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