Brenner-Nordzulauf

Resolution an Verkehrsminister Dobrindt

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v.l.: Danieal Ludwig (MdB), Landrat Wolfgang Berthaler, Bürgermeister Stefan Lederwascher, Bürgermeister August Voit
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Rosenheim - Am Freitag trafen sich die Bürgermeister im Landkreis Rosenheim zusammen mit Daniela Ludwig und Landrat Wolfgang Berthaler um das Thema „Brenner-Nordzulauf“ weiter zu diskutieren. Nach dem Planungsstillstand soll jetzt wieder Bewegung in die Sache kommen.

Das Thema Brenner-Nordzulauf bleibt weiter ein heiß diskutiertes Thema in der Region. Immer mehr Bürgerinitiativen formieren sich, um den Planungen der Bahn entgegenzutreten. Am Freitag kamen Landrat Wolfgang Berthaler, Bundestagsabgeordnete Daniela Ludwig und fast alle Bürgermeister der 46 Gemeinden und Städte des Landkreises, um das Thema weiter zu diskutieren.

"Wir sind zu einem sehr guten Ergebnis gekommen", so Landrat Wolfgang Berthaler. "Zumindest zu einem sehr toleranten." Man sei sich einig geworden, dass die Trasse von Kufstein nach München auch östlich und westlich um Rosenheim herum gehen könneund der Planungsdialog wieder aufgenommen und fortgesetzt werden solle.

Resolution an Verkehrsminister Alexander Dobrindt

Auf Vorschlag von Daniela Ludwig werde man als nächsten Schritt nun gemeinsam eine Resolution verfassen. "Wie werden Verkehrsminister Dobrindt nicht mit Fragen sondern mit Forderungen entgegenkommen", so Ludwig. Insgesamt 15 Bürgermeister und Abgeordnete sowie der Landrat werden daran arbeiten. "Bevor die Resolution endgültig gemacht wird, möchte ich diese aber von allen Bürgermeistern gegengezeichnet haben." Ludwig sei sich sicher, dass man alle dahinter vereinen kann.

Verständnis zeigte die Abgeordnete auch für die Reaktionen der Bürgermeister: "Nachdem die Korridorplanungen veröffentlicht wurden, war das eine relativ normale Reaktion der Bürgermeister die Interessen ihrer Gemeinde zu vertreten."

"Wir vertreten nicht die Interessen der Logistik und der Bahn"

Ludwig sprach die verschiedenen Punkte der Arbeitsgruppen an: „Wir sind nicht diejenigen, die Logistiker der Bahninteressen vertreten, sondern die Interessen der Region.“ Man lehne die Verknüpfung des Ostkorridors mit dem Brenner Nordzulauf in unserer Region absolut ab. „Wir wollen keine zweite Gütertrasse.“ Darüber hinaus werde man die Gemeinden, die der Meinung sind, sie seien zu wenig eingebunden, wie im westlichen Inntal einbinden.

Unabhängiger Mediator soll eingesetzt werden

Ludwig schlug auch vor, einen Mediator, der nicht aus der Region und auch nicht von der Bahn komme, einzusetzen. "Dieser kann mehr Akzeptanz und Vertrauen schaffen." Sie habe den Vorschlag auch schon dem Verkehrsminister unterbreitet, der davor nicht erschrocken sei. Es werde nun geklärt, inwieweit das möglich sei. 

"Samerbergtunnel" wird abgelehnt

Was Ludwig als Abgeordneter persönlich wichtig sei: "Der ‚Samerbergtunnel‘ wird eindeutig abgelehnt. Es kann nicht sein, den innerösterreichischen Verkehr auf deutschem Gebiet zu beschleunigen." Man müsse jetzt eine Linie finden und über die konkrete Frage reden, wo die neue Trasse verlaufen könne. 

Sprecher der Bürgermeister sind sich einig

Stefan Lederwascher, erster Bürgermeister der Gemeinde Flintsbach am Inn und Amerangs erster Bürgermeister, August Voit, die für alle Bürgermeister der Planungsräume sprechen waren sich einig, dass es folgerichtig gewesen sei, den Planungsprozess bis zum Treffen mit Verkehrsminister Dobrindt auszusetzen. Die nächste Zielsetzung sei nun die Einbindung der Bürger und alle Gemeinden über den Landkreis hinaus zu informieren. Außerdem wolle man klären, was mit der vorhandenen Strecke passiere. "Es ist wichtig, dass der Personennahverkehr nicht darunter leidet", so Voit. 

"Nicht alles Gold was glänzt"

Landrat Berthaler ging auch auf Äußerungen verschiedener Interessensgemeinden ein: "Es ist nicht alles Gold was glänzt." Die Rechnungen, dass auf der Strecke weitaus weniger Züge fahren werden, wie angegeben, hinke hinterher. "Etwa 70-100 Zugbewegungen kommen nicht über den Brenner", so Berthaler

Quelle: rosenheim24.de

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